Der goldene Herbst 2009 – Gold erklimmt neue Höhen

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Irgendwie kommt dieser Herbst etwas plötzlich. Gerade hat man sich noch abends gemütlich in den Biergarten gesetzt und schon ist alles vorbei. Die Laubsauger heulen. Es ist merklich kühl geworden. Die Sonne steht deutlich tiefer und die Blätter sind nur noch als gelb-braunes Etwas auf den Bäumen zu sehen. Aber wenigstens hat man in diesem Herbst wieder etwas mehr Zeit für solche Gedanken – mag so manch einer denken. Denn vor einem Jahr machte man sich noch über den nahenden Zusammenbruch der Weltwirtschaft Sorgen. Oder zumindest über das eigene berufliche Überleben.

Island, wo die Krise wirklich Krise ist

Und ein Jahr danach? Irgendwie mussten viele zwar etwas kämpfen, aber wirklich dramatische Ereignisse sind hierzulande ausgeblieben. Ganz im Gegensatz zu Island. Dort ging es vor einem Jahr ziemlich heiß her. Die Krise hätte die Insel fast bezwungen. Selbst die Rückkehr zu einer Nation von Fischern wurde damals angesichts der vollständig zusammengebrochenen Finanzindustrie diskutiert. Diesen Blog gab es damals noch nicht, darum der Verweis auf zwei andere Beiträge aus meiner Feder.
Nun ja, einen Winter später ist wohl klar: die Insel wird über kurz oder lang Mitglied der EU und auch den Euro annehmen, wenn sie darf. Zu arg hat das Land unter grandiosen Fehlspekulationen gelitten. Die Währung ist sowas von am A****, dass aufgrund der schlechten Einfuhrkonditionen Burger King und McDonalds die Insel fluchtartig verlassen haben – die Burger waren einfach nicht mehr bezahlbar. Tja und hierzuland streifen dagegen Groß und Klein am Sonntag durch die Parks und Wälder und stellen sich halbwegs zukunftssicher auf Weihnachten ein.

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Keine Krise an den Rohstoffmärkten

Das einzige was derzeit etwas ungewöhnlich ist (die Achterbahnfahrt der Börsenkurse sehe ich mal als normal an), findet an den Rohstoffmärkten statt. Genauer bei Edelmetallen und dort besonders bei Gold. Nachdem die Krise es lange Zeit nicht geschafft hat den Goldpreis über die 1.000 Dollar zu hiefen, ist dies vor einigen Wochen nun gelungen und der Goldpreis steigt weiter. Inzwischen werden die 1.100 Dollar ins Visier genommen. Sicher, die Schwäche des Dollar sollte man nicht unerwähnt lassen. Aber die Höhe des Goldpreises muss einen dennoch stutzig machen. Besonders wenn man dann noch Marktberichte wie diesen hier von Walter Eichelburg liest, wonach größere Mengen realen Goldes nur noch sehr schwierig zu bekommen sein sollen.
Heißt das nun, dass die unglaubliche Geldmengenausweitung nun spekulationsgetrieben in Gold und andere Sachwerte fließt oder ist es ein Zeichen, dass mehr und mehr Menschen Angst vor einer Inflation haben und daher in den sicheren Hafen Gold flüchten. So oder so steigt der Goldpreis. Von Deflation sprach man seltsamerweise nur wenige Monate lang. Inzwischen macht sich vielfach Angst vor den zur Krisenbewältigung „gedruckten“ Milliarden und einer damit verbundenen Inflation breit. Besonders die Entwicklung in den USA wird hier sicher noch die ein oder andere Überraschung bringen. Ich hoffe nur gute. Derweil klettert der Goldpreis in neue Höhen. Diejenigen mit genügend Vermögen sind schon längst investiert und der Rest kann wohl nur noch zusehen. Am Ende platzt entweder die Goldblase oder die ungedeckten Währungen fliegen uns um die Ohren – wenn es blöd läuft. Beides keine schönen Vorstellungen. Und egal wie es weiter geht: goldene Geländerverziehrungen wie diese hier wird man wohl bei weiter steigenden Goldpreisen nicht mehr lange ungeschützt sehen können. Also carpe diem. Wer weiß was die Zukunft bringt.

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Nachtrag:
Interessant ist an dieser Stelle auch die Warnung von Nouriel Roubini in der FTD: Die Fed sorgt für eine neue Monsterblase.


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