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Wir brauchen wieder mehr (Unternehmens-)Stars

Vergangene Woche kam spät Abends ein interessanter Bericht über die Geschichte der ostdeutschen Solar-Pioniere. Firmen wie Solon oder Q-Cells sind ja heute längst bekannte Unternehmen, waren aber anfänglich nur durch viel Idealismus zu Stande gekommen. Und genau bei dem längst „bekannt“ bin ich irgendwie in den letzten Tagen immer wieder hängen geblieben. Wirklich weltbekannt sind die deutschen Solar- und Windenergieunternehmen nämlich nicht.

Die asiatischen Stars

Diesen Platz haben andere Unternehmen (vornehmlich aus Asien) eingenommen. Und auch in anderen „neuen“ Sektoren sieht es nicht anders aus. Deutschland hängt noch immer an den guten alten Industriebranchen: dem Automobilbau, sowie dem Maschinen- und Anlagenbau. Da lässt sich zweifelsohne (noch) gutes Geld verdienen. Aber Innovationen? Das heutige Auto ist im Prinzip noch immer so wie es Carl Benz einmal erfunden hat… die Eisenbahn fährt (zwar schneller) aber vom Prinzip her immernoch wie sie im 19. Jahrhundert in Großbritannien die Leute erschreckt hat. Die Druckmaschine aus dem Hause Heidelberg druckt vom Prinzip her noch immer so, wie man im Wilden Westen die „Wanted“-Plakate gedruckt hat. Damit wirkt die deutsche Wirtschaft eher wie ein gutversorgter, ruhiger Großvater, der aber weder Kinder noch Enkel hat, denn als agiler Trendsetter, der wieder richtig Gas gibt.

Innovationen?

Denn wo sind die Entwicklungen im Bereich der Verkehrstechnologie? Der Transrapid fährt in Shanghai. Woher kommt das Knallerprodukt im IT-Bereich? Nicht aus Deutschland. Das letzte zu Weltrang gekommenen Unternehmen ist SAP und die feiern bald ihren 40. Geburtstag. Das gefühlte Alter der DAX-Unternehmen ist eher dreistellig. Nicht dass man mich falsch versteht: Erfahrung ist wichtig. Aber Erneuerung muss auch stattfinden. Und die sehe ich nicht. Woher kommt neues aus der Biotech- oder der Nanotechbranche? Nicht aus Deutschland. Innovative Mittelständler kommen meist über das Nischendasein nicht hinaus oder werden bei Erfolg zügig von ausländischen Konzernen übernommen.

Lichtblick Erneuerbaren Energien

Gut, die Unternehmen rund um die erneuerbaren Energien waren ganz erfolgreich, aber schon der Rückgang des Ölpreises sorgt hier für Existenzängste. Zukunftsfähige Branchen sehen anders aus. Und auch hier hat sich der ein oder andere unter das Dach von altbekannten Konzernen gerettet. Was dieses Land braucht sind innovative Unternehmen und Unternehmer. Diese müssen wachsen und sich zu neuen (Unternehmens-)Stars entwickeln. Die Konzernlandschaft braucht einfach immer wieder Erneuerung.

Wie der Zufall es will, hat das Handelsblatt eine interessante Übersicht veröffentlicht: Die kommenden Weltmeister 2009. Dabei hat die Zeitung zusammen mit dem Wirtschaftsprofessor Bernd Venohr die 100 kommenden Weltmarktführer beispielhaft zusammengestellt. Generell eine schöne Übersicht, nur finde ich hier nur bedingt wirklich zukunftsträchtige Unternehmen. Aber am besten macht sich jeder selbst ein Bild.


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