Die Bechtle-Aktie und die 50-Euro-Marke

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Bildquelle: Bechtle

Die Aktie des IT-Dienstleisters Bechtle (WKN 515870) dürfte an diesem Donnerstag mal wieder im Blickpunkt der IT-nahen Anleger stehen. Auslöser sind die heute vorgelegten, endgültigen Zahlen zum dritten Quartal und der schwäbisch zurückhaltend ausgefallene Ausblick. Nach dem kurzen Schnuppern an der 50-Euro-Marke dürfte sich dieser Tage entscheiden, ob die seit Oktober laufende Rallye ungebrochen weitergeht oder ob sie sich bei 50 Euro heiß gelaufen hat.

Überraschungen wurden durch die Neun-Monats-Zahlen nicht geboten. Allein im dritten Quartal 2013 erzielte Bechtle einen Umsatz von 558,8 Mio. Euro, was einem Anstieg um 11,4 Prozent entspricht. Schwerpunkt des Umsatzwachstums war dabei wie bereits geschrieben, das Geschäft in den heimischen Systemhäusern, die mit einem Umsatzplus von 16,7 Prozent überproportional zum Umsatzwachstum beitrugen. Das Betriebsergebnis (EBIT) stieg im dritten Quartal um 35,3 Prozent auf 25,2 Mio. Euro. Damit beläuft sich das Neun-Monats-EBIT auf 54,6 Mio. Euro, etwa 6,7 Prozent über dem Vorjahreswert.

Erfreulich ist derweil auch weiterhin die Entwicklung bei der Bilanzstruktur. Die liquiden Mittel einschließlich der Geld- und Wertpapieranlagen betrugen zum 30. September komfortable 119,9 Mio. Euro, womit Bechtle faktisch schuldenfrei ist. Denn die Gesamtliquidität übersteigt die Summe der Finanzverbindlichkeiten um 47,0 Mio. Euro.

Der Ausblick indes fiel schwäbisch zurückhaltend aus. Die Neckarsulmer wollen auf jedenfall die Umsatz- und Ergebnissituation im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr verbessern. Dabei ist es aus Unternehmenssicht aufgrund des herausragenden vierten Quartals 2012 allerdings unwahrscheinlich, ähnlich hohe Wachstumsraten wie im dritten Quartal erreichen zu können. Für das Geschäftsjahr 2013 geht der Bechtle-Vorstand – bestärkt durch das gute Berichtsquartal – von einer deutlichen, jedoch einstelligen Erhöhung des Umsatzes und einer spürbaren Steigerung des Ergebnisses aus. Besonders der zuletzt genannte Punkt dürfte erst nach und nach bei den Anlegern ankommen.

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Für den Aktienkurs könnte die vorsichtige Prognose eine kurze Bremswirkung haben. Schließlich waren die Anleger zuletzt von den starken Neun-Monats-Zahlen euphorisiert. Zudem sorgte die NSA-Affäre für starke Nachfrage nach IT – Made in Germany und damit auch nach deutschen IT-Aktien. Dieser Effekt könnte sich allmählich, auch angesichts des Erreichens der 50-Euro-Marke, zunächst einmal totgelaufen haben. Allerdings muss man auch sehen, dass die Bechtle-Aktie mit einem von Analysten prognostizierten 2014er EPS von 3,38 Euro im Schnitt auf ein 2014er KGV von 14,6 kommt. Damit ist hier keineswegs alles Potenzial ausgereizt. Das sieht man auch in der jüngsten Analyse der DZ-Bank, die nach Bekanntgabe der vorläufigen Zahlen ihren fairen Wert von 45 auf 57 Euro angehoben hatte. Von daher dürfte die Bechtle-Aktie bald wieder zum Sprung über die 50-Euro-Marke ansetzen und neue Höhen in Angriff nehmen.

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Bildquelle: Bechtle


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