Nordex-Aktie leidet unter erfolgreicher Kapitalerhöhung und Koaltionsvertrag

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Bildquelle: Pressefoto Nordex

Die gestern nach Xetra-Schluss begonnene Talfahrt der Aktie des Hamburger Windturbinenherstellers Nordex (WKN A0D655) geht auch am Mittwoch weiter. Inzwischen ist die angekündigte Kapitalerhöhung umgesetzt. Stolze 73,5 Mio. Euro Emissionserlös konnte der TecDAX-Konzern erzielen. Jetzt darf spekuliert werden, wofür das Geld genau eingesetzt wird. Zudem rückt der unterzeichnete Koaltionsvertrag in den Blickpunkt der Anleger.

Wie bereits gestern angekündigt hat Nordex eine Kapitalerhöhung durchgeführt. Die 7.352.948 neuen, auf den Inhaber lautenden Stückaktien konnten bei institutionellen Anlegern, darunter auch die beiden Ankeraktionäre Ventus Venture Fund GmbH & Co. Beteiligungs KG (SKion) und momentum-capital Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH, zu einem Platzierungspreis von 10,00 Euro je Aktie platziert werden.

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Wie man am Kursverlauf sieht, konnte die Aktie in 2013 sehr gut performen und den Technologieindex TecDAX weit hinter sich lassen. Angesichts der aktuellen Kapitalerhöhung sind aber die Sorgen groß, ob der Kursanstieg nicht doch etwas zu optimistisch war. Schließlich weiß noch niemand so recht, wofür das Geld wirklich eingesetzt werden soll. Laut Unternehmensangaben ist beabsichtigt, „die aus der Kapitalerhöhung zufließenden Mittel zur Finanzierung des Wachstums, auch in neuen Märkten, sowie für Forschung und Entwicklung für neue Turbinengenerationen, sowie zur Stärkung der Eigenkapitalquote der Gesellschaft und Rückführung von Verbindlichkeiten zu verwenden“. Das hört sich gut, dennoch ist es aus Anlegersicht immer besser, wenn durch einen solchen Schritt auch ein konkretes Ziel, wie etwa eine Übernahme, ö.ä., anvisiert wird. Dies gilt vor allem auch dann, wenn das Gros der kleinen Anleger keine Möglichkeit hat, die Kapitalerhöhung mitzumachen. Ein weiteres Problemfeld stellt die EEG-Förderung in Deutschland dar. Der heute unterzeichnete Koaltionsvertrag ist hier ja nur bedingt Windkraft-freundlich, wie folgende Punkte auf Seite 54 zeigen:

Wind an Land: Wir werden die Fördersätze senken (insbesondere bei windstarken Standorten), um Überförderungen abzubauen und gleichzeitig durch eine Weiterentwicklung des Referenzertragsmodells dafür sorgen, dass bundesweit die guten Standorte mit einem Referenzwert von 75 bis 80 Prozent auch zukünftig wirtschaftlich genutzt werden können. Wir werden eine Länderöffnungsklausel in das Baugesetzbuch (BauGB) einfügen, die es ermöglicht, länderspezifische Regeln über Mindestabstände zur Wohnbebauung festzulegen.

Und weiter heißt es auf Seite 55:

Um die Stabilität des Systems zu gewährleisten, werden wir zudem festlegen, dass Neuanlagen vom Netzbetreiber und von den Direktvermarktern ansteuerbar sein müssen. Spitzenlast kann bei neuen Anlagen im begrenzten Umfang (weniger als 5 Prozent der Jahresarbeit) unentgeltlich abgeregelt werden, soweit dies die Kosten für den Netzausbau senkt und dazu beiträgt, negative Börsenstrompreise zu vermeiden. Zudem werden wir die Entschädigungsregelung im Einspeisemanagement so verändern, dass sie verstärkt Anreize dafür setzt, die Netzsituation bei der Standortwahl von Neuanlagen besser zu berücksichtigen (Härtefallregelung). In der bestehenden Härtefallregelung wird die Höhe der Entschädigung abgesenkt, wenn wegen eines Netzengpasses nicht eingespeist werden kann. Der Einspeisevorrang für die Erneuerbaren Energien wird beibehalten.
Wir werden prüfen, ob große Erzeuger von Strom aus Erneuerbaren Energien einen Grundlastanteil ihrer Maximaleinspeisung garantieren müssen, um so einen Beitrag zur Versorgungssicherheit zu leisten. Diese können sie in eigener Verantwortung vertraglich mit Betreibern von Speichern, von nachfrageabhängig regelbaren Erneuerbaren Energien, abschaltbaren Lasten oder von fossilen Kraftwerken absichern. Die virtuelle „Grundlastfähigkeit“ der einzelnen Erneuerbaren Energien soll schrittweise geschaffen werden. Hierzu werden wir ein Pilotvorhaben durchführen.

Für Windparkbetreiber dürften also in absehbarer Zeit einige Hürden aufgebaut werden, die auch am heimischen Nordex-Absatz nicht spurlos vorbeigehen dürften. Insofern ist die Kapitalerhöhung und die Verwendung des Geldes für die internationale Expanison auch wieder positiv zu sehen. Allerdings braucht das Zeit. Wer angesichts dessen auf der Suche nach langfristig interessanten Aktien ist, sollte einmal in unserem Shop vorbeischauen.

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Bildquelle: Pressefoto Nordex


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