New GM bleibt doch Old GM – Und das mit Opel und Europageschäft

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Tja da war bei vielen die Überraschung heute doch sehr groß, als bekannt wurde, dass GM sein Europa-Geschäft doch nicht aufgeben und an Magna verkaufen will. Opel und die anderen Töchter werden also im Konzern verbleiben und inhouse saniert.

Keine Überraschung

Dumm aus der Wäsche schauen nun diverse Ministerpräsidenten und eine Bundesregierung, die sich mit Milliarden arg weit aus dem Fenster gelehnt hat. Wie auch bei Arcandor hat sich die Einmischung der Politik als sinn- und erfolglos erwiesen. Für mich kommt die Wende aus Detroit wenig überraschend, denn das Konzerpt des Verkaufs habe ich bereits Anfang Mai für wenig überzeugend errachtet:

Die Kernfrage, die man sich stellen muss, ist: Wie geht es überhaupt mit GM weiter? Wenn es gelingt den Konzern finanziell auf gesundere Beine zu stellen, hat GM mit Opels Technologie eine Chance. Auch in den USA. Dazu muss die Verschuldung reduziert werden, am besten direkt in Eigenkapital umgewandelt. Die Kosten aus Pensions- und Gesundheitsverpflichtungen sollten reduziert werden und nach Möglichkeit durch staatliche Bürgschaften abgesichert werden. Im Ausgleich dazu kann sich der Staats Anrechte auf zukünftige Gewinne sichern. Auf Produktebene muss sich Detroit auf neue Technologien einlassen. Die allseitsbekannte Plattformstrategie muss ausgebaut werden. Dann macht auch das bunte Markenportfolio durchaus Sinn – siehe Volkswagen mit seinen vielen erfolgreichen Marken. Nur dann hat auch Opel eine Chance.

GM rettet sich selbst und Opel gleich mit

Besagten Weg will GM mit Opel nun gehen. Das wird sicher nicht ohne den Abbau von Kapazitäten gehen. Und da GM nun selbst entscheidet, dürfte es auch deutsche Werke und Arbeitsplätze treffen – nicht nur spanische und britische wie es bei der politisch gewollten Magna-Übernahme abzusehen war. Erste Details kann man nur erahnen, aber die IG Metall ruft vorsichtshalber schon mal zu Warnstreiks auf. Dabei wird auch GM keine Entscheidungen gegen die Gewerkschaften treffen können. Nur werden diesmal eben nicht nur deutsche Interessen berücksichtigt – was im Sinne eines vereinten Europas ist. Die kommenden Monate werden also zeigen, ob aus GM wieder ein profitabler, weltweit aktiver Automobilhersteller werden kann. Opel hat jedenfalls auf der Produktseite jede Menge guter Ideen, die man in den USA dringend braucht. Und das man in den USA weiterhin Autos verkaufen kann, zeigt Ford eindrucksvoll. Alles in allem macht die Entscheidung für Opel also Sinn. Und als Teil des größten amerikanischen Autobauers dürfte es auch für viele Opelaner weiterhin eine Zukunft geben.


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