Das wünschen sich Anleger

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Bildquelle: Pressefoto BÖAG Börsen AG/ Börsen Hamburg und Hannover

Wenige Tage vor Weihnachten hat sich HypoVereinsbank onemarkets Gedanken über die Wünsche der Anleger angesicht der weltweiten Niedrigzinspolitik gemacht, die wir ebenfalls ganz interessant finden:

Viele möchten endlich höhere Zinsen erhalten. Doch die Leitzinssenkung auf 0,25 Prozent in Europa erweckt nicht den Anschein, als ob die Notenbanken ihre Geldpolitik bald ändern würden.

Die Erzielung attraktiver Zinsen für sichere Geldanlagen ist für die meisten Anleger in den vergangenen Jahren ein unerfüllter Wunsch geblieben. Angebote mit Zinssätzen deutlich über der Inflationsrate waren rar. Und so blieb Investoren im Wesentlichen die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten: Entweder sahen sie zu, wie ihr reales Vermögen durch die Inflation langsam, aber sicher dahinschmilzt – oder sie gingen höhere Risiken ein, beispielsweise durch Engagements am Aktienmarkt.

Wie lange die Zeit unerfüllter Renditewünsche nun schon anhält, zeigt ein Blick auf die Umlaufrendite von Anleihen der öffentlichen Hand in Deutschland seit der Finanzkrise im Jahr 2008. Diese weit verbreitete Kennzahl für die Messung des allgemeinen Zinsniveaus lag Ende Oktober 2008 noch bei 3,61 Prozent. Anschließend ging es stetig bergab – auf 3,05 Prozent im Oktober 2009, 2,27 Prozent im Oktober 2010, 1,86 Prozent im Oktober 2011 und 1,21 Prozent im Oktober 2012. Seither verharrt die Umlaufrendite auf niedrigem Niveau, aktuell liegt sie bei 1,5 Prozent (Stand: 13. Dezember 2013). Kein Wunder also, dass eine Frage einzelne Investoren wie die Finanzmärkte insgesamt inzwischen umtreibt wie kaum eine andere: Wann kommt die Zinswende, wann steigen die Zinsen wieder?

Zugegeben: Nicht alle Anleger sehen dem lange erwarteten Anstieg des allgemeinen Zinsniveaus mit Freude entgegen. Deutlich zeigte sich dies im Juni dieses Jahres. Da hatte Ben Bernanke, der Präsident der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed), angedeutet, die Fed könne ihre lockere, durch extrem niedrige Leitzinsen und Anleihenkäufe (Quantitative Easing) geprägte Geldpolitik angesichts verbesserter Konjunkturaussichten allmählich zurücknehmen. Prompt fielen die Aktien- und die Anleihenkurse im Einklang. Die Pläne zum „Tapering“, wie die allmähliche Verschärfung der Geldpolitik im Englischen genannt wird, hielt die Märkte einige Wochen lang in Atem. Im Juli prognostizierte die Hälfte von 54 durch die Nachrichtenagentur Bloomberg befragten Ökonomen, dass die Fed ihre Anleihenkäufe bereits im September 2013 zurückfahren werde.

Vorsichtige Zinsprognosen

Dann geschahen einige eher unerwartete Dinge. Zunächst begann die Erholung der Konjunktur zu stocken und Bernanke wurde wieder vorsichtiger. Anfang Oktober eskalierte dann ein Streit zwischen der US-Regierung und der republikanischen Opposition um die Anhebung der Obergrenze für die US-amerikanischen Staatsschulden. Es kam zum Government Shutdown: 800.000 Regierungsbedienstete wurden in unbezahlten Urlaub geschickt, andere arbeiteten ohne Bezahlung weiter. Zusätzlich drohte wochenlang der Staatsbankrott – bis sich Demokraten und Republikaner am 16. Oktober auf einen Kompromiss einigten, der die Anhebung der Schuldengrenze ermöglichte.

Inmitten der Krise ging fast unter, dass Präsident Barack Obama zwischenzeitlich eine Entscheidung fällte, die langfristig womöglich noch größere Auswirkungen auf die Entwicklung der Weltwirtschaft haben wird als die vorerst eingedämmte Haushaltskrise: Er nominierte die Wirtschaftsprofessorin Janet Yellen als Nachfolgerin des im Januar 2014 aus dem Amt scheidenden Ben Bernanke. Die 67-Jährige gilt als Verfechterin einer noch lockereren Geldpolitik als ihr Vorgänger. Die Tageszeitung Die Welt betitelte sie deshalb sogar als „geldpolitische Supertaube“ in Anlehnung an die Tiermetapher für eine lockere Geldpolitik. Kein Wunder also, dass die Ökonomen inzwischen wieder deutlich vorsichtiger geworden sind, wenn es darum geht, den Termin für den Einstieg in den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik und damit auch den Beginn einer möglichen Zinswende vorherzusagen. Einer Bloomberg-Umfrage von Mitte Oktober unter 40 Ökonomen zufolge rechnen die Experten im Mittel damit, dass das Tapering erst im März 2014 beginnt – also nicht mehr während der Amtszeit von Ben Bernanke. Auch UniCredit-Zinsanalyst Kornelius Purps ist ein Vertreter dieser Position: „Unserer Ansicht nach könnte tatsächlich der Fall eintreten, dass Janet Yellen auf der ersten von ihr geleiteten Sitzung des Federal Open Market Committee im März die Drosselung der Anleihenkäufe beschließt.“ Auch in Europa deuten die Zeichen nach der jüngsten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) von Anfang November auf ein längeres Anhalten der Niedrigzinspolitik hin: Die EZB hat den Leitzins nochmals gesenkt auf nunmehr 0,25 Prozent – ein historisches Tief in Europa.

