Zinsen bleiben niedrig – Steigende Börsenkurse voraus?

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Am kommenden Donnerstag tagt wieder die Europäische Zentralbank (EZB). Die nächste Zinsentscheidung steht an. Weil die Inflation im Euroraum auf historisch niedrigem Niveau verharrt (0,5 Prozent im Vormonat), ist mit einer Anhebung des Leitzinses nicht zu rechnen. Erwartet wird eine Fortsetzung der „lockeren“ Geldpolitik seitens der EZB, ggf. sogar eine weitere Leitzinssenkung.
Für Sie als Aktieninvestor sind das gute Aussichten auf die weitere Börsenentwicklung.

Aktien rauf, Zinsen runter!

Der nachfolgende Chart zeigt die Entwicklung des deutschen Aktienindex DAX im Vergleich zur Zinsentwicklung 10-jähriger deutscher Staatsanleihen seit 1988 (logarithmisch).

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Die „Schere“ zwischen Aktien- und Zinsentwicklung ist sukzessive größer geworden. Ein niedriges bzw. sinkendes Zinsumfeld bleibt attraktiv für die Börsenkurse.

Point & Figure Chart (P&F) positiv für Anleihekurse!

Die Kurse festverzinslicher Wertpapiere entwickeln sich genau entgegengesetzt zur Zinsentwicklung. D.h., wenn das allgemeine Zinsniveau fällt, steigen die Kurse an, insbesondere bei Staatsanleihen höchster Bonität.

Seit Jahren ist das Zinsniveau in Deutschland sehr niedrig, auch zur Freude heimischer „Häuslebauer“, die bei einer Kreditfinanzierung von günstigen Zinskonditionen profitieren. Sparer hingegen klagen seit entsprechend über zu niedrige Verzinsung ihrer Spareinlagen, die oft nicht mal die Teuerungsrate ausgleicht. Daran wird sich unseres Erachtens vorerst nichts ändern. Im Gegenteil: Wie der P&F Chart zeigt, ist das Zinsniveau wieder auf dem Weg nach unten.

Zwei Verkaufssignale, daher „Rekordtief“ in Sicht!

In diesem Jahr signalisierte der P&F Chart bereits zwei Verkaufssignale und somit einen weiteren Zinsrückgang. Im Januar wurde das erste Verkaufssignal erreicht (Unterschrieten der Linie 1). Eine Bestätigung des Abwärtstrends erfolgte im April (Linie 2). Derzeit notieren 10-jährige deutsche
Staatsanleihen bei einem Zinsniveau von rund 1,36 Prozent. Eine „hohe“ Verzinsung sieht anders aus. Der Tiefpunkt beim P&F Chart liegt im Bereich von 1,15 Prozent (Linie 3). Davon sind wir derzeit noch ein Stück entfernt, jedoch auf dem besten Wege, das Tief in diesem Jahr erneut zu erreichen.

Mit einem nachhaltigen Aufwärtstrend der Zinsen ist vorerst nicht zu rechnen. Erst wenn der Widerstand (Linie 4) bei gut 2 Prozent überwunden werden kann, ist von einem nachhaltigen Anstieg auszugehen.

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Eingangs haben wir geschrieben, dass insbesondere Staatsanleihen guter Bonität bei sinkenden Zinsen im Kurs steigen. Solle man daher jetzt nicht deutsche Staatsanleihen kaufen?

Antwort: „Nein!“ Selbst wenn das Zinsniveau sein Tief (Linie 3) bei 1,15 Prozent erreicht, würde das Kurspotential nur „magere“ zwei Prozent betragen. Dies entspricht noch nicht einmal der Dividendenrendite von soliden deutschen Unternehmen wie dem Chemieriesen BASF (WKN BASF11) (aktuell: 3,4 Prozent).

Fazit

Zinsen haben wieder den Rückwärtsgang eingelegt. Wie die Vergangenheit zeigt, ist das ein positives Zeichen für Aktienkurse. Wir bleiben also optimistisch für Aktien.

Stand: 03.06.2014 – Ein Gastkommentar der Redaktion des Börsendienstes „Der Börsen-Berater“. Mehr Informationen unter www.boersen-berater.de


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