Verbund: Waren das alle schlechten Nachrichten?

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Bildquelle: Pressefoto © VERBUND

Energiekonzerne konnten zuletzt nur selten mit positiven Meldungen aufwarten, von daher war die Gewinnwarnung des österreichischen Versorgers Verbund (WKN 877738) keine Riesenüberraschung. Die Aussagen zum gesamteuropäischen Strommarkt sind zudem alles andere als beruhigend. Für die Verbund-Aktie dürfte es daher noch lange nicht nach oben gehen.

Konkret senkte der ATX-Konzern seine EBITDA-Prognose für 2014 von bisher 850 Mio. Euro auf nun 690 Mio. Euro. Beim Konzernergebnis werden nun rund 70 Mio. Euro erwartet, nach bisher 150 Mio. Euro. Die Gründe für die gesenkten Erwartungen liegen in der niedrigen Wasserführung (EBITDA 29 Mio. Euro; Konzernergebnis 16 Mio. Euro), in Abschreibungen in Rumänien und Albanien (EBITDA 45 Mio. Euro; Konzernergebnis 41 Mio. Euro) sowie in den Stilllegungsbeschlüssen der thermischen Kraftwerke (EBITDA 118 Mio. Euro; Konzernergebnis 36 Mio. Euro).

Laut Verbund belasten das weiterhin schwierige energiewirtschaftliche Umfeld und der anhaltende Druck auf die europäischen Großhandelspreise das Ergebnis stärker als geplant. Die frei verfügbaren Strommengen müssten daher zu geringeren Spotmarktpreisen abgesetzt werden. Als problematisch stellt Verbund hier vor allem den nicht funktionierenden gesamteuropäischen Strommarkt heraus. Dieser sei durch massive regulatorische Eingriffe gekennzeichnet. Die starke Überförderung der neuen erneuerbaren Energien, ein nicht funktionierender CO2-Markt und massive Überkapazitäten in der Stromerzeugung würden dabei einen enormen Druck auf die Profitabilität europäischer Energieversorger ausüben. Verbund will dieser Entwicklung mit der Restrukturierung im thermischen Kraftwerksbereich, Kostensenkungsprogrammen und einer Fokussierung des Investitionsprogramms entgegen steuern und zusätzlich die energienahen Dienstleistungen forciert ausbauen. Aber ob das so schnell erfolgreich von Statten geht?

Quelle: Guidants.com
Quelle: Guidants.com

Für die Aktie, die sich seit langem auf Abwärtskurs befindet, dürfte diese Nachricht nicht gut tun. Schließlich ist weiterhin nicht abzusehen, ob die Probleme bereits ansatzweise gelöst sind. Schließlich zeichnet sich keine Besserung bei den europäischen Großhandelspreisen ab. Anleger müssen derweil nicht nur Kursrückgänge, sondern auch Einbußen bei der Dividende hinnehmen. Die geplante Dividende orientiert sich unverändert an einer Ausschüttungsquote von rund 50 Prozent des bereinigten Konzernergebnisses, das bei rund 150 Mio. Euro (Vorjahr: 384 Mio. Euro) gesehen wird. Damit dürfte die Dividende bei etwa 43 Cent je Aktie liegen (Vorjahr: 1 Euro, davon 45 Cent Sonderdividende). Charttechnisch sieht es bei der Aktie sowieso düster aus. Shorties dürften wohl noch einige Zeit ihre Freude an der Aktie haben.

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