K+S-Aktie: Anleger trauen dem Braten nicht

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Lader im Einsatz unter Tage Bildquelle: Pressebild K+S

Beinahe täglich flattern neuen Meldungen herein, die eine Entspannung in den politischen Beziehungen zwischen Russland und Weißrussland signalisieren und damit auf eine Neuauflage eines russisch-weißrussischen Kali-Kartells hindeuten. Ein solches Kartell, das für stabilere Kali-Preise sorgen könnte, wäre auch für den Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller K+S (WKN KSAG88) von Vorteil. Allerdings zeigt die jüngste Kursentwicklung der K+S-Aktie, dass man auf Anlegerseite dem Braten noch nicht traut – vermutlich zu recht.

Auch wenn die Agentur Interfax unter Berufung auf die russische Generalstaatsanwaltschaft heute vermeldet, dass Weißrussland, den in Minsk unter Hausarrest stehenden Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner, nach Moskau ausliefern möchte, bleiben Fragen offen. Nachdem der russische Milliardär Sulejman Kerimov, wie von Weißrussland gefordert, seinen knapp 22-prozentigen Anteil an Uralkali verkauft, wäre die Auslieferung Baumgertners das nächste Puzzlestück, das möglicherweise zu einer neuen Vertriebsallianz führen könnte. Vermutungen sind aber keine Fakten.

Dass sich die K+S-Aktie trotz der verbesserten Aussicht auf ein neues russisch-weißrussische Preiskartell nicht von der Stelle bewegt und im Bereich der 20-Euro-Marke feststeckt, hat gleich mehrere Gründe. Neben den nicht gerade berauschenden Ergebnissen für das dritte Quartal, reagierten die Kasseler lediglich mit einem Sparprogramm auf die weltweite Krise am Kali-Markt, während trotz der Unsicherheiten, am teuren Legacy-Projekt in Kanada festgehalten wird. Ganz nebenbei tauchen immer wieder Störfeuer wie die Absenkung der Bonität von K+S durch die US-Ratingagentur Moody’s oder negative Analystenkommentare auf.

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Heute melden sich beispielsweise die Jungs von Bernstein Research zu Wort. Sie haben das Kursziel für die K+S-Aktie von 15 auf 12 Euro gesenkt und die Einstufung auf „Underperform“ belassen. In der Begründung führt der für die heutige Studie zuständige Analyst an, dass er nach den Turbulenzen am Kali-Markt sowie Diskussionen mit Investoren und dem Uralkali-Konzern mittlerweile noch pessimistischer als zuvor sei. Für den weltweiten Kalipreis rechnet er für 2014 und 2015 nur noch mit Preisen von 300 US-Dollar je Tonne. Auch die Gewinnschätzungen wurden teilweise drastisch nach unten gefahren. Angesichts dessen bleibt es schwierig, der K+S-Aktie ein Comeback zuzutrauen.

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Bildquelle: Pressebild K+S

 


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