ThyssenKrupp: Fortschritte zeigen sich nur langsam

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Das ThyssenKrupp Quartier - Bildquelle: © ThyssenKrupp AG [http://media.thyssenkrupp.com/images/press/thyssenkrupp_p_1298.jpg]

Auch wenn der kriselnde Stahl- und Technologiekonzern ThyssenKrupp (WKN 750000) mit einer positiven Meldung aufwarten konnte, verzeichnet die ThyssenKrupp-Aktie am Mittwoch deutliche Verluste und notiert zudem am DAX-Ende. Obwohl nun endlich ein Verkauf des US-Stahlwerks bevorstehen könnte, wären damit die größten Probleme für die Essener noch immer nicht aus der Welt geschafft.

Angesichts der weit fortgeschrittenen Gespräche zum Verkauf des Werks in Calvert/Alabama hat ThyssenKrupp die für diesen Donnerstag geplante Aufstellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr 2012/13 bis zum 2. Dezember 2013 verschoben. Auf Unternehmensseite wollte man zudem unbedingt herausstellen, dass die Gespräche, auch den Abschluss einer langfristigen Abnahmegarantie der von ThyssenKrupp im brasilianischen Werk hergestellten Stahlbrammen beinhalten würden.

Allerdings wäre dies ein weiteres Indiz dafür, dass ThyssenKrupp auf seinem brasilianischen Stahlwerk und damit dem noch größeren Sorgenkind sitzen bleibt. Zuletzt hatten verschiedene Gerüchte die Runde gemacht, wonach ein Verkauf beispielsweise am Widerstand des Partners Vale scheitern und der DAX-Konzern in einem solchen Fall, sogar an Plänen zum Ausbau des Stahlgeschäfts in Brasilien tüfteln würde. Auf Anlegerseite hatte man dagegen gehofft, dass das Unternehmen für einen Verkauf beider Werke sorgen könnte.

Die Analysten der Commerzbank verweisen jedoch darauf, dass erst die Qualität einer möglichen Liefervereinbarung zwischen dem Werk in Brasilien und dem Käufer des US-Werkes von ThyssenKrupp über den Erfolg der Umstrukturierung des Übersee-Geschäfts entscheiden wird. Aus diesem Grund wurde die ThyssenKrupp-Aktie auf „buy“ mit einem Kursziel von 23 Euro belassen.

Neben einigen Fortschritten bei der Lösung der Probleme in Übersee, konnte ThyssenKrupp nun auch die Einigung mit der Deutschen Bahn über eine Schadensersatzzahlung wegen verbotener Preisabsprachen verkünden. Auf Analystenseite sah man es positiv, dass die vom Unternehmen gebildeten Rücklagen zur Zahlung der von der „Süddeutschen Zeitung“ ins Spiel gebrachten rund 150 Mio. Euro ausreichen würden. Allerdings melden weitere Bahnbetriebe Schadenersatzansprüche an.

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Obwohl die Commerzbank-Analysten der ThyssenKrupp-Aktie ein weiteres Kurspotenzial von rund 20 Prozent zutrauen, bleibt die Frage offen, wie viel Luft nach oben das Papier tatsächlich hat. Immerhin konnte die Aktie in den vergangenen Monaten etwa 40 Prozent an Wert zulegen. Damit dürften die Anleger einige von den erwarteten Restrukturierungserfolgen vorweggenommen haben.

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Das ThyssenKrupp Quartier – Bildquelle: © ThyssenKrupp AG [http://media.thyssenkrupp.com/images/press/thyssenkrupp_p_1298.jpg]


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