RWE-Aktie: Keine Besserung in Sicht

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Bildquelle: Pressefoto RWE

Dank einer Sonderzahlung des russischen Gaslieferanten Gazprom konnte RWE (WKN 703712) in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres umsatz- und ergebnisseitig einige Werte präsentieren, die zumindest auf dem Vorjahresniveau oder sogar leicht darüber lagen. Abgesehen davon zeichnete der zweitgrößte deutsche Energieversorger nach E.ON (WKN ENAG99) ein eher düsteres Bild, was auch die deutlichen Kursverluste der RWE-Aktie am Donnerstag erklärt.

Das betriebliche Ergebnis lag zwischen Januar und September mit 4,6 Mrd. Euro in etwa auf dem Vorjahresniveau, genauso wie das EBITDA von 6,7 Mrd. Euro. Der Umsatz konnte sogar um 4 Prozent auf 39,9 Mrd. Euro gesteigert werden. Hier profitierte der Konzern vor allem vom witterungsbedingt höheren Gasabsatz. Das nachhaltige Nettoergebnis liegt bei 1,9 Mrd. Euro und damit etwas mehr als 1 Prozent im Plus. Angesichts dieses einmaligen positiven Effektes konnten die Essener zudem die Jahresprognose bestätigen.

Für das Geschäftsjahr 2013 erwartet das Unternehmen ein EBITDA in der Größenordnung von 9 Mrd. Euro, ein betriebliches Ergebnis von 5,9 Mrd. Euro sowie ein nachhaltiges Nettoergebnis von rund 2,4 Mrd. Euro. Allerdings sieht es für das kommende Jahr richtig düster aus. Laut Unternehmenseinschätzung wird die verringerte Ertragskraft des Konzerns – vor allem in der konventionellen Stromerzeugung – 2014 zu einem deutlichen Ergebnisrückgang führen. Das EBITDA soll zwischen 7,6 bis 8,1 Mrd. Euro liegen. Beim betrieblichen Ergebnis geht man von einem Wert zwischen 4,5 und 4,9 Mrd. Euro aus, während das nachhaltige Nettoergebnis 2014 zwischen 1,3 bis 1,5 Mrd. Euro ins Ziel kommen soll.

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Angesichts dieser Aussichten erwartet Konzernchef Peter Terium nun von allen Beteiligten weitere Opfer. Nachdem eine Halbierung der Dividende für 2013 angekündigt wurde, sollen von 2014 bis 2016 weitere 6.750 Stellen gestrichen werden. Dies kann auch im Zuge von Beteiligungsverkäufen erfolgen. Damit wird sich die Mitarbeiterzahl auf etwa 61.000 verringern. Wenn man sich diese Entwicklung anschaut, dürfte es Anlegern vermehrt schwer fallen, auf eine Erholung des kriselnden Versorgers zu setzen. Zudem fällt mit der sinkenden Dividende ein weiteres Kaufargument weg, da auch das nachhaltige Nettoergebnis weiter schrumpft. Einige angedachte kosmetische Veränderungen an der Ökostrom-Förderung dürften daher wohl kaum zu einem nachhaltigen Comeback der RWE-Aktie ausreichen.

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Bildquelle: Pressefoto RWE


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