E.ON und RWE: Die Grundprobleme bleiben

1
Bildquelle: Pressebild E.ON

Heute sind die beiden großen deutschen Versorger E.ON (WKN ENAG99) und RWE (WKN 703712) mal wieder an der Spitze des DAX zu finden. Schön mag man sagen: Da beruhigt sich die Lage. Doch trotz positiver Aussichten in Sachen Brennelementesteuer hat sich grundlegend an der Situation nichts verändert. Von daher ist zu viel Optimismus nach wie vor Fehl am Platz.

Auslöser für den heutigen Kurssprung sind wiedereinmal Analystenkommentare. Diesmal von Goldman Sachs. Beide Titel werden mit „Buy“ eingestuft und zugleich die Kursziele erhöht. Bei RWE steigt das Kursziel von 28 auf 30 Euro und bei E.ON von 16 auf 17 Euro. E.ON bleibt sogar auf der „Conviction Buy List“. Hintergrund der guten Einstufungen ist die Chance auf ein Ende der Brennelementesteuer. Zwar wird das entsprechende Gesetz nun europarechtlich überprüft und es sieht in der Tat danach aus, dass das Gesetz gegen Europarecht verstößt. Dennoch ist damit eher ein Problem der Vergangenheit gelöst.

Kurzfristig könnte die wegfallende Brennelementesteuer en Versorgern einen ordentlichen Geldsegen bringen. Doch der Investitionsbedarf der beiden Riesen ist so immens, dass sie das Geld auch sehr gut brauchen. Stichworte sind hier Ausbau der Erneuerbaren Energien und Überkapazitäten auf dem konventionellen Kraftwerksmarkt. Aktionäre dürfte von der eventuell zurückerstatteten Brennelementesteuer höchstens indirekt (in Form von Investitionen) etwa haben. Eine Rücknahme der angekündigten Dividendensenkungen und eine Rückkehr zu alten Dividendenhöhen ist meines Erachtens auf absehbare Zeit unmöglich. Einziger Lichtblick ist derzeit die Entwicklung im Ausland. Hier kann vor allem E.ON punkten. Immerhin hat der Konzern mittlerweile mehr Kunden in der Türkei, denn in Deutschland (siehe E.ON sucht sein Heil außerhalb Deutschlands).

CH_ENAG99_20131121

Charttechnisch hat sich die Lage in den letzten dank der Erholung wieder etwas gebessert. Dennoch sind die Rahmenbedingungen nach wie vor kritisch zu sehen, so dass erneute Kursrückgänge nicht überraschend kämen. Die Outperformance von E.ON ist weitgehend auf die Erfolge im Ausland zurückzuführen, insofern ist bei RWE der Nachholbedarf nicht in dem Maße vorhanden, wie der Chart auf den ersten Blick zeigt. Wenn überhaupt deutsche Versorger, dürfte E.ON das größere, aber eben auch klar begrenzte Potenzial haben. Rückschlagpotenzial ist indes bei beiden Aktien vorhanden. Wer auf der Suche nach langfristig soliden Aktien ist, sollte einmal in unserem Shop vorbeischauen.

Melden Sie sich hier für unseren kostenlosen Wochen-Newsletter an. Immer samstags gehen wir in unserem bekannten und prämierten Blogstil auf unserer Meinung nach wichtige Themen der Woche ein und liefern Ihnen einen Markt-Roundup sowie Ausblick und Produkt-Informationen aus der D-A-CH-Region. Hier kostenlos anmelden – Ihre Mail-Adresse wird von uns nicht weitergegeben.

Bildquelle: Pressebild E.ON


1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here