Wochenrückblick KW22: Commerzbank und Co. unter Druck, DAX kämpft um Rekordhoch

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Die Hausse nährt die Hausse ist ein bekanntes Börsenbonmot. Angesichts der starken Performance der letzten Tage könnte die runde 10.000er Marke im DAX also keineswegs das Ende des aktuell laufenden Bullenmarktes sein. Die Rahmenbedingungen lassen jedenfalls keinen baldigen Trendwechsel vermuten. Im DAX bleibt daher genügend Potenzial vorhanden, denn nur die wenigsten Aktien notieren überhaupt in der Nähe ihrer Rekordhochs.
Definitiv weit davon entfernt sind die Bankwerte Commerzbank (WKN CBK100) und Deutsche Bank (WKN 514000). Vor allem die jüngsten Rekordstrafen in den USA – BNP Paribas (WKN 887771) wurde offenbar zu über 10 Mrd. US-Dollar wegen Verstößen gegen US-Sanktionen verknackt – belasten die Zukunftshoffnungen der Anleger in Sachen Banken. Die Forderungen in den USA werden immer größer und sorgen neben handfesten finanziellen Einbußen auch für Imageverluste in ernomem Ausmaß. Für eine Erholung von Commerzbank-Aktien und Co. ist es in diesem Umfeld natürlich schlecht bestellt.

Aus Deutschland

Offenbar will der Industrieriese Siemens (WKN 723610) mehr als 11.000 Stellen abbauen. Die Kursreaktionen halten sich jedoch in Grenzen, denn diese Nachricht kommt nicht gerade überraschend. Konzernchef Joe Kaeser hatte die Eckpunkte für einen Konzernumbau bereits vorgestellt. Wichtiger dürfte es eher sein, wie das konkrete Angebot der Münchner für den französischen Konkurrenten Alstom aussehen wird. Mehr dazu hier.
Seit Anfang 2014 hat die SAP-Aktie (WKN 716460) etwas mehr als 10 Prozent an Wert eingebüßt. Dabei scheinen die meisten Marktteilnehmer davon überzeugt zu sein, dass Europas größter Softwarekonzern langfristig zu den Gewinnern in den Wachstumsfeldern Cloud Computing und Big Data gehören wird. Daher sollte auch die jüngste Kursschwäche des DAX-Papiers weniger Anlass zur Sorge sein, sondern vielmehr als willkommene Einstiegsgelegenheit dienen.
Die Osram-Aktie (WKN LED400) war zur Wochenmitte mit deutlichem Abstand Tagesverlierer im MDAX. Dabei kannte das Papier seit dem Börsendebut im vergangenen Jahr fast nur den Weg nach oben. Doch seit dem Allzeithoch von Anfang März bei knapp 51 Euro ist der Wurm drin. Nach einer Korrektur um rund ein Viertel trägt die nun gesenkte Umsatzprognose nicht gerade zur Stärkung des Anlegervertrauens bei – vor allem da einige Analysten die Gelegenheit für Kurszielsenkungen genutzt haben.
Seit einigen Wochen kommt die Evotec-Aktie (WKN 566480) kaum vom Fleck. Immerhin scheint das Papier jedoch inzwischen so etwas wie einen Boden erreicht zu haben, nachdem es mit dem Kurs nach dem Erreichen eines Mehrjahreshochs Ende 2013 um rund 30 Prozent in die Tiefe ging. Allerdings wollte der Funke für eine neuerliche Kursrallye trotz weiterer Erfolgsmeldungen in Sachen Forschungsallianzen und Übernahmen nicht so recht überspringen. Mehr dazu hier.
Spannende Kurschancen ergeben sich derzeit bei STRATEC Biomedical (WKN 728900). Mehr dazu aus Sicht von Point&Figure sowie eine passende Anlageidee finden sich in unserem aktuellen Newsletter. Wer die kostenfreie „Die Börsenblogger D-A-CH Rundschau“ jede Woche automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.

