Erste Group: Wachstumsstarker Finanztitel

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Bildquelle: Pressefoto Erste Group © fischka.com

Diblo Nachgefragt

In unserer Interview-Reihe wollen wir Unternehmen aus der D-A-CH-Region die Möglichkeit geben, sich kurz und knapp zu präsentieren. Die Idee hinter „Die Börsenblogger nachgefragt“ ist es, wenig bekannte Unternehmen vorzustellen, um so auch das Interesse von Investoren zu wecken, die bisher nur auf deutsche Blue Chips fixiert waren. Neben dem anfänglichen Standardfragebogen wird künftig jedes Quartal bzw. Halbjahr der Gesprächsfaden erneut durch aktuelle Fragen aufgenommen. Wir hoffen dadurch, auch ein wenig einen kleinen Teil zur Verbesserung der Aktienkultur in Deutschland beitragen zu können.

Franz Hochstrasser, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Erste Group Bank AG
Franz Hochstrasser, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Erste Group Bank AG
Heute richtet sich der Blick auf den österreichischen Bankentitel Erste Group (WKN 909943). Als Gesprächspartner stand uns Franz Hochstrasser, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Erste Group Bank AG, Rede und Antwort.

Die Börsenblogger: Erklären Sie kurz, was ihr Unternehmen macht?

Franz Hochstrasser: Die Erste Group ist der führende Finanzdienstleister im östlichen Teil der Europäischen Union. Mit einem verwalteten Vermögen von rund 49,2 Mrd. Euro ist Erste Group der größte Vermögensverwalter der Region.

Die Börsenblogger: Nennen Sie die drei wichtigsten Elemente ihrer Equity-Story

Franz Hochstrasser: Nach unserem Gang an die Wiener Börse im Jahr 1997 haben wir unser Geschäft im östlichen Teil der EU ausgebaut und betreuen heute 16,4 Millionen Kunden in Österreich, Tschechien, Rumänien, Slowakei, Ungarn, Kroatien und Serbien. Wir zählen in allen unseren Ländern zu den Marktführern im Privat- und Kommerzkundengeschäft, sowie zu den TOP 3 beim kommerziellen Immobiliengeschäft, bei Kapitalmarkttransaktionen und der Emission von Staatsanleihen.

Die Börsenblogger: Welches sind die drei bedeutendsten Punkte für ihr Geschäft in den nächsten Jahren?

Franz Hochstrasser: Aufgrund unserer länderübergreifenden Struktur ist für uns wichtig, dass eine möglichst einheitliche Ausgestaltung der geplanten Bankenunion beschlossen wird. Zweitens ist es aus unserer Sicht zentral, dass sich das Vertrauen der Menschen im östlichen Teil der EU wieder verbessert: Seit Anfang des Jahres wächst die Wirtschaft größtenteils wieder, jedoch spiegelt sich dies vorerst kaum in der Kreditnachfrage. Insgesamt erwarten die Analysten für die Region in diesem Jahr ein Wirtschaftswachstum von 2,5 Prozent. Zudem würden die rund 170 Mrd. Euro umfassenden EU-Kohäsionsfonds für Verkehr-, Energie- und Telekommunikation das durchschnittliche BIP-Wachstum zusätzlich um bis zu 0,8 Prozentpunkte steigern, bei einer gleichzeitigen Absorptionsrate von 90 Prozent. Der dritte wichtige Punkt hängt eng mit den beiden vorhergehenden zusammen: Bis sich die finanzielle und wirtschaftliche Lage in Europa dauerhaft stabilisiert hat, wird es bei einem niedrigen Zinsniveau bleiben. Da wir in unseren Märkten ein überdurchschnittliches Wachstum erwarten, sind wir in dieser Beziehung in einer vergleichsweise komfortablen Situation.

Filiale der Erste Group
Filiale der Erste Group
Die Börsenblogger: Welche sind die wichtigsten Entwicklungen in Ihrer Branche?

Franz Hochstrasser: Neben dem Zins- und Renditetief ist hier vor allem die Regulierung zu nennen. Die Vielzahl neuer Vorgaben auf EU- und nationaler Ebene stellt eine große Herausforderung für den Finanzsektor dar – nicht nur in finanzieller, sondern auch in administrativer und technologischer Hinsicht. Besonders kritisch ist die Tatsache, dass dabei bisweilen der Wettbewerbsaspekt unberücksichtigt bleibt. So gibt es in vielen Bereichen neue Anbieter, die zum Beispiel mit neuen Technologien und Geschäftsmodellen auf den Markt drängen, aber nicht denselben Vorschriften unterliegen wie herkömmliche Banken und Versicherungen. Das ist mehr als ärgerlich. Unsere Branche muss hier nicht nur aus Eigeninteresse entgegensteuern, sondern auch aus gesellschaftlicher Verantwortung. Schließlich hat uns die amerikanische Subprime-Krise gelehrt, in welche Gefahr wir uns begeben, wenn die Aufsichtsbehörden einen Teil der Finanzdienstleistungsbranche nicht auf dem Radar haben.

Die Börsenblogger: Was bietet ihr Unternehmen besonderes für Kleinanleger?

Franz Hochstrasser: Die Aktie der Erste Group ermöglicht es Kleinanlegern, in einen wachstumsstarken Finanztitel mit transparentem und solidem Geschäftsmodell zu investieren. Darüber hinaus bieten wir Retailkunden mit unseren Anleihen, Investmentfonds und Derivaten vielfältige Möglichkeiten, an der wirtschaftliche Entwicklung Mittel- und Osteuropas teilzuhaben. In Deutschland können zudem Banken, Sparkassen und Volksbanken sowie institutionelle Kunden wie beispielsweise Versicherungen, Versorgungswerke oder Pensionskassen aus der gesamten Kapitalmarkt-Produktpalette der Erste Group in Mittel- und Osteuropa schöpfen.

Die Börsenblogger: Vielen Dank für das Interview.

Wir werden die Reihe in den nächsten Wochen unregelmäßig fortsetzen.

Bildquellen: Pressefoto © Erste Group © fischka.com © Daniela Beranek


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