Villeroy & Boch: Dividendenrendite und Markenstärke

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Bildquelle: Pressefoto Villeroy & Boch

Diblo Nachgefragt

In unserer Interview-Reihe wollen wir Unternehmen aus der D-A-CH-Region die Möglichkeit geben, sich kurz und knapp zu präsentieren. Die Idee hinter „Die Börsenblogger nachgefragt“ ist es, wenig bekannte Unternehmen vorzustellen, um so auch das Interesse von Investoren zu wecken, die bisher nur auf Blue Chips fixiert waren. Neben dem anfänglichen Standardfragebogen wird künftig jedes Quartal bzw. Halbjahr der Gesprächsfaden erneut durch aktuelle Fragen aufgenommen. Wir hoffen dadurch, auch ein wenig einen kleinen Teil zur Verbesserung der Aktienkultur in Deutschland beitragen zu können.

Frank Göring, Vorstandsvorsitzender der Villeroy & Boch AG
Frank Göring, Vorstandsvorsitzender der Villeroy & Boch AG
Heute richtet sich der Blick auf den Keramikhersteller und SDAX-Wiederaufsteiger Villeroy & Boch (WKN 765723). Als Gesprächspartner stand uns Frank Göring, Vorstandsvorsitzender der Villeroy & Boch AG, Rede und Antwort.

Die Börsenblogger: Erklären Sie kurz, was ihr Unternehmen macht?

Frank Göring: Wir sind ein international führender Keramikhersteller und bieten privaten wie gewerblichen Kunden einerseits keramische Badkollektionen sowie Armaturen und Badmöbel für das „Bad aus einer Hand“ und andererseits hochwertiges Porzellan sowie Glas, Besteck und Accessoires für den „perfekt gedeckten Tisch“.

Die Börsenblogger: Nennen Sie die drei wichtigsten Elemente ihrer Equity-Story

Frank Göring: Erstens: Wir haben unser operatives Ergebnis seit 2009 regelmäßig gesteigert und unsere Renditeziele verlässlich erfüllt bzw. teilweise sogar übertroffen. Zweitens: Wir wollen unseren Umsatz nicht nur in 2014 um 3 bis 5 Prozent steigern, sondern nachhaltig, also Jahr für Jahr, spürbar wachsen. Dabei setzen wir einerseits auf den westeuropäischen Heimatmarkt als Rückgrat und andererseits auf Impulse aus unseren Investitionen in die Wachstumsregionen wie zum Beispiel Asien-Pazifik. Und drittens: In den kommenden zwei bis drei Jahren werden wir unsere Abläufe und Prozesse in Produktion und Verwaltung weiter verbessern. Diese Effizienzsteigerungen werden sich positiv auf die Bruttomarge und das operative Ergebnis auswirken

Die Börsenblogger: Welches sind die drei bedeutendsten Punkte für ihr Geschäft in den nächsten Jahren?

Frank Göring: Es muss uns gelingen, die Kraft der Marke Villeroy & Boch weltweit in Umsatzwachstum umzumünzen. Die Voraussetzungen dafür haben wir bereits geschaffen. Beispiel Asien-Pazifik: Hier haben wir die lokalen Teams in den asiatischen Fokusmärkten deutlich verstärkt und eine gemeinsame regionale Organisation für die beiden Unternehmensbereiche Tischkultur sowie Bad und Wellness aufgebaut. Außerdem haben wir eine logistische Plattform in China implementiert, um den Ausbau des Retail-Geschäfts voranzutreiben. Beispiel Nordamerika: Dort haben wir im Bereich Bad und Wellness das Vertriebsmodell dahingehend verändert, dass wir unsere Produkte ausschließlich über unseren japanischen Partner Toto verkaufen. Im ersten Jahr dieser strategischen Vertriebsallianz haben wir unsere Produkte in über 160 Showrooms platziert, Ende 2014 sollen es bereits derer 400 sein – eine sehr gute Basis also, um Villeroy & Boch vor Ort zu einer flächendeckend präsenten Bad-Marke auszubauen. Neben der richtigen Aufstellung in den unterschiedlichen Märkten wird es ebenso wichtig sein, die richtigen Produkte für die Bedürfnisse unserer Kunden zu entwickeln – und das für alle Zielgruppen, vom Single-Haushalt über die junge Familie bis hin zum Senioren-Ehepaar, und den speziellen Anforderungen ihrer kulturellen und regionalen Vielfalt.

Villeroy & Boch-Tischkulturproduktion in Torgau
Villeroy & Boch-Tischkulturproduktion in Torgau
Die Börsenblogger: Welches sind die wichtigsten Entwicklungen in Ihrer Branche?

Frank Göring: Im Bereich der Tischkultur geht der Trend weg vom kompletten Geschirrset für zwölf Personen – das Einkaufsverhalten hat sich massiv verändert. Wir verkaufen unsere Sortimente deshalb verstärkt anlass- und themenbezogen und geben den Kunden am Point of Sale immer wieder neue Kaufimpulse. Beispielsweise muss im Sommer das Thema Barbecue im Mittelpunkt der Warenpräsentation stehen, im September dann das Oktoberfest und danach unsere erfolgreichen Weihnachtsartikel. Außerdem werden Geschenksortimente immer wichtiger für die Tischkultur-Branche. Im Bereich Bad und Wellness sind ganz aktuell WCs mit offenem Spülrand, die sich deutlich besser reinigen lassen als herkömmliche Modelle, im Trend. Und mittel- bis langfristig sind Dusch-WCs ein ganz großes Thema. Unsere Experten schätzen, dass im Jahr 2020 10 bis 15 Prozent der deutschen Haushalte über ein WC dieser Art verfügen werden, weil sich der höhere Hygienefaktor durchsetzen wird.

Die Börsenblogger: Was bietet ihr Unternehmen besonderes für Kleinanleger?

Frank Göring: Villeroy & Boch besteht seit nunmehr 266 Jahren, verfügt über so viel Tradition auf der einen Seite und Innovationskraft auf der anderen und wird auch in den kommenden Jahren ein bedeutender Player in der Keramikbranche sein. Gleichzeitig haben wir noch genügend Potenzial, unsere Marke insbesondere im nicht-europäischen Ausland bekannter und umsatzstärker zu machen. Wer auf Villeroy & Boch setzt, baut also auf eine Mischung aus Beständigkeit und Wachstumsphantasie. Und, nicht zu vergessen: Wir bieten eine kontinuierliche Dividendenzahlung – in diesem Jahr 0,42 Euro pro Vorzugsaktie, was beim derzeitigen Kurs von 11,25 Euro einer Rendite von 3,7 Prozent entspricht.

Die Börsenblogger: Vielen Dank für das Interview.

Wir werden die Reihe in den nächsten Wochen unregelmäßig fortsetzen.

Bildquellen: Villeroy & Boch


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