Der wahre Wert von Gold

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Gold ist eine Krisenwährung. Gold ist wertbeständig. Gold schützt vor Inflation. Die Vorteile von Gold lassen sich nicht von der Hand weisen. Im Praxistest ist Gold allerdings weniger attraktiv als man glauben mag – vor allem, wenn man es mit Aktien vergleicht.

Aktien werden seit 1790 in den USA gehandelt. Es gibt hier also eine wirklich lange Historie, um den Goldpreis mit Aktien vergleichen zu können. Während Aktien seit über 200 Jahren in einem breiten Aufwärtstrend verlaufen kann man das von Gold nicht gerade behaupten. Gold verläuft seit 200 Jahren in einem breiten Band seitwärts. Eine kleine Aufwärtstendenz gibt es zugegebenermaßen schon. Das zeigt sich dann in einer realen Rendite pro Jahr von 0,47%. Üppig ist das nicht und bei 200 Jahren kann man wirklich nicht behaupten, es hätte keine Krisen gegeben, in denen Gold nicht hätte zeigen können, was es drauf hat. Aktien haben immerhin eine jährliche, reale Rendite von 2,2% gebracht. Nominell sieht es bei beiden besser aus. Gold steht aber immer noch unter 2% pro Jahr. Aktien bringen fast doppelt so viel.

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Wem eine jährliche Aktienrendite von 3,7% wenig vorkommt, hat Recht. Die Rendite berücksichtigt keine Dividenden. Würde man diese noch mit berücksichtigen, dann läge die Rendite bei den allgemein bekannten 6% real, nominell etwa 2 Punkte höher.

Gold und Aktien zeigen tendenziell eine leicht negative Korrelation. Es ist also schon etwas dran, dass Gold in Krisenzeiten tendenziell steigt. In inflationären Phasen wie in den 70er Jahren wird das deutlich. Hohe Inflation ist für Aktien eher schlecht. Auch wenn viele immer wieder behaupten, Aktien schützen vor Inflation, zeigt die Historie, dass da wenig dran ist.

Angesichts der langen Historie muss man sagen, dass das Mantra „Gold kaufen und liegen lassen“ ein wenig sinnvoller Tipp ist. Kauft man zum aktuellen Preis Gold, dann kann man davon ausgehen, dass es langfristig kaum Rendite bringt. Wer nun einwendet, Gold solle ja auch nur für den Ernstfall gut sein, hat natürlich bis zu einem gewissen Grad Recht. Allerdings muss die Krise schon wirklich massiv sein, um einen systematischen und hohen Anstieg zu ermöglichen. Vor allem aber muss man auch daran denken, Gold in der Krise dann wirklich zu verwerten, zu tauschen, zu verkaufen, sonst hat man weniger Jahre später weniger Wert als zuvor.

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Um es noch ein wenig auf die Spitze zu treiben kann man sogar fast schon sagen: selbst als Krisenwährung taugt Gold wenig. Gold ist so volatil wie Aktien, bringt aber deutlich weniger Rendite. Man muss zu seinen eigenen Lebzeiten schon äußerstes Glück haben, damit Gold als Investment etwas bringt.

Ein Gastbeitrag von Clemens Schmale, Experte auf Guidants.


1 KOMMENTAR

  1. Diese Rechnung ist in sofern schlichtwegs falsch, weil weder Währungen noch Aktien beziehungsweise die dahinterstehenden Firmen einen so langen Lebenszyklus haben, wie Gold.
    Firmen und Währungen haben einen durchschnittlichen Lebenszyklus von 50 Jahren. Gewiß der Dollar ist schon älter, aber ein 90 jähriger Bürger der Ex DDR hat in seinem Leben 6 Währungen erlebt. Und selbst beim Dollar muß man sich die reale Entwertung ansehen um festzustellen, daß er seine Besitzer langfristig faktisch mehrfach enteignet hat. Währungen müssen ja bekanntlich inflationieren.
    Ebenso ist es mit Firmen, es gibt einige wenige die älter sind, der größte Produzent von inhaltslosen Versprechungen, seine Eigenwerbung nennt das Hoffnung, ist sogar schon fast 2000 Jahre alt – die katholische Kirche. Doch alle anderen Firmen und ihre Aktien haben nur eine begrenzte Lebenserwartung, die noch deutlich unter der von Währungen liegt. Dies ist schon mal grundsätzlich so, weil Aktien Geldderívate sind und damit der Inflationierung unterliegen, hinzu kommt noch ein höheres Wirtschafts und Spekulationsrisiko.
    Insofern ist auch die berühmte Zinseszins Rechnung blanker Unfug. Die Zinsen werden nämlich immer unter der realen Inflation liegen, weil Banken sich in der Regel nicht selbst schädigen.
    Mit kurzen Worten: Papier vergeht, Gold bleibt.
    Für Spekulanten ist es allerdings, da gebe ich dem Autor natürlich recht, normalerweise ungeeignet.

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