Twitter-Börsengang: Die Spannung steigt (+Update)

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Bildquelle: Twitter

Nach einem gelinde gesagt misslungenen Börsendebut von Facebook (WKN A1JWVX) hat das Soziale Netzwerk zuletzt erfolgreich die Kurve gekriegt. Als Twitter (WKN A1W6XZ) anfangs eher moderatere Töne bei seinem Ausgabepreis angeschlagen hatte, konnte man annehmen, dass der Kurznachrichtendienst vor seinem IPO nicht die gleichen Fehler wie Facebook machen wollte. Allerdings führte die hohe Investorennachfrage in den vergangenen Tagen dazu, dass die Dollar-Zeichen in den Augen der Twitter-Verantwortlichen größer wurden. Somit ist auf jeden Fall Spannung vor dem Börsengang von Twitter garantiert.

In einem anderen Punkt will man es bei Twitter offenkundig anders machen als Facebook. Denn Twitter geht nicht an die Computer-Börse NASDAQ, sondern an die NYSE. Wir erinnern uns alle an die Häme und die juristischen Folgen, die gerade die als fortschrittlich geltende NASDAQ nach den Pannen am ersten Handelstag der Facebook-Papiere ereilt hatten. Auf der anderen Seite muss man sich als Anleger genau wie damals bei Facebook nun die Frage stellen, wie man bei Twitter gedenkt, Geld zu verdienen. Facebook konnte die anfänglichen Zweifel ausräumen. Doch dies heißt nicht, dass es auch Twitter gelingen muss.

Aus den 232 Millionen Mitgliedern (per Ende des dritten Quartals) schöpfte Twitter Umsatzerlöse in Höhe von 169 Mio. US-Dollar. Knapp 90 Prozent davon kommen aus dem Werbemarkt. Doch das Nutzerwachstum lies zuletzt merklich nach, während sich der Umsatzanstieg ebenfalls verlangsamte. Zudem gibt Twitter eine Bruttomarge von 65 Prozent an – deutlich unter der Marke von 75 Prozent, die der Wettbewerber Facebook erzielt. Zudem war Facebook schon zum Börsenstart profitabel.

Allerdings führte beispielsweise Richard Fetyko von der Beratungsgesellschaft ABR Investment Strategy in einem Interview mit dem US-Wirtschaftssender CNBC an, dass Twitter einige Vorteile gegenüber Facebook genießen würde. Einerseits interagieren die Mitglieder auf dem Kurznachrichtendienst in Echtzeit, was deren Erlebnis deutlich anhebt. Gleichzeitig findet die Kommunikation auf Facebook in der Regel innerhalb geschlossener Gruppen statt, während die „Tweeds“ für jedermann offen stehen und man mit allen Mitgliedern kommunizieren kann.

Anleger sollten trotzdem abwarten und gerade das Facebook-IPO als warnendes Beispiel nehmen. Ganz besonders wird dabei auch auf das Verhalten von Insidern zu achten sein. Während bei Facebooks Börsengang viele Investoren der ersten Stunde die Gelegenheit nutzten, um ihre Anteile schnellstmöglich loszuschlagen, wäre es ein gutes Signal, wenn im Fall von Twitter möglichst wenige Aktien, abgesehen von den platzierten Anteilen, auf den Markt kommen würden. Die ersten Kurse, die etwa von Lang & Schwarz genannt werden, liegen mit 34 bis 36 US-Dollar deutlich über dem Ausgabepreis von 26 US-Dollar. Dies ist besonders interessant, da dieser ja noch einmal über der angehobenen Preisspanne von 23 bis 25 US-Dollar liegt. Damit kommt Twitter auf eine anfängliche Marktkapitalisierung von über 16 Mrd. US-Dollar. Es dürfte heute also durchaus spannend werden.

UPDATE

Mittlerweile liegt der erste Kurs vor. Stolze 45,10 US-Dollar werden aufgerufen. Das sind 73 Prozent über dem Ausgabepreis. Twitter kommt so auf eine Marktkapitalisierung von fast 28 Mrd. US-Dollar. Zum Vergleich Facebook bringt aktuell 118 Mrd. US-Dollar auf die Waage.

Nach einem Intraday-Hoch von 50,09 US-Dollar setzten die Gewinnmitnahmen ein. Zwischenzeitlich fiel der Kurs unter den ersten Preis von 45,10 US-Dollar.

In einem ansonsten schwachen Marktumfeld hielt sich die Twitter-Aktie an ihrem ersten Handelstag stabil. Der Schlusskurs war 44,90 US-Dollar.

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