Lanxess: Schwaches Licht am Horizont

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Bildquelle: Pressefoto Lanxess

Beim Spezialchemie-Konzern Lanxess (WKN 547040) freute man sich im dritten Quartal über Absatzzuwächse in allen Segmenten gegenüber dem Vorjahr. Schade nur, dass diese Absatzverbesserungen lediglich deutlichen Preisstürzen zu verdanken waren. Zudem nagen die Kosten des kürzlich angestrengten Sparprogramms an den Gewinnen, während die europäische Auto- und Reifenbranche einfach nicht aus der Krise kommt. Schließlich sollte sich auch die Dollarschwäche negativ auf die Ergebnisse auswirken und zu einem Gewinneinbruch führen.

Diese Belastungen sorgten dafür, dass der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um satte 88 Prozent auf 11 Mio. Euro schrumpfte. Außerdem sank der Konzernumsatz gegenüber dem Vorjahresquartal um 5 Prozent auf 2,1 Mrd. Euro. Neben gesteigerten Absatzmengen machte man bei Lanxess insbesondere eine unverändert gute Nachfrage nach Agrochemikalien sowie die positive Umsatzentwicklung in der Region Asien/Pazifik als Stabilisatoren aus.

Das EBITDA vor Sondereinflüssen verringerte sich im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent auf 187 Mio. Euro. Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen nun von einem Wert zwischen 710 und 760 Mio. Euro nach einem Rekordergebnis von 1,2 Mrd. Euro im Vorjahr aus. Bisher hatte man die Spanne mit 700 bis 800 Mio. Euro etwas weiter gefasst. Damit das Unternehmen wieder dahin zurückkehrt, solche Erfolge auf das Parkett zu legen und die Kursschwäche der Lanxess-Aktie zu beenden, muss gleichzeitig gespart und gehofft werden.

Einerseits würde Lanxess eine Erholung der Konjunktur und vor allem des europäischen Automarktes gut zu Gesicht stehen. Eine solche Erholung scheint sich jedoch auch nicht für das Schlussquartal 2013 anzubahnen. Neben dem Hoffen und Beten auf eine bessere Konjunktur gilt es aber auch die Ärmel hochzukrempeln und kräftig zu sparen.

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Im Zuge des Effizienzsteigerungsprogramms „Advance“ sollen weltweit rund 1.000 Stellen abgebaut werden. Allerdings kosten solche Maßnahmen zunächst einmal Geld. Insgesamt fallen für das Programm in den Jahren 2013 und 2014 Sonderaufwendungen von rund 150 Mio. Euro an, davon etwa 80 Mio. Euro im laufenden Geschäftsjahr. Ab 2015 sollen auf diese Weise dann jährlich 100 Mio. Euro eingespart werden. Auf Anlegerseite gilt es, die Erfolge dieser Maßnahmen abzuwarten, auch wenn die jüngste Kursschwäche für einen günstigen Einstieg bei der Lanxess-Aktie gesorgt hatte und das 2014er-KGV von 12,5 nicht gerade abschreckend wirkt.

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Bildquelle: Pressefoto Lanxess


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