Denen man nicht vergeben darf

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Als ich in der Freitagsausgabe der Börsenzeitung las, dass der Generalstaatsanwalt des Bundesstaates New York der britischen Barclays Bank vorwirft, sie habe ihre Kunden beim Aktienhandel schutzlos aggressiven Investoren ausgeliefert, um selbst einen Vorteil daraus zu ziehen, fiel mir sogleich Bob Diamond ein. Der frühere Chef dieses Geldhauses hatte nämlich im Januar 2011 gefordert, mit der Kritik an den Bankern müsse endlich Schluss sein. Als er vor einem Ausschuss des britischen Parlaments Rede und Antwort stehen musste, fügte er sogar hinzu, die Zeit der Reue sei jetzt endgültig vorbei. Schon damals habe ich mich über dieses Statement derartig aufgeregt, dass ich sogleich einen Blog (hier) dazu verfasste.

Heute geht es nun um den bankeigenen Dark Pool. So hält die Staatsanwaltschaft Barclays vor, Anleger mit dem Versprechen dorthin gelockt zu haben, dass sie dort angeblich besser als an regulären Börsen – vornehmlich vor Hochfrequenzhändlern – geschützt seien. Offensichtlich galt Diamonds Appell, endlich einen Schlussstrich zu ziehen, nur für die Opfer und deren Vertreter, nicht aber für die Investmentbanken selbst, die sich damals vor allem in Großbritannien, aber auch hierzulande heftige Kritik gefallen lassen mussten.

Allerdings geht es mir heute in erster Linie nicht darum, mich den Bank-Kritikern anzuschließen. Ohnehin frage ich mich, warum sich Anleger mit der Erfahrung aus der Finanzkrise an Handelsplätzen abseits der Börse, eben in Dark Pools, bewegen müssen. Denn spätestens seit Lehman müssten doch intransparente und illiquide Märkte tabu sein.

Warum nur Tagesgeld?

Kürzlich habe ich mich mit ein paar Vermögensberatern unterhalten, die sich allesamt wunderten, warum so viele Sparer trotz negativer Realzinsen immer noch hohe Geldbeträge vornehmlich als Tagesgeld anlegten…

Auf www.der-goldberg.de geht es weiter

GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


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