Erste Group: Die Risiken bleiben

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Bildquelle: Pressefoto Erste Group © fischka.com

Die Zahlenvorlage im Banksektor war zuletzt ja nicht immer eine Freude. Man denke nur an manche US-Institute wie JPMorgan (WKN 850628). Dagegen konnte Deutschlands Branchenprimus Deutsche Bank (WKN 514000) überzeugen. Irgendwo dazwischen ist wohl die österreichische Erste Group Bank (WKN 909943) anzusiedeln. Doch vor allem bei den Österreichern bleiben auch Risiken.

Die Bank meldete beim Zinsüberschuss einen Rückgang von 1,2 Mrd. Euro auf 1,12 Mrd. Euro. Es wurde im Wesentlichen auf die verhaltene Kreditnachfrage bei anhaltend niedrigem Marktzinsniveau und Währungseffekte zurückgeführt. Dagegen stieg der Provisionsüberschuss, begünstigt durch das Wertpapiergeschäft, leicht auf 452 Mio. Euro an. Die Betriebserträge insgesamt beliefen sich daher auf 1,69 Mrd. Euro, nach 1,75 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Am Ende ergab sich ein Betriebsergebnis von 727 Mio. Euro (Vorjahr: 758 Mio. Euro). Ebenfalls eher schlechte Nachrichten gab es vom Eigenkapital. Die harte Kernkapitalquote lag bei 11,1 Prozent, nach 11,4 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Der Blick in die Zukunft fiel angesichts dieser Zahlen eher verhalten aus. Immerhin erwartet die Erste Group für 2014 stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen in ihren Märkten Österreich und Zentral- und Osteuropa. Vor diesem Hintergrund strebt die Bank an, das Betriebsergebnis mit etwa 3,1 Mrd. Euro stabil (+/- 2 Prozent) zu halten. Angesichts der bevorstehenden Asset Quality Review der EZB rechnet die Erste Group nicht mit einem über 5 Prozent hinausgehenden Rückgang der Risikokosten, das entspricht etwa einer Verbesserung auf 1,7 Mrd. Euro. Die Bank geht davon aus, dass 2014 in der österreichischen Steuergruppe keine latenten Steuern aktiviert werden, was zu einer deutlich erhöhten Steuerquote von etwa 40 Prozent führen wird. Der Rückgang der Bankensteuern von 311 Mio. Euro in 2013 auf etwa 270 Mio. Euro in 2014 sollte sich positiv auf den Jahresgewinn auswirken.

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Angesichts des verhaltenen Ausblicks rückt der Blick auf die Risiken. Generell sind hier neben dem Niedrigzinsumfeld vor allem das große Problempotenzial in Osteuropa zu nennen. Die zum Teil schlechte wirtschaftliche Entwicklung in manchen Regionen kann durchaus auch Effekte auf das Geschäft der Ersten haben. Nicht zu vergessen die Ukraine-Krise. Fundamental bleibt die Aktie mit einem 2015er KGV von unter 10 eher günstig. Charttechnisch wiederum sieht die Lage düster aus. Alle Indikatoren stehen auf rot. Einzig der noch leicht ansteigende GD200 könnte als positives Signal gewertet werden. Alles in allem sieht es also nicht gut aus für die Aktie von Österreichs führender Sparkasse.

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Bildquelle: Pressefoto Erste Group © fischka.com


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