Über China, den Ölpreis und das glänzende Edelmetall

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Bildquelle: © Gorgsenegger - Fotolia.com

Die Börsenlage ist derzeit ja alles andere als langweilig. Ein Grund auch mal etwas weg von DAX und Dow zu schauen. Besonders China ist hier immer ein sinnvoller Zeitvertreib. Nachdem jüngst neue Reformpläne vorgestellt wurden, dürfte es mit China weiter vorangehen. Interessant ist das allerdings nicht nur theoretisch, sondern auch ganz konkret zum Anlegen.

Dominik Auricht, Experte für Anlage- und Hebelprodukte HypoVereinsbank onemarkets, hat seinem neuesten Marktkommentar die Lage dort angesehen:

Es lohnt sich immer wieder über den Tellerrand hinaus zu blicken. Während die führenden Indizes vergangene Woche eine Pause einlegten, starteten die chinesischen Indizes eine Rallye. Musik spielte auch in Öl- und Gold-Aktien.

Chinas Reformpläne beflügeln Aktienmarkt
Chinas Präsident Xi Jinping macht Ernst. In einem 20-seitigem Papier fasste er nun seine Reformpläne zusammen. Die Anleger schien dies wieder in positive Stimmung versetzt zu haben. Aktienbarometer wie der HANG SENG China Enterprises legten daraufhin deutlich zu. Der Index umfasst 40 chinesische H-Aktien. Diese Aktien können von Nicht-Chinesen an inländischen Börsen gehandelt werden. Indexschwergewichte sind derzeit Finanztitel wie Bank of China und ICBC und Ölkonzerne wie PetroChina und Sinopec.
In der vergangenen Woche brach der Index aus dem kurzfristigen Abwärtstrend nach oben aus und schob sich in die Widerstandszone vom Frühjahr 2013 zwischen 11.320 und 11.500 Punkten. Gelingt es, diese Zone zu überwinden, kann das Jahreshoch bei 12.215 Punkten angepeilt werden. Unterstützung findet er im Bereich von 11.000 Punkten.

In den besagten Index kann man auf verschiedene Arten investieren. Denkbar sind etwa Zertifikate oder andere Hebelpapiere auf den HANG SENG China Enterprises Index. Wer sich etwas mehr mit dem chinesischen Markt beschäftigen will, kann natürlich auch direkt in einzelne Aktien gehen oder auch hier auf entsprechende Produkte ausweichen. Mit am interessantesten sind natürlich die Rohstoffnahen Titel, allen voran aus dem Ölmarkt. Denn der Ölpreis steht nach dem Iran-Gipfel unter Druck. Was aber sicher nicht auf Dauer so bleiben dürfte. Zumindest wenn man außerhalb der USA Öl benötigt. Dort profiert man u.a. vom Schieferölboom. Für Warren Buffett hat dies ja jüngst zu einer Beteiligung an ExxonMobil geführt. Was auch Dominik Auricht nicht entgangen ist. Aber aktuell gibt es noch interessantere Gerüchte um den amerikanischen Ölgiganten:

Ölmultis trotzen Ölpreis
Der Future-Preis für einen Barrel WTI-Öl kam im September und Oktober 2013 etwas unter Druck und stabilisiert sich nun im Bereich von 93 Dollar. Die Aktien der amerikanischen Ölmultis konnten sich dieser Korrektur entziehen. Der NYSE Arca Oil (Price-) Index bestätigte inzwischen den Ausbruch über das Hoch von 2011 und strebt nun in Richtung Allzeithoch bei 1.600 Punkten aus dem Jahr 2008. Damals eskalierte der Ölpreis zeitweise bei 145 Dollar pro Barrel.
Einer Meldung der amerikanischen Finanzplattform „The Motley Fool“ zufolge, spekulieren viele Anleger darauf, dass die Ölmultis ihre Dividenden erhöhen und/oder umfangreiche Aktienrückkaufprogramme starten. Die Ergebnisse von ExxonMobil & Co. waren zuletzt zwar nicht überzeugend. In den vergangenen Monaten verkauften sie jedoch eine Vielzahl ihrer ausländischen Beteiligungen und Töchter und konzentrieren sich immer mehr auf die Öl- und Gasförderung in politisch besser einschätzbaren Regionen. „Durch die Verkäufe verfügen sie nun über außerordentlich hohe Barbestände,“ heißt es in dem Beitrag „How ExxonMobil and Peers are showing Shareholders the Money vom 22. November 2013. Das schafft Potenzial für Ausschüttungen und Aktienrückkäufe.

Neben Öl gibt es aber mit Gold ein deutlich spannenderen Rohstoff: Gold. Wobei Gold ja eigentlich viel mehr ist. Stichwort: Sicherer Hafen.

Gold verliert Glanz – Zeit für die Shorts
Was beim Ölpreis zu funktionieren scheint, gilt nicht für Gold (-Aktien). Das Edelmetall nimmt erneut Kurs auf das Juni-Tief bei 1.200 Dollar pro Feinunze. Sollte diese Unterstützung nicht halten, droht eine Fortsetzung der Korrektur bis 1.000 Dollar. Das bedeutet: Goldaktien könnten weiter unter Druck kommen. Der NYSE Arca Gold BUGS (Price-) Index umfasst die Blue-Chips unter den Minenbetreibern. Dennoch hat der Index seit Mitte 2011 mehr als zwei Drittel des Wertes verloren und nimmt Kurs auf die 2008er Unterstützung bei 200 Punkten. Der entsprechende Shortindex hingegen steigt, wenn der Goldminenindex fällt. Einer Auswertung von rund 350 internationalen Branchenindizes zufolge zählte der NYSE Arca Short Gold BUGS Index in der vergangenen Woche zu den größten Gewinnern. Fällt der Basisindex weiter, dürfte der entsprechende Shortindex zulegen.

Ob man bei Gold angesichts der anhaltend lockeren Geldpolitik wirklich auf Short setzen soll, muss jeder selber wissen. Goldminen wiederum sind so eine Sache, die aus Krisengesichtspunkten den einen Haken haben, dass das Gold erst gefördert werden muss. Wenn die Unzen dagegen erstmal da sind, lässt es sich etwas entspannter anlegen.

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