Evotec, MorphoSys, BB Biotech & Co: Party schon zu Ende?

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Bildquelle: Pressefoto MorphoSys AG

Hierzulande übernehmen wir an den Börsen ganz gerne die Trends aus den USA. Daher war es wenig verwunderlich, dass Biotechnologieunternehmen wie Evotec (WKN 566480) und MorphoSys (WKN 663200) oder die im TecDAX gelistete Schweizer Beteiligungsgesellschaft BB Biotech (WKN A0NFN3) von der Euphorie um die US-Branchengrößen wie Gilead Sciences (WKN 885823) und Amgen (WKN 867900) sowie die vielen vielversprechenden Börsenneulinge aus dem Sektor mitgezogen wurden. Doch nun machen sich Sorgen breit, dass die Party zu Ende gehen könnte.

Nach vielen Jahren der Stagnation erlebte die Biotech-Branche zuletzt einen ordentlichen Schub. Dabei konnte sich der NASDAQ-Biotechnology-Index seit Ende 2011 bis zu seinem Hoch im Februar dieses Jahres in etwa verdreifachen. Doch in den vergangenen Wochen erlebte das Barometer einen satten Kurssturz um fast 20 Prozent, während beispielsweise die Aktie des Branchenriesen Gilead in der gleichen Zeit ebenfalls zweistellige Verluste verzeichnen musste. Dabei hatte die Biotech-Branche schon zu New Economy-Zeiten einen Boom erlebt, nur um dann schmerzhaft abzustürzen und reichlich Anlegervertrauen zu zerstören. Wiederholt sich hier vielleicht die Geschichte?

Immerhin gibt es heutzutage einige Aspekte, die anders sind als noch um die Jahrtausendwende. Zu den Vorreitern der Branche zählen Unternehmen wie Gilead Sciences oder Amgen, die längst mehrere bewährte Blockbuster-Medikamente am Markt etablieren konnten und milliardenschwere Umsätze und Gewinne verzeichnen. Außerdem bleibt die Pharmabranche auf die Innovationen aus dem Biotechnologiesektor angewiesen. Daher könnten auch die Biotech-Unternehmen hierzulande nach einer zwischenzeitlichen Korrektur die positive Entwicklung der vergangenen Monate fortsetzen.

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Ob die Kursrallye bei Evotec, MorphoSys, BB Biotech & Co fortgesetzt werden kann, hängt auch von der Stimmung rund um die US-Branchengrößen ab. Diese Stimmung hängt wiederum sehr stark von der Einstellung der Abgeordneten in den USA gegenüber neuen, jedoch sehr teuren Medikamenten aus der Biotech-Branche ab. Daher bleibt es spannend, ob Gilead, wie zuletzt von einigen Abgeordneten aufgefordert, den Preis von 1.000 US-Dollar pro Pille und Gesamtkosten von 84.000 US-Dollar für eine zwölfwöchige Behandlung mit dem Hepatitis-C-Präparat „Sovaldi“ rechtfertigen kann. Sollte dies nicht gelingen, könnte die gesamte Branche die teilweise aufgerufenen Mondpreise immer schlechter durchsetzen und die ersten Lichter ausgehen. Wer auf der Suche nach ertragreichen Aktien mit deutlich geringerem Risiko ist, sollte einen Blick in unseren Shop werfen.

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Bildquelle: Pressefoto MorphoSys AG

 


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