Wochenrückblick KW27: K+S vor der Wiedergeburt

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Bildquelle: Pressefoto Börse Stuttgart

Der DAX probierte sich am Freitag mal wieder mit dem „Single“-Leben aus, sprich aufgrund des US-Nationalfeiertags musste der Leitindex ohne Impulse von der Wall Street auskommen. Wie so oft gelang dies mehr oder minder erfolgreich. Auf Wochensicht ist aber der Rekordstand des Dow Jones durchaus bemerkenswert und Mitauslöser für die haussierende Börse in Frankfurt, wenngleich der DAX neue Hochs noch vermied. Vielleicht in der nächsten Woche, wenn von Alcoa (WKN 850206) und Wells Fargo (WKN 857949) die Berichtssaison eingeläutet wird.
Für Furore sorgte derweil der Düngemittelhersteller K+S (WKN KSAG88). So stellte das gebeutelte Unternehmen ein ordentliches erstes Halbjahr in Aussicht. Konkreter will man demnächst werden. Doch so richtig Euphorie kam dennoch nicht auf. Die 25-Euro-Marke ist nach wie vor unüberwindbar. Da tun auch Kurszielanhebungen wie das von der Deutschen Bank („Sell“, von 15 auf 17 Euro) wenig. Die leidgeprüften K+S-Anleger müssen also weiter auf die guten Nachrichten hoffen und weiter warten. Auch wenn so mancher insgeheim von der Wiedergeburt der alten Verhältnisse träumt, sehr wahrscheinlich ist das nicht.

Aus Deutschland

Nachdem die Versorgertitel jüngst eine beeindruckende Erholungsrallye an den Tag legen konnten, verbuchten sowohl die Papier von E.ON (WKN ENAG99) als auch von RWE (WKN 703712) zum Wochenschluss Verluste. Dabei könnte dies sogar das vorläufige Ende der positiven Entwicklung sein. Schließlich beruht die jüngste Rallye mehr auf der Hoffnung auf Besserung und weniger auf fundamental verbesserten Marktbedingungen für die europäische Energiebranche.
Die deutschen Automobilkonzerne schwimmen weiterhin auf einer Erfolgswelle. Dabei profitieren vor allem die Premiumhersteller BMW (WKN 519000), Audi (WKN 675700) und Daimler (WKN 710000) mit seiner Pkw-Marke Mercedes-Benz von der anhaltenden Kauflust der US-Amerikaner. Für die BMW-Aktie reichte es daher zuletzt wieder einmal zu neuen Rekordständen. Mit Hilfe eines neuen Werkes in Mexiko wollen die Bayern nun noch stärker vom Auto-Boom in den USA profitieren und der BMW-Aktie damit sogar zu dreistelligen Notierungen verhelfen.
Spannende Kurschancen ergeben sich derzeit beim Robotertechnik-Spezialisten KUKA (WKN 620440). Mehr dazu aus Sicht von Point&Figue finden sich in unserem aktuellen Newsletter. Wer die kostenfreie „Die Börsenblogger D-A-CH Rundschau“ jede Woche automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.
Der seit März laufende Aufwärtstrend bei der Dürr-Aktie (WKN 556520) erhält neue Nahrung. Mit den heute bekannt gegebenen Akquisitionen im Bereich der Lack-Applikationstechnik bestätigt der Anlagen- und Maschinenbauer seinen Anspruch auf ein immer größeres Angebotsspektrum. Das Erreichen neuer Kurshochs ist daher wohl nur eine Frage der Zeit.
Die Fielmann-Aktie (WKN 577220) notiert zum Wochenschluss in einem positiven Marktumfeld mit deutlichen Kursverlusten am MDAX-Ende. Auf Anlegerseite zeigte man sich enttäuscht, dass Deutschlands führende Optikerkette im zweiten Quartal nicht mehr ganz so stark wachsen konnte wie noch zu Jahresbeginn. Das Kurspotenzial dürfte daher vorerst ausgeschöpft sein.

