Vossloh: Großaktionär Thiele gewinnt Machtkampf zum zweiten Mal

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Bildquelle: Pressefoto Vossloh AG

Nachdem der im SDAX notierte Bahn- und Verkehrstechnikkonzern Vossloh (WKN 766710) zuletzt vor allem durch eine solide Auftragsentwicklung aufgefallen ist, traf die jüngste Meldung die Anleger wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Die Gründer-Familiengemeinschaft Vossloh GbR, bisher mit einem Anteil von deutlich über 30 Prozent größter Aktionär von Vossloh, kündigte am späten Dienstag an, etwa zwei Drittel des Aktienanteils am Markt zu platzieren. Damit kann der zweitgrößte Aktionär von Vossloh, Heinz Hermann Thiele, zum zweiten Mal in diesem Jahr den Machtkampf zwischen den beiden Aktionärsgruppen für sich entscheiden. Für die Vossloh-Aktie sind es ebenfalls gute Nachrichten. Durch den erhöhten Streubesitz steigen die Chancen, dass Vossloh bald wieder in den MDAX zurückkehrt.

Durch den Teilverkauf seitens der Familie Vossloh sinkt deren Anteil auf unter 10 Prozent. Damit wird Heinz Hermann Thiele, der zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrates ist, mit über 25 Prozent Anteilsbesitz dominierender Aktionär bei Vossloh. Ob er in Zukunft seinen Anteil ausbauen wird, bleibt offen. Jenseits der 30 Prozent müsste er jdoch ein freiwilliges Übernahmeangebot abgeben, so dass er diese Schwelle wohl erst dann überschreiten wird, wenn er auch tatsächlich den Anteil deutlich in Richtung 50 Prozent ausbauen will.

Gute Nachrichten hatte Vossloh indes ebenfalls parat. Denn der Konzern bestätigte den Ausblick für das Jahr 2013. So soll im laufenden Geschäftsjahr ein Umsatzwachstum von über 5 Prozent erzielt werden, das nach aktueller Planung ausschließlich auf dem Wachstum im Geschäftsbereich Rail Infrastructure basieren wird. Die erwartete EBIT-Marge von rund 4 bis 5 Prozent dürfte vor allem aufgrund von Sonderbelastungen und Projektverzögerungen im Geschäftsbereich Transportation deutlich unter dem Niveau des Vorjahres liegen.

Perspektivisch bilden bei der Vossloh AG der Auftragsbestand auf Rekordniveau und der hohe Internationalisierungsgrad die Basis für profitables Wachstum in den kommenden Jahren. „Vossloh ist hervorragend für die Zukunft aufgestellt. Zum einen hat unser Auftragsbuch einen historischen Höchststand erreicht, zum anderen sind wir international so präsent wie nie zuvor in der Geschichte dieses Unternehmens“, erklärt Werner Andree, Vorstandssprecher von Vossloh. Ende September 2013 lag der Auftragsbestand bei 1,75 Mrd. Euro. Viele der Aufträge stammen aus dem außereuropäischen Raum, was auf die konsequente Internationalisierungsstrategie des Konzerns zurückgeht. Während zu Beginn des Jahres 2007 der Anteil des außereuropäischen Umsatzes bei unter 10 Prozent lag, erwirtschaftet Vossloh aktuell knapp 40 Prozent seines Umsatzes außerhalb Europas.

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Charttechnisch sieht die Aktie nach dem Fall unter den GD200 wieder angeschlagen aus. Aufgrund des noch geringen Streubesitzes sollte man auf dieses Kriterium aber nicht zu viel geben. Das 2014er KGV von 17 klingt zwar hoch, dürfte aber aufgrund der Marktstellung und der positiven Perspektiven gerechtfertigt sein. Das sehen auch die Analysten von HSBC so, die das Kursziel der Vossloh-Aktie („Overweight“) mit Blick auf die Auftragslage und das daraus erzielbare Umsatz- und Margenwachstum von 76 auf 85 Euro angehoben haben. Andere Analysten sind da weitaus skeptischer. Wer dem Optimismus nicht traut und eher auf der Suche nach dauerhaft soliden Aktien ist, sollte einmal in unserem Shop vorbeischauen.

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Bildquelle: Pressefoto Vossloh AG


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