Die Commerzbank-Aktie und die 10-Euro-Marke

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Bildquelle: Pressefoto Commerzbank AG

Die Erwartungen an die Quartalszahlen der Commerzbank (WKN CBK100) waren gering, umso größer fällt daher heute die Überraschung über die tatsächlich gemeldeten Zahlen aus. Dank der eingeleiteten Wachstumsinitiativen konnte die Bank im saisonal schwachen dritten Quartal 2013 nahezu stabile Erträge erzielen, gleichzeitig die Risiken deutlich reduzieren und die Kapitalkennziffern weiter verbesseren. Schließlich konnte die Commerzbank sogar einen deutlich höheren Gewinn als jüngst der Branchenführer Deutsche Bank (WKN 514000) vermelden. Dennoch gibt es nicht nur Gründe für Jubelstürme, denn die Details der Zahlen werfen doch einige Fragen auf. Lediglich das (kurzfristige) Erreichen der Zweistelligkeit spricht eindeutig für die Aktie.

Das operative Ergebnis lag bei 103 Mio. Euro und damit rund 50 Prozent unter dem Vorjahreswert. Analysten hatten aber sogar noch deutlich weniger (im Schnitt 88 Mio. Euro) erwartet. Als Grund für den Rückgang gibt die Bank die wie erwartet gestiegene Risikovorsorge (492 Mio. Euro ggü. 430 Mio. Euro im Vorjahr) und ein schwächeres Handelsergebnis (-74 Mio. Euro ggü. +224 Mio. Euro im Vorjahr) aus. Analysten hatten bei Risikovorsorge dagegen 518 Mio. Euro erwartet und beim Handelsergebnis einen Gewinn von 162 Mio. Euro.

Das Konzernergebnis lag im dritten Quartal 2013 bei 77 Mio. Euro und damit über dem Vorjahresniveau von 67 Mio. Euro. Auch hier wurden die niedrigen Erwartungen von 17 Mio. Euro klar übertroffen. Besonders erfreulich waren dabei die Ergebnisse im Privatkundengeschäft und in der Mittelstandsbank, wo die Erträge stabil gehalten werden konnten. Dass das Jahresziel 2013 beim Portfolioabbau im Problem-Segment NCA bereits erreicht wurde ist ebenfalls positiv. Mit einem Wert von 124 Mrd. Euro konnte das Portfolio seit Jahresanfang um 18 Prozent reduziert werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Commerzbank das Tempo hier weiter halten und die Probleme rasch beseitigen kann.

Auch bei den Kennziffern hat sich ein wenig getan. Die Common-Equity-Tier-1-Quote stieg im dritten Quartal 2013 auf 8,6 Prozent bei voller Anwendung von Basel III (Ende Juni 2013: 8,4 Prozent). Die für die von der Europäischen Zentralbank durchzuführenden Prüfungen der Bilanzen europäischer Banken maßgebliche Common-Equity-Tier-1-Quote unter Berücksichtigung der Übergangsregelungen nach Basel III wurde gegenüber dem Vorquartal auf 11,0 Prozent gesteigert (Ende Juni 2013: 10,3 Prozent). Doch letztlich zeigen die Zahlen auch: Es muss noch einiges geschehen. Die Kernkapitalquote muss um der Bank Stabilität zu geben zweistellig werden – ohne Übergangsregelungen!

Der Ausblick bleibt derweil unverändert: Infolge des Portfolioabbaus und des weiterhin schwachen Zinsumfeldes erwartet die Bank, dass die Erträge vor Risikovorsorge im Konzern im vierten Quartal unter Druck bleiben werden. Das strikte Kostenmanagement soll daher fortgesetzt werden. Im Gesamtjahr 2013 will die Commerzbank die Kostengrenze von 7 Mrd. Euro nicht übersteigen. An ihren Erwartungen zur Risikovorsorge hält die Commerzbank weiterhin fest. Durch den beschleunigten Portfolioabbau im Segment NCA und die gestiegene Risikovorsorge in der Kernbank geht sie für 2013 nach wie vor von einem höheren Niveau als im Vorjahr aus (2012: rund 1,7 Mrd. Euro).

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Charttechnisch hat sich das Bild der Commerzbank-Aktie deutlich aufgehellt, nachdem am Morgen die 10-Euro-Marke geknackt werden konnte. Somit kann aus dem bislang gemischten Bild ein positives werden, wenn die 10-Euro-Marke auch nachhaltig überwunden werden kann. Sowohl kurzfristige Faktoren wie der GD20 oder der GD38, als auch mittel- und langfristige Indikatoren stehen dann auf grün. Allerdings besteht dann auch die Gefahr, dass eifrige Anleger den Kurs durch Gewinnmitnahmen rasch wieder in die Einstelligkeit drücken. Dann wäre die gute Stimmung dahin. Für langfristig ausgerichtete Anleger heißt es derweil aber wohl weiter „Finger weg von der Coba“, denn der GD200 ist zwar knapp 5 Prozent nach unten durchkreuzt, deutet aber klar nach unten. Die Commerzbank-Aktie ist und bleibt nach wie vor ein Zocker-Papier.

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Bildquelle: Pressefoto Commerzbank AG


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