Deutsche Telekom: Kurspotenzial ausgeschöpft?

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Bildquelle: Pressebild Deutsche Telekom

Eine Verdreifachung des Nettogewinns und ein deutlicher Umsatzanstieg wirken zunächst einmal sehr beeindruckend. Allerdings zeigt sich bei einem zweiten Blick auf die jüngsten Ergebnisse der Deutschen Telekom (WKN 555750), dass die Bonner für den Erfolg in den USA teuer bezahlen mussten, während die Erlöse in Deutschland und im Europa-Geschäft schrumpften. Zudem profitierte man von positiven Einmaleffekten. Damit die T-Aktie wieder so richtig in Schwung kommt, bräuchte es also schon ein konkretes Angebots für T-Mobile US (WKN A1T7LU).

Zwar konnte die Deutsche Telekom den Konzernüberschuss gegenüber dem Vorjahr auf 1,8 Mrd. Euro mehr als verdreifachen, allerdings war dafür hauptsächlich der Verkauf von Scout24-Anteilen verantwortlich. Bereinigt um diesen Einfluss ergab sich ein Minus von 23,5 Prozent auf 587 Mio. Euro. Dabei machte sich vor allem der Rückgang beim bereinigten EBITDA um 3,9 Prozent auf 4,1 Mrd. Euro bemerkbar. Dieser war wiederum den enormen Investitionen zur Gewinnung neuer Kunden in den USA geschuldet.

Die Investitionen trugen jedoch auch Früchte. Immerhin konnten zwischen Januar und März in den USA 2,4 Millionen Neukunden gewonnen werden. Konzernweit stieg der Umsatz um 8,0 Prozent auf 14,9 Mrd. Euro. Allerdings profitierte das DAX-Unternehmen auch von der Fusion mit MetroPCS. Wechselkurs- und portfoliobereinigt konnte immerhin ein Plus von 4,2 Prozent erzielt werden. Während die Umsätze in den USA selbst ohne die Fusion mit MetroPCS dank der Ausgaben für die Kundengewinnung um 16,4 Prozent stiegen, fielen die Erlöse in Europa organisch um 2,6 Prozent und in Deutschland um 1,5 Prozent.

Trotzdem konnten die Jahresziele bestätigt werden, wonach das bereinigte EBITDA 2014 leicht von 17,4 Mrd. Euro im Vorjahr auf 17,6 Mrd. Euro ansteigen soll. Auch wenn die Prognose bestätigt werden konnte und die Deutsche Telekom selbst auf dem Heimatmarkt einige Erfolge wie den Kundenzustrom im Mobilfunkgeschäft verbuchen konnte, bleibt die Frage nach dem Kurspotenzial für die T-Aktie – vor allem da das Papier seit Mitte 2013 deutlich an Wert zulegen konnte.

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Damit weiteres Potenzial geweckt wird, müssten sich Sprint und die japanische Muttergesellschaft Softbank endlich für ein konkretes Angebot für die US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom entscheiden, da mit den schwachen Wachstumszahlen in Europa, dem Umbau bei T-Systems oder dem weiteren Erfolg der Marketingmaßnahmen in den USA genügend Unsicherheiten vorhanden sind. Wer auf steigende Kurse der T-Aktie setzen möchte, könnte es mit dem Hebelprodukt mit der WKN HY0843 versuchen.

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Bildquelle: Pressebild Deutsche Telekom


2 KOMMENTARE

  1. Ein Glück für die Telekom das es in den U.S.A. so gut läuft. In Deutschland scheint der Focus auf den Netzausbau im Bereichen der Highspeed-Internetanschlüße zu liegen. Die Strategie der Telekom , nämlich Qualität zu verkaufen, ist meiner Meinung nach nur weiterhin in Zukunft möglich, sofern die Preise sinken. Wenn man sich die Einkommensverteilung anguckt, wird man ziemlich schnell feststellen das die meisten, Telekom Angebote, schlicht zu Teuer für viele Bürger/Bürgerinnen sind. Der Boom der Mobilfunkdiscounter bestätigt diese Hypothese. Der Kundensupport und die Kundenbindung sind herrvorragend von der Telekom. Für die Zukunft gilt es auch weiterhin neue Kunden zu überzeugen. Meiner Meinung nach gewinnt der erste Provider das Rennen ,der es schafft, die Umstellung von umts auf LTE preisgünstig anzubieten. Schönen Gruß

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