Schließfach und Tresor: So lagern die Deutschen ihr Gold

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Bildquelle: Pressefoto © Erste Group

Bei Gold heißt es ja immer: physisch und immer verfügbar. Zumindest ist das der Ratschlag der Krisengurus. Doch als Anleger ist die Goldlagerung in den eigenen vier Wänden nicht immer die erste Wahl, wie eine Untersuchung nun zeigt. Im Garten vergraben ist zudem sowieso eher etwas für Freaks, denn ernsthafte Investoren.

Fragt man die Deutschen nach dem sichersten Ort für die Goldaufbewahrung kommt als Antwort: das Bankschließfach. Dies ist das Ergebnis einer repräsentativen Studie mit über 1.000 Befragten, die von der Deutschen Börse Commodities beim Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid in Auftrag gegeben wurde. Laut der Umfrage würden 72 Prozent der Befragten Gold in einem Bankschließfach aufbewahren, gefolgt von einem gesicherten Safe zu Hause. Nur etwa jeder Fünfte kann sich vorstellen das Edelmetall in Schubladen, Schränken, Schmuckkassetten oder an sonstigen ungesicherten Orten zu verstecken.

"Big Phil" hat einen Nennwert von 100.000 Euro, besteht jedoch aus 1000 Feinunzen Gold. Bildquelle: dieboersenblogger.de
„Big Phil“ hat einen Nennwert von 100.000 Euro, besteht jedoch aus 1000 Feinunzen Gold. Bildquelle: dieboersenblogger.de
Wenig überraschend ist dabei die hohe Sicherheitsbewertung der Bankschließfächer. Diese werden von den Deutschen mit einem Durchschnittswert von 4,5 als sichersten Ort der Aufbewahrung (wobei 1 = sehr unsicher, 5 = sehr sicher). Der eigene Tresor landet mit der Bewertung 3,2 auf Rang zwei. Ungesicherte Verstecke im Haus sowie das Vergraben einer Truhe im Garten gelten bei Deutschen (glücklicherweise) als unsicher. „Für einen heimischen Safe spricht, dass der Besitzer jederzeit Zugriff auf sein Gold hat. Die sicherste Lösung ist aber ein professioneller Tresor außer Haus mit hohen Sicherheitsstandards wie beispielsweise ein Bankschließfach. Einbrüche oder Überfälle sind hier deutlich seltener“, erläutert Steffen Orben, Geschäftsführer Deutsche Börse Commodities GmbH, die Studienergebnisse. „Mit Gold hinterlegte Investmentprodukte sind hier eine einfache, günstige und vor allem sichere Alternative.“ Denn:

In der Realität besitzen lediglich 20 bzw. 15 Prozent aller Deutschen ein Bankschließfach oder einen eigenen Tresor. Wer bei seinem Goldinvestment trotzdem nicht auf hohe Sicherheit verzichten will, sollte in Investmentprodukten, die mit physischem Gold hinterlegt sind, eine Alternative suchen. Xetra-Gold beispielsweise ist wie ein Wertpapier handelbar. Das Gold wird dabei in physischer Form im Zentraltresor für deutsche Wertpapiere in Frankfurt verwahrt. Auf Wunsch kann sich der Anleger jederzeit die verbriefte Menge Gold über seine Bank ausliefern lassen.

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4 KOMMENTARE

  1. genau von dieser Empfehlung ist abzuraten.
    .
    Ob im Tresorschließfach der Bank oder auch Papierverbrieft,
    im Ernstfall ist kein physischer Zugriff mehr möglich . Staat und Banken können
    über Nacht hier alles dicht machen.
    Das Risiko zu Hause im Versteck seine Gold -und Silbermünzen zu lagern
    ist geringer als das was Staat und Banken
    im Bedarfsfall auf die Beine stellen können

  2. Bei Gold scheiden sich die Geister. Wer Gold wirklich nur als Versicherung für den Ernstfall ansieht, wird immer einen Teil seines Goldes in Reichweite haben. Nur wer 10% seines Vermögens in Gold hat, dürfte wohl eher auch andere Sicherheitsmechanismen bevorzugen. Zumal ehrlicherweise die Studie nichts darüber aussagt, was tatsächliche Goldbesitzer machen. Die Vermutung liegt nahe, dass der eigene Tresor hier wirklich erste Wahl ist. Gerade bei Münzen ist das ja auch durchaus Platztechnisch umsetzbar.
    Anleger, die nur auf Goldpreisveränderungen setzen, werden wohl immer auf Xetra-Gold oder andere Goldpapiere zurückgreifen, einfach weil es der einfachste Weg ist.

  3. Den Beweis, dass das Bankschließfach im Zweifelsfall nicht der richtige Ort für den „Krisenvorrat“ ist, haben die USA vor einigen Jahrzehnten geliefert. Aber ich denke, dass ist auch eine Sache der Kultur.

    Es gibt Kulturkreise, die tragen ihr Gold um den Hals und beleihen es in Zeiten der Not oder wenn sie Geld brauchen – siehe Indien.

    Und es gibt Kulturen, die vertrauen fast blind (soll keine Wertung sein) auf die Bank – da heißt es: Ab ins Schließfach mit den Goldmünzen! Ich glaube, dass wir hier einfach nicht so recht an den ernsthaften Krisenfall glauben und deswegen auch Institutionen wie Banken als Verwahrern von Werten das meiste Vertrauen schenken.

    Ich lagere mein Gold seit jeher direkt beim Händler. Da ich viel unterwegs bin schien mir das die praktischste Variante. Ich hatte über das Portal http://www.goldpreis.de lange nach einem Händler vor Ort mit Einlagerungservice gesucht und viele Telefonate deswegen geführt.

    Für mich eine gute, wenn auch nicht die perfekte Lösung. Aber: Ich bekomme regelmäßig eine Lagerliste, kann es ohne großen logistischen Aufwand wieder verkaufen oder zu mir nach Hause schicken lassen.

  4. Optimale Variante:
    – Schließfach mit abstrakter Diebstahlversicherung
    – außerhalb der EU
    – rechtssicheres Land z.B. Schweiz
    – bankunabhängig
    – händlerunabhängig

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