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Quelle: onemarkets Magazin HypoVereinsbank, Dezember 2013/Januar 2014

Entsprechend vorsichtig ist Purps bei seiner Zinsprognose für das kommende Jahr – zumindest, was die Zinsen für kurze Laufzeiten angeht. Er rechnet damit, dass der 3-Monats-Euribor, ein Referenzzinssatz für Termingelder auf dem Interbankenmarkt mit einer Laufzeit von drei Monaten, bis Ende 2014 lediglich von derzeit 0,22 Prozent p. a. auf vermutlich 0,45 Prozent p. a. steigt (Stand: 11. November 2013). Dies stellt Anleger auf der Suche nach sicheren Kapitalanlagen mit einer halbwegs attraktiven Rendite vor Probleme – denn der für unterschiedliche Laufzeiten verfügbare Euribor gilt als wichtige Bezugsgröße für Zinsen bei Festgeld. Und die sind aktuell noch immer niedrig. So liegt der Index des Verbraucherportals Biallo für Festgeld mit einer Laufzeit von einem halben Jahr bei durchschnittlich 0,6 Prozent p. a. Und selbst für Sparbriefe mit vier Jahren Laufzeit erhalten Anleger nach Angaben des Portals im Mittel nur 1,24 Prozent Zinsen p. a. (Stand: 11. November 2013). Zum Vergleich: Die Teuerungsrate in Deutschland lag im Oktober 2013 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 1,2 Prozent. Kapitalerhalt ist nach Abzug der Inflation damit nur schwer möglich.

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Quelle: onemarkets Magazin HypoVereinsbank, Dezember 2013/Januar 2014

Höhere Renditen sind möglich

Doch die Verschiebung der Zinswende hat für Anleger auch ihre positiven Seiten. Die Aktienmärkte feiern die niedrigen Zinsen und Geldflut euphorisch. DAX und der amerikanische Dow Jones Industrial Average jagten zuletzt von einem Hoch zum Nächsten. Diese Kursverläufe sind selbstverständlich keine Garantie für zukünftige Entwicklungen. Rücksetzer sind stets einzuplanen. Vor diesem Hintergrund können Wertpapiere mit Teilschutz attraktiv sein. Zu solchen Produkten zählen unter anderem Aktien- und Indexanleihen Protect und – je nach Ausstattung – auch Express-Produkte. Wer das entsprechende Kurs- und Emittentenrisiko einzuschätzen weiß, erhält beispielsweise mit Index- und (Express) Aktienanleihen Protect fixe Zinszahlungen von teilweise 4 bis 4,5 Prozent pro Jahr. Gleichzeitig sind sie mit einer Sicherheitsschwelle ausgestattet. Das heißt: Selbst für den Fall eines marginalen Kursrückgangs der Aktie oder des Index, erhalten Anleger am Ende den Nominalbetrag zurück. Der Express-Mechanismus signalisiert zudem, dass Anleger die Chance auf eine vorzeitige Rückzahlung des Nominalbetrags haben.

Anleger, die noch höhere Zinszahlungen anstreben, müssen mit einem höheren Risiko kalkulieren. Dies drückt sich dann zum Beispiel in höheren Sicherheitsschwellen von ca. 70 Prozent des Referenzpreises aus. Eines steht fest: Es gibt auch im Zinswinter viele Chancen für Anleger, sich ihre Renditewünsche zu erfüllen. Sie sollten verschiedene Alternativen sorgfältig prüfen und dabei insbesondere auf Märkte setzen, die von niedrigen Zinsen sogar profitieren – wie etwa Aktien. Zertifikate und strukturierte Anleihen ermöglichen dabei eine weitgehend genaue Steuerung des Anlagerisikos. Anleger sollten aber beachten, dass alle strukturierten Anlageprodukte Inhaberschuldverschreibungen sind. Bei einer Insolvenz der Emittentin droht ein Verlust bis hin zum Totalverlust.

Weitere Infos: www.onemarkets.de

Bildquelle: Pressefoto BÖAG Börsen AG/ Börsen Hamburg und Hannover


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