„Chart of Doom“: Wiederholt sich der Aktiencrash von 1929?

0
Bildquelle: dieboersenblogger.de

Lieber Leser, liebe Leserin,

es gibt ja immer wieder solche “Highlights” der Börsenwoche, die mich neben der alltäglichen Arbeit an den Point&Figure-Charts bewegen.

Das sind in der Regel auch Börsenthemen. Dabei finde ich besonders die spannend, die auch bei der Mehrzahl der Investoren ein Feedback auslösen. Denn dann wurde ein Nerv bei den Anlegern getroffen.

Ich bekomme das immer relativ schnell mit, weil mich meine Leser häufig nach meiner Meinung zu eben solchen massenwirksamen Themen fragen.

Und momentan ist “en vogue”:  Der Chart of Doom

Hier werden Parallelen zu der aktuellen Situation des Dow Jones zu der im Jahr 1929 kurz vor dem legendären Börsencrash gezogen.

Wie das grafisch aussieht, kann mir hier beispielhaft sehen.

Die Parallelen sind erst einmal verblüffend

Eingetragen ist hierbei als blaue Linie der Verlauf des Dow Jones in den Jahren 1926 bis 1929 und die Entwicklung des US-Leitindex in den vergangenen 3 Jahren in schwarz.

Auf den ersten Blick sind die Ähnlichkeiten verblüffend. Man könnte fast meinen, es handele sich um den duplizierten selben Chart.

Kein Wunder, dass unser Gehirn, das im Laufe der Evolution gelernt hat, aus vergangenen Ereignissen Folgerungen auf die Zukunft zu ziehen, den 1929er-Absturz an den aktuellen Chart anfügt. Konkret:

Betrachtet man diese Grafik, liegt die Folgerung, dass wir am Anfang eines gigantischen Crashs stehen, nahe.

Aber Vorsicht:

So einfach ist das mit der Börse dann doch nicht. Denn was auch Sie beim Anblick dieser Charts folgern, ist eine natürliche Reaktion Ihres Gehirns, die bereits in den Denkmustern unserer Primatenvorfahren verankert wurde.

Das Urzeit-Denken kommt durch

Das funktioniert auch prima bei Problemstellungen wie: ”Als gestern der Tiger zufällig hier auftauchte, wurde mein Rudelmitglied gefressen”.  Dass der Primat daraus folgerte, diese Stelle erst einmal zu meiden, wurde dann auch (meistens) belohnt. Er wurde nicht gefressen und gab diese Erfahrung an seine Nachkommen weiter.

Ob er allerdings gefressen worden wäre, wenn er dort gewesen wäre, ist ebenfalls fraglich, denn es ist nicht zwangläufig so, dass der Tiger unbedingt dann wieder an dieser  Stelle gewesen wäre.

Das wiederum konnte unser Vorfahr nicht überprüfen, denn er war ja nicht da. Wenn er stattdessen an einer anderen Stelle von einem Tiger gefressen wurde, konnte er diese Erfahrung leider nicht mehr in einem neuen Lernprozess ummünzen.

Mit dieser launigen Ausführung wollte ich Ihnen nur vermitteln, dass komplexere Vorgänge wie die Börse nur sehr schwerlich mit Reaktionen aus grauer Vorzeit des Analysten zu durchleuchten ist.  Dass die Börse selber sehr oft nach extrem primitiven Mustern funktioniert, ist wieder ein anderes Thema.

Langer Rede kurzer Sinn:

Ich möchte nicht abstreiten, dass es immer eine gewisse Wahrscheinlichkeit für einen Börsencrash gibt.

Aber sich dabei auf den oben gezeigten “Chart of Doom” zu berufen………So einfach ist es dann doch nicht.

In diesem Sinne und lassen Sie sich nicht vom Tiger fressen!

Ihr Jörg Mahnert

Bildquelle: dieboersenblogger.de


HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here