Billig ist mir zu viel teuer

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Börsianer haben derzeit ein echtes Problem: Selten erschien ihnen der Aktienmarkt so unverständlich und rätselhaft wie im Augenblick. Naturgemäß fällt es vielen Akteuren ohnehin schwer, trotz positiver Prognosen noch an der Spitze des Aufwärtstrends einzusteigen. Obwohl dies in erster Linie eine Frage des Referenzpunktes und nicht unbedingt eine Frage der Aktienkursbewertung ist. Ich habe sogar den Eindruck gewonnen, dass manche deutsche Aktie derzeit preiswerter zu sein scheint als im Januar. Aber das ist nicht mein Metier.

Vielmehr geht es mir um die Entscheidung, ob man einfach einsteigen oder eine Korrektur abwarten soll, um sich anschließend nicht vorwerfen zu müssen, die höchsten Kurse bezahlt zu haben. Abgesehen davon, dass viele Akteure bei einer schnellen Gegenbewegung des DAX von etwa drei Prozent ohnehin sich nicht trauen würden, zuzugreifen, weil ausgerechnet dann genügend Gründe dagegen sprechen dürften. Vielmehr muss man sich doch die Frage stellen, ob es überhaupt sinnvoll erscheint, auf eine Korrektur zu hoffen, die nichts anderes als nur einen relativen Gewinn im Vergleich zu einem bisherigen Kursmaximum darstellt. Verbunden mit dem Risiko, dass sich diese als günstig empfundene Kaufgelegenheit überhaupt nicht erst einstellt und einem die Aktienkurse plötzlich davonlaufen. Für einen Möchtegern-Bullen würde dies dann einen entgangenen Gewinn bedeuten.

Mit anderen Worten: Einem begrenzten relativen Gewinn in Gestalt einer Korrektur, stünde bei einem verpassten Einstieg ein unlimitierter entgangener Gewinn bzw. ein relativer Verlust gegenüber. Und dies steht zumindest im krassen Gegensatz zu der von vielen Marktteilnehmern und unter anderem auch von mir vertretenen These, dass man Verluste frühzeitig begrenzen muss und Gewinne (in einem vertretbaren Verhältnis dazu) am besten laufen lassen soll.

Verluste in Form von entgangenen Gewinnen haben für Anleger – zumindest für diejenigen, die ihre Performance nicht mit anderen Mitstreitern vergleichen lassen müssen – immerhin den Vorteil, dass man sie nicht realisieren muss. Das wäre erst dann der Fall, wenn man sich am Ende doch noch, möglicherweise dann bei einem DAX-Stand von 11.000, zu einem Aktienkauf entschließen sollte. Und selbst dann treten diese Verluste nur in Form eines relativ schlechten Einstandspreises in Erscheinung.

Aktienkauf mit Netz?

Daher scheint mir die Strategie, nichts zu tun, auf eine Korrektur zu warten oder…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

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