Facebook: Ein Eigentor?

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Bildquelle: Pressefoto Facebook

Zuletzt konnte das führende Soziale Netzwerk Facebook (WKN A1JWVX) die Anleger mit beeindruckenden Geschäftsergebnissen und vor allem mit dem starken Wachstum auf mobilen Geräten auf seine Seite ziehen. Doch mit dem WhatsApp-Deal könnte Facebook-Chef Mark Zuckerberg möglicherweise ein Eigentor geschossen haben.

Zugegeben, in der Vergangenheit gab es viele Deals in der Technologiebranche, die anfangs für reichlich Verwunderung gesorgt und sich am Ende als wahre Geniestreiche herausgestellt haben. Allerdings ist die Liste der Misserfolge ebenfalls sehr lang. Im Fall von Facebook und WhatsApp scheint man sich darüber einig zu sein, dass die Übernahme an sich Sinn ergibt. Zur gleichen Zeit scheint jedoch auch Einigkeit darüber zu herrschen, dass 19 Mrd. US-Dollar zu viel für einen fünf Jahre jungen Messenger-Dienst mit ein paar Dutzend Mitarbeitern sind.

WhatsApp kann bereits eine beachtliche Nutzerbasis von rund 450 Millionen Usern verzeichnen, wovon sogar etwa 70 Prozent den Dienst jeden Tag nutzen. Allerdings ist es fraglich, wie mit WhatsApp Geld verdient werden soll. Immerhin hat Zuckerberg Werbung zunächst ausgeschlossen. Gleichzeitig verlangt das Unternehmen für die Nutzung lediglich knapp 1 Euro nach dem ersten Jahr. Sollten die Kosten jedoch steigen, stehen genügend Alternativen für das Verschicken von Nachrichten, Bildern und Videos in den Startlöchern, die zudem in einigen Fällen eine bessere Verschlüsselung versprechen. Gerade dieser Aspekt ist in Zeiten der NSA-Spähaffäre nicht zu unterschätzen und wurde insbesondere zuletzt bei WhatsApp bemängelt.

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Angesichts dieser Unsicherheiten kann man es den Facebook-Verantwortlichen als Erfolg anrechnen, dass lediglich 4 Mrd. US-Dollar der Kaufsumme in bar bezahlt werden. Aber selbst das erscheint zu viel zu sein. Für den Rest werden die WhatsApp-Eigner mit Facebook-Aktien entlohnt. Dabei dürfte allein schon die Ausgabe neuer Papiere den Facebook-Aktienkurs unter Druck setzen. Sollte WhatsApp dann auch wie zuletzt Twitter (WKN A1W6XZ) beim Nutzerwachstum ausrutschen, könnte dies weiteres Ungemach für die Facebook-Aktie bedeuten. Wer risikofreudig ist und auf fallende Kurse setzen möchte, könnte es mit dem Produkt mit der WKN HY3EM4 versuchen.

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Bildquelle: Pressefoto Facebook


4 KOMMENTARE

  1. Auf welcher Basis wurde den der Kaufpreis eigentlich festgelegt. Mir erschien der Kaufpreis der in den Medien kolportiert wurde auch sehr teuer für diesen Service.
    Es war auch aus den Berichten nicht nachvollziehbar, wieviel Geld bis zu diesem Zeitpunkt WhatsApp verdient.
    Der Bericht ist gut, vermutlich steckt etwas mehr dahinter, Software, Entwicklung, Team, Struktur, die irgendwie intergriert werden kann bei Facebook.
    Für Multinutzung oder ähnliches….

  2. Zum dritten Abschnitt wäre es interessant mehr zu erfahren. Nur über den 1 Euro Preis werden sich die 19 Milliarden nicht refinanzieren (zumal nicht die vollen 1 Euro an den Whatsapp besitzer gehen). Was also könnte der finanzielle Grund sein, warum Facebook Whatsapp für 19 Milliarden gekauft hat? Rein aus Spass wird es ja wohl kaum gewesen sein.

  3. @Marcel Schürch
    Überzeugende Aussagen dazu von Facebook sind mir noch begegnet. Es geht FB wohl um die Masse an Usern, aber wie die internationale Reaktion gezeigt hat, dürfte WhatsApp zumindest kurzfristig User verlieren. Und gerade bei Messenger-Diensten ist die jüngste IT-Geschichte voll von einmaligen Erfolgsgeschichten. Solange FB noch nicht zur Cash-Maschine mutiert ist, halte ich das Rausschmeißen von derartig großen Summen, ohne dass auch ein klar definiertes Geschäftsmodell dahinter steht, für fragwürdig.

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