Internationales

Der morgendliche Kaffeegenuss ist in vielen Ländern kaum mehr aus dem Alltag wegzudenken. Angesichts des von Flexibilität und Mobilität geprägten Arbeitsalltags vieler Menschen ist auch der Kaffee unterwegs normal geworden. Doch das ist nur einer der Erfolgsfaktoren der weltgrößten Kaffeehauskette. Bei Starbucks (WKN 884437) läuft es auch sonst rund.
Das ist doch bestimmt schon jedem einmal passiert, dass man sich gefragt hat,: “Woher weißt du das?“ Darauf kam dann der blöde Spruch „Das hat mir ein Vögelchen gezwitschert.” Und genau so heißt einer der bekanntesten und sehr beliebten “Blogs”, oder zumindest ist Gezwitscher die deutsche Übersetzung von Twitter (WKN A1W6XZ).
Dank ungewöhnlich hoher Temperaturen fiel das saisonal schwache Winterquartal für den österreichischen Baukonzern STRABAG (WKN A0M23V) 2014 besser als im Vorjahr aus. Allerdings bleiben die Marktbedingungen herausfordernd, so dass man auf Unternehmensseite für den weiteren Jahresverlauf nicht gerade Optimismus versprühte. Mehr dazu hier.
Auch wenn der österreichische Versicherer Vienna Insurance (WKN A0ET17) im ersten Quartal 2014 einen Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum verbuchen musste, zeigten sich die Investoren mit dem vorgelegten Zahlenwerk überwiegend zufrieden. Schließlich konnten die Markterwartungen übertroffen werden und alle Segmente und Märkte in die Gewinnzone zurückkehren. Mehr dazu hier.
Der weltgrößte Nahrungsmittelhersteller Nestlé (WKN ) möchte auch weiterhin von dem starken Wachstum in den Schwellenländern profitieren. Allerdings haben negative Wechselkurseffekte und die wirtschaftliche Schwäche in Südeuropa zuletzt dafür gesorgt, dass die Schweizer in Sachen Umsatzwachstum nicht immer an die Erwartungen heranreichen konnten. Mit dem Ausbau des Geschäfts mit Gesundheitsprodukten soll das Wachstum nun auf eine breitere Basis gestellt und für eine Fortsetzung der seit Jahren anhaltenden Kursrallye der Nestlé-Aktie gesorgt werden. Näheres über die aktuellen Chancen beleuchten wir in unserem aktuellen Newsletter Die Börsenblogger D-A-CH Rundschau. Wer das kostenfreie PDF jede Woche automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen nimmt die Berichtssaison immer mehr ab. So berichten in der nächsten Woche u.a. Hertz Global, Krispy Kreme (Montag); Dollar General (Dienstag); Ciena, Cooper Cos., Navistar (Donnerstag) über das abgelaufene Quartal. Allerdings finden zahlreiche Hauptversammlungen statt.

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Montag
09:55 Uhr: D; Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (Mai)
10:00 Uhr: EU; Einkaufsmanagerindex verarb. Gewerbe (Mai)
14:00 Uhr: D; Verbraucherpreise (Mai)
16:00 Uhr: USA; ISM-Index verarbeitendes Gewerbe (Mai)
16:00 Uhr: USA; Bauausgaben (April)

Dienstag
11:00 Uhr: EU; Verbraucherpreise (Mai)
11:00 Uhr: EU; Arbeitslosenquote (April)
16:00 Uhr: USA; Auftragseingang Industrie (April)

Mittwoch
09:55 Uhr: D; Einkaufsmanagerindex Dienste (Mai)
10:00 Uhr: EU; Einkaufsmanagerindex Dienste (Mai)
10:00 Uhr: EU; Einkaufsmanagerindex Gesamt (Mai)
11:00 Uhr: EU; Erzeugerpreise (April)
11:00 Uhr: EU; BIP (1. Quartal)
14:15 Uhr: USA; ADP Report (Mai)
14:30 Uhr: USA; Handelsbilanzsaldo (April)
14:30 Uhr: USA; Produktivität (1. Quartal)
16:00 Uhr: USA; ISM-Gesamtindex nicht-verarbeit. Gewerbe (Mai)
20:00 Uhr: USA; Fed Beige Book

Donnerstag
08:00 Uhr: D; Auftragseingang Industrie (April)
11:00 Uhr: D; Einzelhandelsumsatz (April)
13:45 Uhr: EU; EZB Zinsentscheid
14:30 Uhr: USA; Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)

Freitag
08:00 Uhr: D; Leistungsbilanzsaldo (April)
08:00 Uhr: D; Warenausfuhr / -einfuhr (April)
08:00 Uhr: D; Nettoproduktion (April)
14:30 Uhr: USA; Arbeitslosenquote (Mai)
21:00 Uhr: USA; Verbraucherkredite (April)

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


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