Nichts als die reine Strategie

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Senti04062014-230x180Gute Freunde von mir wissen, dass ich mich gelegentlich in einem bekannten Frankfurter Fitnessstudio mit angeschlossenem Schwimmbad zwecks Konditionstrainings aufhalte. Und weil es sich um ein Studio handelt, das etwas auf sich hält, wundert es nicht, wenn dieser Tempel eine gewisse Anziehungskraft auf trendorientierte Menschen ausübt. Wie in anderen Fitnessstudios gibt es auch in meinem einen hohen Prozentsatz an Karteileichen. Zumal ja bekannt ist, dass die meisten Sportwilligen ohnehin nicht nachhaltig trainieren. So bleibt es schon nach mehreren Trainingseinheiten beim guten Willen, der sich vor allem darin ausdrückt, dass man die guten Vorsätze nicht gleich wieder durch eine Kündigung torpediert.

Wenn allerdings die Verkäufer dieser Verträge so richtig gut sind und tagtäglich ihre volle Sales-Power zur Geltung bringen, treibt dies trotz allem die Zahl der „Willigen“ mit der Zeit nach oben. Was leider mit teils längerer Wartezeit an den Geräten verbunden ist, wenn man zur falschen Zeit am richtigen Ort erscheint. Noch enger wird’s dann im Schwimmbad, wo die paar Bahnen oft bis an die Kapazitätsgrenze belegt sind.

Aber ich hatte vor einiger Zeit Glück. Denn ein Mitschwimmer gab mir den heißen Tipp: „Komm am besten um 17.30 Uhr und du hast freie Bahn“. Eine Empfehlung, die wirklich gut war. Zumindest eine Zeit lang, bis sich der Geheimtipp (weil jeder einen besten Freund hat) herumgesprochen hatte. Ich aber, nicht faul, reagierte prompt und kam einfach eine Viertelstunde früher ins Bad und hatte wieder meine Bahn für mich. Eine Idee, auf die andere Sportsfreunde natürlich mit der Zeit auch kamen. Mittlerweile ist die beste Zeit, im Hallenbad zu schwimmen, auf 15.30 Uhr vorgerückt.

Natürlich ist alles eingepreist

Ähnliches scheint derzeit auch beim DAX stattzufinden, wo die Börsianer seit Tagen so mit Spannung auf die morgige Sitzung der europäischen Zentralbank warten, dass man es nicht mehr hören kann…

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GoldbergEin Beitrag von Joachim Goldberg.

Er beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander.
Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


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