News Ticker

Rhön-Klinikum: Jetzt prüft auch noch das Kartellamt den Fresenius-Deal

Eigentlich sah man sich beim Gesundheitskonzern Fresenius (WKN 578560) und dem Klinikbetreiber Rhön-Klinikum (WKN 704230) schon im sicheren Hafen. Doch nachdem jüngst Rhön-Klinikum-Aktionär B. Braun Melsungen mit Klage gegen die Herauslösung der Mehrzahl der Kliniken aus dem Rhön-Portfolio und dem Verkauf an die Fresenius-Tochter Helios drohte, folgt nun das Bundeskartellamt mit einem Hauptprüfverfahren.

In einer Presserklärung des Bundeskartellamts heißt es:

Das Bundeskartellamt hat im Fusionskontrollverfahren zur geplanten Übernahme von Rhön-Tochtergesellschaften durch Fresenius das Hauptprüfverfahren eingeleitet. Der Gesundheitskonzern Fresenius SE & Co. KG aA beabsichtigt, mehrere Beteiligungen und Tochtergesellschaften von der Rhön-Klinikum AG zu erwerben. Die Zielgesellschaften betreiben insgesamt 43 Kliniken und 15 medizinische Versorgungszentren in Deutschland. Das Vorhaben ist von der Europäischen Kommission mit Entscheidung vom 22. Oktober 2013 an das Bundeskartellamt verwiesen worden.
Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts: “Das Vorhaben stellt das bislang größte Zusammenschlussprojekt im Krankenhausbereich in Deutschland dar. Ziel der Fusionskontrolle bei Krankenhäusern ist es, wettbewerbliche Strukturen zum Wohle des Patienten aufrecht zu erhalten. Die geplante Übernahme wird vom Bundeskartellamt sehr sorgfältig untersucht. Die Prüfung erstreckt sich insbesondere auf die regionalen Überschneidungen im Bereich der stationären Krankenhausversorgung und auf die Nachfrageseite gegenüber den Krankenkassen.“
Fresenius ist auch als Anbieter von Medizinprodukten in Deutschland tätig. Deshalb wird das Bundeskartellamt sich auch mit zahlreichen Märkten für Medizinprodukte, wie beispielsweise den für Infusionslösungen oder Dialyseprodukte, befassen und untersuchen, wie sich der Zusammenschluss eines bedeutenden Herstellers mit einem großen Abnehmer der Produkte auswirkt.
Der erhebliche Umfang der Ermittlungen macht die Einleitung des Hauptprüfverfahrens erforderlich. Die Frist für eine Entscheidung verlängert sich damit bis Ende Februar 2014.

So bedrohlich die ein oder andere Formulierung klingt, ist es am Ende wohl nicht. Aufgrund der Größenordnung der Transaktion sind die Wettbewerbshüter schlicht besonders aufmerksam. Am Ende dürfte der Deal über die Bühne gehen. Eventuell kommt es zu kleinern Verschiebungen im Portfolio – sofern das Bundeskartellamt Probleme erkennen sollte. Doch darf man davon ausgehen, dass Rhön-Klinikum und Helios hier besonderes Augenmerk hatten.

CH_704230_20131127

Anleger sollten sich also nicht allzu große Sorgen machen. Sowohl die Braun-Klage als auch die Kartellamtsprüfung sind auf dem Weg zum Verkauf keine nennenswerten Bremsklötze. Am Ende dürfte für die Aktionäre von Rhön-Klinikum eine satte Dividendenzahlung stehen – sofern dem Rhön-Management überraschenderweise nicht doch noch noch etwas anderes einfällt, wie die Verkaufserlöse einzusetzen sind.

Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen Wochen-Newsletter an. Immer samstags gehen wir in unserem bekannten und prämierten Blogstil auf unserer Meinung nach wichtige Themen der Woche ein und liefern Ihnen einen Markt-Roundup sowie Ausblick und Produkt-Informationen aus der D-A-CH-Region. Hier kostenlos anmelden – Ihre Mail-Adresse wird von uns nicht weitergegeben.

Bildquelle: Foto RHÖN-KLINIKUM AG


1 Trackbacks & Pingbacks

  1. Wochenrückblick KW48: Commerzbank, K+S, ThyssenKrupp im Blick | Die Börsenblogger

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*