Internationales

Der weltweit führende Duftstoff- und Aromenhersteller Givaudan (WKN 938427) profitierte zuletzt vor allem von den starken Wachstumsraten in den Emerging Markets. Dabei möchten die Schweizer auch zukünftig stärker als der Branchendurchschnitt wachsen und so weitere Marktanteile hinzugewinnen. Gleichzeitig dürfen sich Aktionäre auch weiterhin über im Vergleich zur Konkurrenz sehr starke EBITDA-Margen und eine relativ großzügige Ausschüttungspolitik freuen, während die Givaudan-Aktie gerade dabei ist neue Höchststände in Angriff zu nehmen. Näheres über die aktuellen Kurschancen beleuchten wir in unserem aktuellen Newsletter Die Börsenblogger D-A-CH Rundschau. Wer das kostenfreie PDF jede Woche automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.
Auch wenn einige der Risiken für das Geschäft der Erste Group (WKN 909943) bereits bekannt waren, stürzt die Aktie nach einer Gewinnwarnung angesichts geschockter Investoren regelrecht ab. Es bleibt wenigstens zu hoffen, dass mit der drastisch erhöhten Risikovorsorge die erhoffte Bereinigung der Situation in einigen schwächelnden Märkten Osteuropas gelingt und Anleger in den kommenden Jahren tatsächlich keine negativen Überraschungen mehr fürchten müssen. Mehr dazu hier.
+31%, +15%, +13%, +21%, -14%. So schnitt die Aktie des Actionkamera-Herstellers GoPro (WKN A1XE7G) an den ersten fünf Handelstagen ihrer noch sehr jungen Börsengeschichte ab. Nachdem der Ausgabepreis von 24 US-Dollar in kürzester Zeit verdoppelt wurde und der Wert des Gesamtkonzerns auf rund 6 Mrd. US-Dollar schoss, ging es zuletzt wieder nach unten. Dabei dürfte es um das Papier auch in Zukunft nicht wesentlich ruhiger werden. Schließlich scheiden sich die Geister an dem möglichen Wachstumspotenzial, das das Unternehmen tatsächlich mitbringt.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen berichten in der nächsten Woche nur wenige Unternehmen. Dazu gehören u.a. Alcoa, Hertz (Dienstag); Südzucker (Donnerstag); Wells Fargo (Freitag).

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
08:00 Uhr: D; Nettoproduktion (Mai)
10:30 Uhr: EU; sentix-Konjunkturindex (Juli)

Dienstag
08:00 Uhr: D; Leistungsbilanzsaldo (Mai)
08:00 Uhr: D; Warenausfuhr / -einfuhr (Mai)
21:00 Uhr: USA; Verbraucherkredite (Mai)

Mittwoch
20:00 Uhr: USA; Fed Minutes vom 17./18. Juni 2014

Donnerstag
10:00 Uhr: EU; EZB Monatsbericht
14:30 Uhr: USA; Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)

Freitag
08:00 Uhr: D; Verbraucherpreise (Juni)

Bildquelle: Pressefoto Börse Stuttgart


2 KOMMENTARE

  1. Hi,

    wenn ihr schreibt, dass der Kurseinbruch bei E-ON Ende der Woche ein Indiz für ein Ende der letzten Rallye sein könnte, wie würdet ihr dann mit einer Long Position umgehen? Eher direkt anfang der Woche die Position aufgeben, oder eher warten bis sich Anfang der Woche abzeichnet ob es evtl doch nur ein kleines Zwischentief war?

    Ich bin zur Zeit etwas unsicher wie mit der Long Position umgehen…

  2. @Alexander
    schwierige Frage, aber Long ist bei den Versorgern auf lange Sicht eher kritisch zu sehen. Kann sein, dass es Ende der Woche wieder kurzfristig besser aussieht. Aber langfristig sehen wir nur begrenztes Potenzial. Letztlich kommt es ja immer auch auf seine Einstandskurse an und was man vorhat.

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