Dividendenstrategien: Reiche Ernte

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Bildquelle: Pressebild Börse Stuttgart

Dividendenstrategien erfreuen sich bei Anlegern großer Beliebtheit. Denn zum einen ist unbestritten, dass die Ausschüttungen einen Großteil zur Gesamtperformance eines Aktiendepots beitragen. Zum anderen war in der Vergangenheit zu beobachten, dass Aktien mit besonders hoher Dividendenrendite meist besser laufen als der Gesamtmarkt. Diese Trends haben auch die Anbieter von Zertifikaten erkannt. Die Emittenten haben eine ganze Palette von Produkten aufgelegt, mit denen Anleger auf einfache Weise an der Kursentwicklung dividendenstarker Aktien partizipieren können.

Einen interessanten Ansatz verfolgt UniCredit onemarkets. Während klassische Dividendenindizes anfallende Ausschüttungen in den Index durch Kauf neuer Aktienanteile reinvestieren, geht das Zertifikat auf den Dow Jones Europe Select Dividend 30 Distributing Index (ISIN DE000HV5JPA3) einen anderen Weg: Sämtliche an-fallendem Dividenden werden als Cash-Komponente zum Interbankenzinssatz Eonia verzinst und im Index „mitgeführt“. Zudem – und das ist der Clou – werden die Dividenden zweimal pro Jahr an die Anleger ausgeschüttet.

Grundsätzlich setzt sich der Index aus den 30 europäischen Aktien mit der höchsten Dividendenrendite zusammen. Die derzeitigen Schwergewichte sind ProSiebenSat1, Belgacom und YIT. Einmal pro Jahr wird die Zusammensetzung überprüft, und eventuell werden Titel ausgetauscht. Maximal kann eine Aktie mit zehn Prozent gewichtet werden. Das verhindert einen zu starken Einfluss einzelner Titel auf den Index. Eine Managementgebühr fällt nicht an. Das Papier ist vor allem für Anleger geeignet, die beim Investment in Zertifikate nicht auf regelmäßige Ausschüttungen verzichten wollen. Die Emittentin hat überdies eine ganze Palette an ausschüttenden Zertifikaten auf Dividendenindizes im Programm, mit denen Anleger auf bestimmte Regionen setzen können.

Eine hauseigene Lösung hat die Commerzbank mit dem Dividenden-Strategie-Index-Zertifikat (ISIN DE000CZ34QZ0) entwickelt. Der Index setzt sich aus mindestens fünf Aktien aus dem Euro Stoxx 50 zusammen. Zudem sollen die erwarteten Dividenden der Aktien möglichst über dem aktuellen Zinsniveau, beispielsweise dem deutscher Staatsanleihen, liegen. Auch ein „attraktives technisches Gesamtbild“ ist eine wichtige Voraussetzung. Erreicht eine Aktie bei der jährlichen Indexüberprüfung ihren „Sicherungsstopp“, wird sie aus dem Index genommen.

Auf „Dividenden only“ können Anleger mit den Partizipationszertifikaten auf den Euro Stoxx 50 DVP-Index von HSBC setzen. Sie ermöglichen eine solche Partizipation an den isolierten Dividenden der Unternehmen aus dem Euro Stoxx 50. Der zugrunde liegende und vom Indexanbieter Stoxx angebotene Dividendenindex wird seit Januar 2005 berechnet und orientiert sich nicht an den Aktienkursen, sondern an den im Verlauf eines Jahres aufsummierten regulären Dividenden. Diese werden am Tag der Ausschüttung entsprechend dem Indexgewicht des jeweiligen Unternehmens in sogenannte Dividendenpunkte (DVP) umgerechnet und dem Euro Stoxx 50 DVP-Index zugeschlagen. Das Zertifikat auf den Euro Stoxx 50 DVP Index 2014/12 (ISIN DE000TB9C319) ist zwar als vergleichsweise defensiv einzustufen, da es sich auf die Gewinnausschüttungen des abgeschlossenen Geschäftsjahres 2013 bezieht, die schon weitgehend „sicher“ sind. Aufgrund der Komplexität des Themas sollten sich hier dennoch nur erfahrene Anleger engagieren.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Pressebild Börse Stuttgart


2 KOMMENTARE

  1. Der Artikel ist gut!
    Aber ich würde es dennoch vorziehen, DIREKT in Aktien bzw. diese Dividendenpapiere zu investieren.
    Das bedeutet nämlich zwar mehr Verantwortung für sein Geld – aber auch mehr Kontrolle.

    Beste Grüße
    D-S

  2. @DS
    Ja dein Argument mit der Kontrolle zieht. Nur hat leider nicht jeder die Möglichkeit und das Interesse sein Depot mit erstklassigen Dividendentiteln zu füllen. Für die gibt es dann diese Alternative.
    Den Faktor „Langeweile“ habe ich ja jüngst schon mal erwähnt, als es um die Beliebtheit von Zockerpapieren ging…

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