Rohöl: Im Spiel der Kräfte

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Obwohl die USA ihre Ölproduktion zuletzt massiv ausgeweitet haben, konnten die Rohölnotierungen kurzfristig teilweise deutliche Aufschläge verbuchen. Dies liegt unter anderem an den politischen Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten. Dabei bleibt es abzuwarten, ob am Ende mögliche preistreibende Förderausfälle infolge der verschiedenen Brandherde in der Weltpolitik oder doch preissenkende Einflussfaktoren wie die enorme US-Schieferölproduktion die Überhand gewinnen.

Relativ unabhängig von den Entwicklungen im Nahen Osten sind die USA weiterhin auf dem Weg zu einem immer größeren Energieriesen. Immerhin zeigt die jüngste BP-Studie „Statistical Review of World Energy“, dass die Amerikaner 2013 auch dank des umstrittenen Frackings so viel Rohöl gefördert haben wie nie zuvor. Vielmehr stieg die Produktion so stark wie noch nie in irgendeinem Land. Dieser Trend sorgte zuletzt dafür, dass der Weltmarktpreis nicht noch mehr steigen konnte. Allerdings wurde eine preissenkende Wirkung dadurch abgeschwächt, dass die USA ihren Verbrauch im Vorjahr ebenfalls deutlich gesteigert haben. Denn die BP-Studie verrät auch, dass der Gesamtverbrauch erstmals seit 1999 wieder stärker angestiegen ist als im wirtschaftlichen Boom-Land China.

Preistreibend wirkten sich auf kurze Sicht vor allem die Entwicklungen im Irak und der Vormarsch terroristischer Organisationen sowie ihre Einnahme von ganzen Städten. Schließlich ist Irak nach Saudi-Arabien der zweitgrößte Ölproduzent in der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Die Folge waren Unsicherheiten am Erdölmarkt, aber auch an den Aktienmärkten. Allerdings könnten sich die Förderausfälle in Grenzen halten. Denn die für den Export bestimmte Ölproduktion im Irak findet überwiegend im noch relativ sicheren Süden des Landes statt, während die Exporte selbst über den ebenfalls im Süden liegenden Hafen von Basra abgewickelt werden.

In einem weiteren Punkt könnten die Probleme im Irak sogar eine möglicherweise preissenkende Wirkung auf den Rohölpreis haben. Dabei bringt er die USA und Iran näher zusammen, da beide Länder kein Interesse an einer Eskalation der dortigen Lage haben. Eine diplomatische Annährung könnte wiederum auch in den Verhandlungen um das iranische Atomprogramm und im Zuge der wirtschaftlichen Sanktionen gegen den Iran Fortschritte bedeuten. Dem würden wiederum weiterhin schwelende Krisen in Libyen, Syrien oder Nigeria entgegenstehen und für einen anhaltenden Preisdruck bei Rohöl sorgen.

Angesichts der vielen Kräfte, die den Rohölpreis derzeit in verschiedene Richtungen zerren, erwarten unsere DZ BANK Analysten in den kommenden 12 Monaten eine Seitwärtsbewegung bei den relativ hohen Notierungen. Neben möglichen Förderausfällen im Zuge verschiedener politischer Unruhen wird auch die moderat anziehende Weltkonjunktur im weiteren Jahresverlauf als Preistreiber gesehen. Insgesamt geht man jedoch auf Sicht der kommenden 12 Monate von einem Brent-Rohölpreis im Bereich von 110 bis 115 US-Dollar aus. Bei der US-Sorte WTI liegt die Prognose wiederum bei etwa 104 US-Dollar.

Angesichts der aktuellen Lage an den weltweiten Ölmärkten könnte sich ein Discount-Zertifikat der DZ BANK (WKN DZ41QZ) auf den WTI Future anbieten. Das Discount-Zertifikat (Fälligkeitstag 21.05.2015) weist einen Cap von 100,00 US-Dollar auf und ist zudem währungsgesichert. Es richtet sich also an Anleger, die davon ausgehen, dass der maßgebliche Preis des WTI Light Crude Öl Future am letzten Bewertungstag (14.05.2015) auf oder über 100,00 US-Dollar notieren wird. In diesem Fall wird der maximale Auszahlungsbetrag von 100 Euro fällig. Derzeit notiert das Produkt bei 92,62 Euro und ermöglicht somit eine maximale Rendite von 7,96%, sofern der Kurs des Basiswertes am Laufzeitende über 100 Dollar notiert.

Stand 18.06.2014/ Ein Gastkommentar von Stefano Angioni, eniteo
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