Nordex-Aktie: Koalitionäre sorgen für reichlich Spannung

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Bildquelle: Pressefoto Jan Oelker / Nordex

Die CDU/CSU und die SPD haben mit ihren Koalitionsverhandlungen unfreiwillig für noch mehr Spannung vor der morgigen Veröffentlichung der jüngsten Quartalsergebnisse des Hamburger Windturbinenhersteller Nordex (WKN A0D655) gesorgt. Es soll eine für Nordex möglicherweise sehr schmerzhafte Drosselung der Fördermaßnahmen für den Bau von OffshoreOnshore-Windparks angedacht sein. Diese Meldungen sorgten zu Wochenbeginn bei der Nordex-Aktie für einen wahren Kursrutsch. Doch am Mittwoch scheinen sich die Anleger einig zu sein, dass sie eventuell ein wenig über das Ziel hinausgeschossen sind.

Bildquelle: Pressefoto Nordex
Bildquelle: Pressefoto Nordex

Allerdings sollten auch die enormen Kursgewinne, die die Nordex-Aktie im vergangenen Jahr bewerkstelligen konnte, nicht so schnell zu wiederholen sein. Immerhin konnte das TecDAX-Papier seit Jahresbeginn in der Spitze um fast 400 Prozent an Wert zulegen. Selbst ohne die Gefahren einer geringeren Ökostrom-Förderung wurden zuletzt vermehrt Analystenstimmen laut, wonach vieles von dem zukünftigen Konzernwachstum bereits in den Kursen eingepreist war. Nun kommt sogar ein weiterer möglicher Spielverderber hinzu.

Auf Unternehmensseite wurde zuletzt Gelassenheit angesichts der koalitionären Gedankenspiele im Zusammenhang mit der Kürzung der Ökostrom-Förderung demonstriert, da ja Nordex nur einen kleinen Teil seiner Geschäfte hierzulande abwickelt. Allerdings war das Unternehmen zuletzt ganz besonders mit der positiven Auftragsentwicklung in Deutschland nach vorne geprescht. Wenn man sich die jüngsten Pressemitteilungen ansieht, so geht es doch vermehrt um neue Aufträge in Deutschland oder das starke Wachstum des deutschen Windenergiemarktes. Gleichzeitig verkündete Nordex im Zuge des Halbjahresberichts, dass die Bedeutung der Vertriebsregionen Amerika und Asien in Summe zurückgegangen sei.

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Wie meistens im Leben, dürfte die Antwort wieder einmal irgendwo in der Mitte liegen. Während die Kurssteigerungen der Nordex-Aktie in diesem Jahr etwas zu hoch ausgefallen sein dürften und vieles von dem erwarteten Wachstum des Konzerns bereits eingepreist sein könnte, so dürfte auch die ursprüngliche Panik nach dem Bekanntwerden der Pläne der Union und der SPD zu heftig ausgefallen sein. Aus diesem Grund dürfte sich der Blick wieder verstärkt, weg von der Politik, hin zu den für morgen erwarteten Quartalsergebnissen richten. Ein ähnlich starkes Umsatzwachstum wie im ersten Halbjahr sowie weitere Ergebnisverbesserungen könnten möglicherweise die Diskussion um Fördermaßnahmen übertünchen und für eine neuerliche Euphorie rund um die Nordex-Aktie sorgen. Spannung ist also garantiert.

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Bildquelle: Pressefoto Nordex


6 KOMMENTARE

  1. Sehr geehrter Herr Schmidt,

    ich gehe davon aus, der Unterschied zwischen Offshore und Onshore ist ihnen bekannt. Vielleicht recherchieren Sie noch mal kurz, in welchen Bereichen Nordex hier aktiv ist. M.E. hat das Unternehmen bereits seit einiger Zeit die OFFshore-Aktivitäten eingestellt. In wie weit Kürzungen der Förderung dann eine Rolle spielen, erschließt sich mir nicht.
    MFG

  2. Gekürzt werden soll vor vor allem auf See (Offshore) und an windstarken Standorten an Land.
    Nordex baut Mühlen an Land und ist bei Schwachmindmühlen stark. Aber vielleicht sollten wir eh erste Egebnisse der GroKo, die es vielleicht ja auch gar nicht geben wird, abwarten.
    Danke für die Diskussion. Bin draußen.
    MFG

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