Gold: Jetzt Long oder doch besser Short?

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Bildquelle: Pressefoto © Erste Group

Goldene Zeiten voraus?

In den vergangenen Tagen fiel uns des Öfteren auf, dass so genannte „Experten“ wieder beginnen, einen Anstieg des Goldpreises vorherzusagen. Unabhängig von unserer Überzeugung, dass in keiner vernünftigen Vermögensaufteilung Edelmetalle wie Gold oder Silber fehlen sollten, haben wir im heutigen Marktkommentar Gold bzw. Goldminenaktien anhand des Point & Figure (P&F) Charts analysiert.

Gold: jetzt „Long“ oder doch besser „Short“?

In den vergangenen zwei Wochen ging es mit dem Goldpreis fast 5 Prozent nach oben. Von einem neuen Aufwärtstrend kann nach einem solch kurzen Anstieg allerdings noch nicht gesprochen werden.

Betrachten wir den nachfolgenden P&F-Chart, so ist festzustellen, dass das Chartbild nach wie vor „bearish“ ist. Im April des Vorjahres wurde ein starkes P&F-Shortsignal erzeugt (Punkt 1), und der Kurs fiel auf Tiefs von 1.186. Im Februar dieses Jahres dann ein erstes P&F-Kaufsignal (Punkt 2). Dieses war, wie wir heute wissen, jedoch nicht nachhaltig Es folgte eine erneute Konsolidierung. Mit dem Erreichen von Punkt 3 wurde sogar die Abwärtsbewegung bestätigt. Sollte der Goldpreis fallen und sogar Punkt 4 bei 1.162 US-Dollar je Unze (ca. 31g) unterschreiten, wäre Gold eine klare „Short-Position“.

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Bis zum nächsten P&F-Kaufsignal müssen wir uns noch gedulden. Erst das Überwinden von Punkt 5 bei 1.417 US-Dollar je Unze hätte ein Kaufsignal zur Folge.

Insgesamt zeigt der Chart einen anhaltenden Abwärtstrend (rote Linie). Aktuell müsste der Goldpreis auf rund 1.534 US-Dollar je Unze steigen, damit der Abwärtstrend gebrochen wird und das dann vorher erzeugte Kaufsignal bei Punkt 5 bestätigt.

Basierend auf dem Point & Figure Chart, sollten Sie mit einem Goldinvestment noch abwarten. Unsere Kurszielberechnung für Gold (für fallende Kurse) ergab ein moderates Kursziel von 1.200 US-Dollar bzw. ein ambitioniertes Kursziel von 900 US-Dollar. Ersteres wurde bereits erreicht.

Goldminenaktien, einen Schritt voraus!

Unsere wöchentliche Sektoranalyse signalisierte uns eine insgesamt „überhitzte“ Marktsituation innerhalb vieler Branchen. Als Ausnahme zeigen sich Goldminenunternehmen. Ob Goldminenaktien jetzt ein Kauf sind, haben wir für Sie anhand des Marktindikators Bullish-Percent-Index Goldminer analysiert.
Anmerkung: Der Bullish-Percent-Index (BPI) zeigt, wie viele der im Index enthaltenden Goldminenaktien ein Point & Figure Kaufsignal haben (in 0 bis 100 Prozent).

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Spekulative „Long-Positionen“!

Zu Jahresanfang ließ uns der Goldminen-BPI auf steigende Kurse hoffen. Im Februar wurde ein erstes Kaufsignal (Punkt 1) erzielt. Der Abwärtstrend (rote Linie) konnte jedoch nicht überwunden werden. Es folgte eine erneute Konsolidierung. Die letzte X-Säule (grün) zeigt wieder eine Aufwärtsbewegung. Der überverkaufte Bereich (Werte unter 30) wurde verlassen. Ein eindeutiges Point & Figure Kaufsignal wird jedoch erst mit dem Überwinden von Punkt 2 erreicht werden. Dies würde gleichzeitig eine „Neutralisierung“ des Abwärtstrends (rote Linie) bedeuten. Das Unterschreiten von Punkt 5 hätte ein erneutes Point & Figure Verkaufssignal zur Folge.

„Spekulative“ Investoren können die derzeitige Aufwärtsbewegung für erste Positionen nutzen. Wir hingegen warten lieber ein eindeutiges Kaufsignal ab.

Fazit:

Gold hat seinen Point & Figure Abwärtstrend noch nicht beendet. Goldpositionen sollten deshalb nicht eingegangen werden. Ähnlich ist auch die Situation bei Goldminenaktien, die sich fast parallel zum Goldpreis entwickeln. Warten Sie auch hier eindeutige Kaufsignale ab.

Stand: 24.06.2014 – Ein Gastkommentar der Redaktion des Börsendienstes „Der Börsen-Berater“. Mehr Informationen unter www.boersen-berater.de

Bildquelle: Pressefoto © Erste Group


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