DAX: Von der Kontrollillusion zum Kontrollverlust

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse

Nein, von einer Kontrollillusion der Börsianer kann man derzeitig nicht sprechen, da die meisten von ihnen hierzulande derzeit ohnehin nicht das Gefühl haben, die Lage am Aktienmarkt zu durchschauen oder im Griff zu haben. Da steigt der DAX auf ein neues Allzeithoch, um danach gleich wieder in die Knie zu gehen, aber dennoch nicht so stark, dass sich darüber jemand aufregen würde. Interessant wird es allenfalls, falls es das Börsenbarometer tatsächlich schaffen sollte, die 10.000er Marke doch noch in Kürze zu überqueren, weil es dann der letzte Skeptiker schwarz auf weiß hätte: Die Börse geht wirklich nach oben. Auch wenn es sich bei der 10.000 nur um eine runde, aber völlig dennoch überbewertete Zahl handelt.

Aber auch diejenigen, die den DAX bis dahin immer noch in einer breit angelegten Seitwärtsbewegung gewähnt haben mögen, und im Vertrauen auf diese Konsolidierung zwischen grob 9.100 und knapp 9.700 Zählern seit Jahresanfang erfolgreich unten gekauft und oben verkauft haben, könnten angesichts dieser kleinen Erfolgsserie und des Gefühls, den Puls der Märkte in diesem Jahr bislang besonders gut gefühlt zu haben, dann plötzlich das Gefühl bekommen, dass Ihnen die Kontrolle über dieses sicher geglaubte Szenario verloren zu gehen droht.

Vielleicht mag deswegen mein zweiter Beitrag zum Kontrollbedürfnis der Anleger, den ich am Donnerstag in Goldbergs Thema des Monats für die WGZ Bank hier erstellt habe, gerade zum richtigen Zeitpunkt kommen. Denn es geht dieses Mal darum, wie aus einer Kontrollillusion (oft sehr spät) mit einem Mal Defizite oder gar ein kompletter Kontrollverlust entstehen können und welche Symptome diesen Übergang kennzeichnen.

Joachim Goldberg beschäftigt sich seit mehr als 30 Jahren mit dem Zusammenspiel von Menschen und Märkten. Bis heute faszinieren ihn die vielen Facetten, Nuancen, Geschichten, Analysen und Hintergründe, die sich in der weißgezackten Linie auf der großen Börsenkurstafel niederschlagen. Aber erst mit der Entdeckung der psychologischen Einflüsse auf die Finanzmärkte meint der studierte Bankfachwirt und frühere Devisenhändler dem, was die Welt der Finanzen antreibt und bewegt, nahe gekommen zu sein. Seitdem setzt er sich intensiv mit der ”Behavioral Finance” genannten verhaltensorientierten Finanzmarktanalyse auseinander. Joachim Goldberg schreibt regelmäßig auf seinem Blog www.der-goldberg.de.

Bildquelle: Pressefoto Deutsche Börse


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