Ausblick DAX: Heute einfach mal ein paar Gedanken…

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Es war ein sehr fester Wochenauftakt. Der DAX kletterte gestern letztlich um 1,3% und schloss bei 5.783 Zählern. In der Spitze klettert der Dax bis auf 5.814 Punkte – ein Plus von 1,8 Prozent und markierte damit ein neues Jahreshoch. Alles in Butter?

Nein oder besser jaein sagen da die Experten von Sentix. Und sie werden noch klarer. Nicht die Hoffnung auf gute (US-)Quartalsergebnisse sei die Haupttriebfeder für neue Jahreshochs, sondern die Geldschwemme sei die wichtigste Stütze für die Aktienkurse. Wir hatten das ja hier an dieser Stelle schon einmal vor Monaten geschrieben. Das „billige“ Geld der Notenbanken puscht und das viele Geld auf den Tagesgeldkonten.

In seiner aktuellen Studie bringt der Sentix-Gründer Manfred Hübner die Hausse an den Aktienmärkten auf diesen Nenner: Ein „historisch einmaliger monetärer Impuls“ führe dazu, dass Anleger sich geradezu gezwungen sähen in „Risikoassets“ umzuschichten. Kurz um, „billiges“ Geld kann zur Entwertung sprich Inflation führen und deshalb werden Anleger quasi gezwungen in den Aktienmarkt zu investieren. Ganz einfach. Ob dies mit einem „gesunden“ Kapitalmarkt gleichzusetzen ist, mag dahin gestellt sein.

Die Sentix-Experten gehen noch weiter. Bei Anleihen und Gold ergebe sich das gleiche Bild. Es gibt also derzeit eigentlich keine „Krisen-Währung“ – alles boomt. Ein Gleichklang verschiedener Anlageklassen sei stets ein Indiz dafür, dass Aufwärtsbewegungen am Kapitalmarkt liquiditätsgetrieben sei, so die Jungs von Sentix.

Für mich klingt das ganz einfach nach der nackten Tatsache. Die aktuelle Liquiditäts-Hausse hat eigentlich kein Fundament. Sicher – Alcoa und Philips haben uns die Anleger begeistert. Aber was machen wir, wenn die richtigen Kracher ausbleiben? Bei der Deutschen Telekom soll ja schon die Gewinnwarnung im Raum stehen. Und dennoch scheint es keinen zu interessieren. Man „will und muss“ dabei sein – bei der größten Hausse der letzten Jahre. Ich habe Verständnis für solche Aussagen. Aber jetzt noch in den Markt? Die Jungs von Sentix geben dem DAX noch 6%. Immerhin. Dann wäre er über 6.000 Punkten. Und was dann? kommt dann die „große Korrektur“ oder die „üblichen Gewinnmitnahmen“?

Am Wochenende war ich in einem großen Shopping-Center, wo ich diverse Shop-Manager persönlich kenne. Alle sagten mir das Gleiche. Seit exakt zwei Monaten gehe die Kaufkraft zurück. Man hoffe auf das Weihnachtsgeschäft. Ich glaube diesen Menschen, schließlich reden wir von Läden wie MediaMarkt oder Villeroy & Boch – also klassischen Konsumläden. Nur – wenn ich die ifo- und GfK-Befragungen anschaue, dann ist das nicht das gleiche Ergebnis. Wenn fragen die da?
Einen Tag später, am letzten Sonntag. In einer mittelgroßen süddeutschen Kleinstadt. Verkaufsoffener Sonntag. Die Parkplätze überfüllt, die Straßen und deren Cafes auch. Aber Menschenmassen mit Einkaufstüten? Fehlanzeige. Wenn ich das alles zusammennehme, die Arbeitslosenzahlen hinzuaddiere und mir dann die Wirtschaftskraft der USA und deren Daten anschaue, kann ich nicht glauben, dass wir in einem nachhaltigen Aufschwung (schon) sind. Das vierte Quartal wird hart. Aber noch einmal: Es scheint keinen an der Börse zu interessieren. Denn „an der Börse wird die Zukunft“ gehandelt, wie man ja bekanntlich weiß…

Ich sage es an dieser Stelle ganz deutlich: Ich bin weiterhin der Auffassung, dass unsere Aktienmärkte mit den massiven Kurszuwächsen seit März bereits eine recht optimistische Konjunktursichtweise vorweggenommen haben und damit erhöhtes Enttäuschungspotenzial vorhanden ist. Die Korrektur wird kommen. Wer also noch Geld hat, sollte diese nutzen – zum Aufbau von Positionen in (Dividenden-) Papieren.

Ach ja. Zum Schluss noch eine Anmerkung zur Sentix-Umfrage. Sentix befragt regelmäßig rund 2.400 deutsche Privatanleger und 700 Börsenprofis nach ihren Erwartungen im Bezug auf die Entwicklung der Kapitalmärkte…


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