Wochenrückblick KW21: E.ON und RWE im Visier der Bullen, DAX auf Rekordkurs

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Bildquelle: dieboersenblogger.de

Die Anleger konnten in der vergangenen Woche das Rekordhoch der Vorwoche zwar nur von Ferne in Augenschein nehmen. Dennoch schloss der DAX am Ende so hoch, wie nie zuvor. Angesichts zahlreicher Hauptversammlungen und der politischen Unsicherheit aus Richtung der am Sonntag zu Ende gehenden Europawahl waren die Bullen mit angezogener Handbremse unterwegs – zumindest bis zum Freitagmittag. Alles in allem konnten insbesondere zwei Werte für Furore sorgen: die Versorger E.ON (WKN ENAG99) und RWE (WKN 703712).
Es ist vor allem die Debatte um die Zukunft der deutsche Kernkraftwerke, die die Aktien beflügelt. Nachdem zuletzt eine von den Versorgern ins Gespräch bundesweite Fondslösung für alle Kernkraftwerke für Unruhe sorgte, scheint sich die anfängliche Ablehnung in eine Diskussion zu wandeln. Für die beiden großen wäre ein Tausch der Kraftwerke inklusive der Rückstellungen für den Rückbau gegen absolute Planungssicherheit ein großer Gewinn. Die beiden Branchenführer könnten sich dann mit voller Kraft auf die Energiewende einstellen. Beide Aktien könnten dann endlich ihre Tiefs der vergangenen Jahre zu recht hinter sich lassen.

Aus Deutschland

Die beiden vergangenen Geschäftsjahre hielten für den Industriegase-Spezialisten Linde (WKN 648300) auf der Ergebnisseite als auch bei den Umsätzen neue Rekorde bereit. Zuletzt konnten die Anleger selbst über die ungünstige Wechselkursentwicklung hinwegsehen und der Linde-Aktie zu einem neuen Allzeithoch verhelfen. Näheres über die aktuellen Chancen beleuchten wir in unserem aktuellen Newsletter Die Börsenblogger D-A-CH Rundschau. Wer das kostenfreie PDF jede Woche automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.
Die Deutsche Bank (WKN 514000) konnte im ersten Quartal 2014 trotz eines deutlichen Gewinnrückgangs besser abschneiden als man dies am Markt erwartet hatte. Allerdings zeigten sich die Investoren beim deutschen Branchenprimus zuletzt vor allem wegen der im Vergleich zu anderen Instituten geringen Eigenkapitalausstattung sehr kritisch. Mit der nun angekündigten Kapitalerhöhung um 8 Mrd. Euro sollte der Befreiungsschlag gelingen. Jedoch gibt es Zweifler, die selbst die nun zweitgrößte Kapitalerhöhung der Firmengeschichte nicht für ausreichend halten. Mehr dazu hier.
Daimler (WKN 710000) konnte zuletzt mit seiner Pkw-Marke Mercedes-Benz bei den Autoabsätzen den Rückstand auf die weltweite Nummer eins unter den Premiumherstellern BMW (WKN 519000) verkürzen. Gleichzeitig sollen weitere Restrukturierungsmaßnahmen den Rückstand in Sachen Rentabilität gegenüber der Konkurrenz verringern und für eine Fortsetzung des nun schon seit etwa zwei Jahren anhaltenden Aufwärtstrends bei der Daimler-Aktie sorgen.
Die europäische Stahlkrise ist noch längst nicht ausgestanden. Trotzdem besteht die Hoffnung, dass es zumindest erst einmal nicht schlimmer wird und wir mit einer wirtschaftlichen Erholung sowie den langsam greifenden Restrukturierungsmaßnahmen der Stahlproduzenten bald wieder erfreulichere Nachrichten aus der gebeutelten Branche vernehmen werden. Dabei könnte Salzgitter (WKN 620200) in einem besonderen Maße von einer Erholung profitieren.

Internationales

Spannende Kurschancen ergeben sich derzeit bei der Swisscom (WKN 916234). Mehr dazu aus Sicht von Point&Figure sowie eine passende Anlageidee finden sich in unserem aktuellen Newsletter. Wer die kostenfreie „Die Börsenblogger D-A-CH Rundschau“ jede Woche automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.
Im Zuge der Ukraine-Krise schadete dem österreichischen Öl- und Gasfeldausrüster C.A.T. oil (WKN A0JKWU) seine hohe Abhängigkeit vom russischen Energiesektor. Immerhin diskutiert man in der EU und in den USA immer noch über wirtschaftliche Sanktionen. Dank des Gasvertrags im Volumen von 400 Mrd. US-Dollar zwischen China und Russland sowie der neuesten Übernahmegerüchte kommt dem Papier diese Abhängigkeit nun jedoch zugute.
Der Jahresstart 2014 ist beim österreichischen Ölfeldausrüster Schoeller-Bleckmann (SBO) (WKN 907391) nicht gerade berauschend ausgefallen. Allerdings wecken die deutlich verbesserte Auftragslage und der wachsende Energiehunger auf der Welt Kursfantasien beim ATX-Wert.
Bis Ende 2014 wird es den weltgrößten Video-on-Demand-Anbieter Netflix (WKN 552484) auch in Deutschland geben. Damit setzt das Unternehmen seinen Wachstumskurs auch außerhalb der USA fort. Allerdings ist es längst nicht sicher, dass man hierzulande diesen Erfolg wiederholen kann, so dass auch Zweifel bleiben, ob sich ein Einstieg in die ziemlich teure Netflix-Aktie überhaupt lohnt.
Nachdem Apple (WKN 865985) und Google (WKN A0B7FY) ihre Patentstreitigkeiten nun beigelegt haben, könnten wir möglicherweise bald sogar ein Ende der weltweit ausgefochtenen Gerichtsprozesse zwischen dem Apfelkonzern und Samsung erleben, von dem am Ende alle profitieren könnten. Mehr dazu hier.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen nimmt die Berichtssaison immer mehr ab. So berichten in der nächsten Woche u.a. AutoZone, C.A.T. Oil, Hornbach, KWS SAAT, SLM Solutions, Vienna Insurance (Dienstag); Michael Kors, STRABAG (Mittwoch); Abercrombie & Fitch, Costco (Donnerstag); Big Lots (Freitag) über das abgelaufene Quartal. Zudem finden zahlreiche Hauptversammlungen statt.

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Dienstag
14:30 Uhr: USA; Auftragseingang Investitionsgüter und langl. Güter (April)
15:00 Uhr: USA; Case-Shiller-Hauspreisindex (März)
15:00 Uhr: USA; FHFA Hauspreisindex (März)
16:00 Uhr: USA; Verbrauchervertrauen Conference Board (Mai)

Mittwoch
08:00 Uhr: D; Einfuhrpreise (April)
08:00 Uhr: D; GfK Konsumklima (Juni)
09:55 Uhr: D; Arbeitslosenquote (Mai)
11:00 Uhr: EU; Economic Sentiment (Mai)

Donnerstag
14:30 Uhr: USA; Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
14:30 Uhr: USA; BIP (1. Quartal)
16:00 Uhr: USA; Schwebende Hausverkäufe (April)

Freitag
08:00 Uhr: D; Einzelhandelsumsatz (April)
14:30 Uhr: USA; Persönliche Einnahmen (April)
14:30 Uhr: USA; Private Konsumausgaben (April)
15:45 Uhr: USA; Einkaufsmanagerindex Chicago (Mai)
15:45 Uhr: USA; Verbrauchervertrauen Uni Michigan (Mai)

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