Gold: 2014 – Jahr des glänzenden Comebacks?

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"Big Phil" hat einen Nennwert von 100.000 Euro, besteht jedoch aus 1000 Feinunzen Gold. Bildquelle: dieboersenblogger.de

Wer Anfang 2013 auf Gold gesetzt hat, verlor in Euro gerechnet mehr als 30 Prozent seines Einsatzes. Damit legte das Edelmetall den ersten Verlust seit 13 Jahren hin. Ausschlaggebend dafür sei ein deutlicher Rückgang der Investmentnachfrage gewesen, die in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres 50 Prozent niedriger ausgefallen war als im Vorjahr, stellen die Rohstoffanalysten der Commerzbank fest. Mit anderen Worten: Viele Investoren, die wegen der Finanzkrise auf das Edelmetall als sicheren Hafen gesetzt hatten, lösten ihre Absicherungsgeschäfte auf.

Auf der anderen Seite kam es gerade bei chinesischen Kleinanlegern zu einem regelrechten Run auf physisches Gold in Form von Münzen, Barren und Schmuck. Nach Angaben des World Gold Council hat China im vergangenen Jahr mit einer Gesamtnachfrage von circa 1.000 Tonnen physischem Gold den langjährigen größten Nachfrager Indien abgelöst. Auch die Notenbanken bauten ihre Bestände weiter aus.

Die grundsätzlichen Trends dürften anhalten. Im Jahr 2014 dürften die chinesischen Käufer angesichts steigender Einkommen, einer wachsenden Mittelschicht sowie mangelnder Anlagealternativen im Land ähnlich viel Gold nachfragen wie 2013. Der Schlüssel für die Goldpreisentwicklung liege aber bei der Investmentnachfrage, so die Commerzbank. Für einen steigenden Goldpreis sei eine stärkere Nachfrage seitens der Investoren unerlässlich. Zuletzt zeichneten sich hier Stabilisierungstendenzen ab. Hält dieser Trend an, stehen die Chancen gut, dass sich der Ausverkauf 2014 seinem Ende nähern und der Goldpreis wieder nach oben drehen wird.

Anzeichen der Besserung zeigten sich schon in den ersten Januar-Tagen. Ein wenig überraschend zog der Goldpreis trotz des stärkeren Dollars von deutlich unter 1.200 Dollar auf über 1.230 Dollar an. Besonders positiv ist, dass das Edelmetall knapp oberhalb von 1.180 Dollar nach oben gedreht hat. Dieses Niveau hatte schon einmal, Ende Juni 2013, als Wendemarke gedient. Sollte es im Jahresverlauf wider Erwarten zu einer weiteren Korrektur kommen, sollten Anleger das 2010er-Tief von 1.044 Dollar genau im Auge behalten. Spätestens dort dürfte massives Kaufinteresse dafür sorgen, dass die magische 1.000-Dollar-Marke erst gar nicht in Gefahr gerät.

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Am 19. Dezember rutschte der Goldpreis unter die markante Unterstützung bei 1.200 Dollar. Dies ließ auf einen weiteren Rückgang schließen. Wenige Tage später aber konnte der wichtige Support zurückerobert werden. Für eine Entwarnung ist es allerdings noch zu früh. Um weitere Abwärtsrisiken einzudämmen, sollte nun rasch der nächste Widerstandsbereich bei 1.260/1.270 Dollar in Angriff genommen werden. Wird dieser sowie die nächste Hürde bei 1.290 Dollar erfolgreich nach oben übersprungen, eröffnet sich Anschlusspotenzial bis in den Bereich bei 1.310/1.320 Dollar. Werden diese Hürden gemeistert und nicht wieder aufgegeben, wären das klare Zeichen für einen Turnaround. Der langfristige Aufwärtstrend ist derzeit nicht gefährdet. Dieser verläuft zwischen 1.100 und 1.150 Dollar.

Wer davon ausgeht, dass die Marke von 1.000 Dollar bis Ende 2014 auf jeden Fall halten wird, kann mit StayHigh-Optionsscheinen ordentliche Renditen einfahren. Bei diesen Papieren kommt es darauf an, dass eine bestimmte vorher festgesetzte Barriere während der Laufzeit niemals verletzt wird. Dann gibt es den Maximalbetrag von zehn Euro zurück. Eine Maximalrendite von 20,3 Prozent wirft ein Papier (ISIN DE000SG4LDQ0) von der Société Générale ab, wenn der Goldpreis bis zum Ende der Laufzeit am 12. Dezember 2014 stets oberhalb des K.-O.-Levels bei 1.000 Dollar notiert. Der Abstand zu dieser Marke beträgt aktuell knapp 20 Prozent.

Mit 27 Prozent lässt ein weiterer StayHigh-Schein (ISIN DE000SG4LDP2) noch etwas mehr Platz nach unten. Der K.-O.-Level ist bei 900 Dollar angesiedelt. Dieses Niveau hat der Goldpreis zuletzt im Jahr 2009 unterschritten. Hält dieses Niveau in den kommenden gut elf Monaten, generiert der Schein eine Rendite von immerhin 9,3 Prozent. Zum Totalverlust kommt es – wie bei solchen Papieren üblich –, wenn der Goldpreis den K.-O.-Level auch nur ein einziges Mal verletzt. Ein solcher Sell-off ist aus heutiger Sicht allerdings recht unwahrscheinlich.

Fazit: Da die Bodenbildung beim Goldpreis voranschreitet, verspricht ein StayHigh-Optionsschein von der Société Générale ein attraktives Chance-Risiko-Verhältnis. Bei dem Papier müssen Anleger auf eine wichtige Kursmarke achten: Sofern die Notierung des Edelmetalls bis zum Ende der Laufzeit im Dezember 2014 stets oberhalb von 1.000 Dollar bleibt, wirft der Schein die Maximalrendite von 21,7 Prozent ab. Gelingt das Unterfangen nicht, verfällt der Optionsschein praktisch wertlos. Gegen ein solches Szenario sollten sich Anleger mit einem Stoppkurs wappnen.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: dieboersenblogger.de


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