Telekom Austria: Aktienkurs ist hin- und hergerissen

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Bildquelle: Telekom Austria

Die Telekom Austria Group entstand 1998 im Zuge der vollständigen Liberalisierung des österreichischen Telekommarktes durch die Trennung von Post und Telekom. Heute betreuen rund 17.000 Mitarbeiter knapp 23 Mio. Kunden in acht CEE-Ländern. Das breitgefächerte Portfolio umfasst Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Sprachtelefonie, Breitband-Internet, Multimedia-Dienste, IPTV, Daten- und IT-Lösungen, Wholesale sowie Payment-Lösungen.

Wer auf Spekulationen rund um ein mögliches Übernahmeangebot durch den Milliardär Carlos Slim für Telekom Austria gesetzt hatte, wurde belohnt: Das Mini Future Bull-Zertifikat (ISIN DE000HV77YM9) von UniCredit onemarkets lag zwischenzeitlich schon mit rund 80 Prozent im Plus. Auslöser für den Anstieg war der Rückzieher von Slim bei KPN: Nachdem der Eigner des Mobilfunkkonzerns América Móvil seine Offerte aufgegeben hatte, geriet sofort die Aktie von Telekom Austria ins Visier der Spekulanten. Genau wie bei KPN ist der Milliardär auch hier mit einem nennenswerten Anteil engagiert. Realistisch ist eine Übernahme aber nur, wenn sich die neue Regierung zu einer Vollprivatisierung durchringen kann. Bis dato hält der Staat über die Österreichische Industrieholding 28,4 Prozent an dem Telekommunikationskonzern.

Gegenwind droht derweil von anderer Seite: Der Preis bei der Vergabe der neuen Mobilfunkfrequenzen ist höher ausgefallen als erwartet. Während Analysten lediglich mit 300 bis 400 Mio. Euro gerechnet hatten, muss Telekom Austria nun satte 1,03 Mrd. Euro auf den Tisch legen. Der Konzern prüft, wie die horrende Summe aufgebracht werden soll. Im Gespräch ist neben der Ausnutzung von Kreditlinien auch die Ausgabe einer Anleihe. Mehrere Ratingagenturen haben daraufhin die Bonität des Unternehmens herabgestuft. Jüngst kamen auch noch Spekulationen um eine Kapitalerhöhung auf. Angeblich soll Telekom Austria bei der Hauptversammlung im Frühjahr 2014 den Aktionären um Zustimmung zu einer Aufstockung des Grundkapitals im Volumen von bis zu einer Mrd. Euro bitten. Die Weichen dafür könnten schon am 11. und 12. November bei einer Strategieklausur des Aufsichtsrats gestellt werden.

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Die Aktie von Telekom Austria ist vor wenigen Wochen aus ihrem seit fast einem Jahr bestehenden Seitwärtstrend nach oben ausgebrochen.

Aufgrund der Nachrichtenlage sind die Aussichten für den Aktienkurs hin- und hergerissen. Wer noch in dem Mini Future investiert ist, kann über Gewinnmitnahmen nachdenken. Interessanter ist aktuell ein Discount-Zertifikat (ISIN DE000HY00XY2) von UniCredit onemarkets. Das Papier wirft auch dann eine Rendite von 9,69 Prozent ab, selbst wenn der Kurs des Basiswerts nur seitwärts tendiert. Die Maximalrendite wird erreicht, wenn die Telekom-Austria-Aktie am Laufzeitende oberhalb von 6,00 Euro notiert.

Ein Beitrag von Christian Scheid. Er ist Chefredakteur von Zertifikate // Austria und freier Wirtschafts- und Finanzjournalist. Er schreibt für mehrere österreichische und deutsche Fachmagazine und -zeitungen. Sein Gratis-Newsletter ZERTIFIKATE // AUSTRIA ist mehr als lesenswert. Hier geht es zur Anmeldung.

Bildquelle: Telekom Austria


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