Fragen der Woche: DAX, Amazon, Bankaktien

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Heute möchten wir eine neue Rubrik vorstellen: Fragen der Woche. Darin werden unsere Autoren einmal die Woche ausgewählte Fragen kurz und knapp beantworten. Heute nun die erste Ausgabe:

DAX

Immer wieder wird davon gesprochen, dass der DAX die 6000er Marke noch knacken wird. Aktuell sieht es ja nicht danach aus, oder? (Ines L. aus Berlin)

Manfred Weide: Die mittelfristig wichtigsten Unterstützungen könnten in dieser Woche unter dem Ansturm der Bären fallen. Strategisch wäre dies für den Aktienmarkt aber durchaus gesund…

Amazon

Amazon hat ja trotz Wirtschaftskrise richtig gute Zahlen vorgelegt. Kann diese Performance weiter gehalten werden? Und wie geht’s mit der Aktie weiter? (Dieter, ohne Ortsangabe)

Marc Schmidt: Generell kann man sagen Amazon hat sich zum Allround-Versender Nr. 1 gewandelt. Das Angebot stimmt und wird von vielen angenommen. In Deutschland fällt Amazon in die Lücke die nun Quelle aufgerissen hat. Interessant dazu auch ein Artikel in der aktuellen Ausgabe (44/09) der WirtschaftsWoche („Bison und Bücher“, S.79, bzw. hier). Die Amazon-Aktie ist zwar schon gut gelaufen, aber das auch zu Recht. Von daher wird das jüngste Allzeithoch wohl ab absehbare Zeit nicht das letzte gewesen sein!

Bankaktien

Bankaktien sind in letzter Zeit ja gut gelaufen. Lohnt sich da wieder ein Einstieg oder sollte man doch eher vorsichtig sein? (Udo aus Wien)

Christoph Scherbaum: Ich möchte es einmal so sagen. Aktuell erleben wir, dass sich die Aktienmärkte immer stärker von der Realwirtschaft abkoppeln. Man kann dies bestimmt nicht nur mit dem Spruch „an der Börse wird die Zukunft gehandelt“ einfach abhandeln. Wir hatten das schon einmal 1999. Da wurden Konzerne an der Börse bejubelt, weil sie trotz schlechter Zahlen diese schlechten Erwartungen „erfüllen“ konnten. Auf Bankaktien bezogen: Wenn wir einen Nullzins-Politik der Notenbanken haben, ist es nicht verwunderlich, dass Banken mit dem „billigen Geld“ beim Endkunden Gewinne machen. Auf der anderen Seite stehen Faktoren wie die Kreditklemme oder eine Kreditkartenblase. Ich würde bei Bankaktien, wenn ich überhaupt noch reingehen würde, mit verdammt engen Stopp-Loss arbeiten. Aus Risiko–Ertrags–Sicht halte ich aktuell einen Einstieg auf dem aktuellen Niveau für wenig attraktiv und halte eine starke Korrektur für mehr als realistisch. Ich glaube nicht an die heile Finanzwelt, die uns Goldman & Co. zuletzt veröffentlicht haben. Ich bin eher für solide Langfristanlagen mit guter Dividende wie beispielsweise im Bereich Energie, Pharma oder Telekom.


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