9000 im DAX schon das Ende?

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Das offensichtliche Ziel 9000 im DAX ist erreicht. Doch wie geht es weiter, kann die Aufwärtsbewegung noch etwas ausgebaut werden? Kurzfristig mag das in einer Übertreibung durchaus möglich sein, aber auf Sicht mehren sich die Warnsignale. So zeigt der Yen Stärke und der Austral-$ eher beginnende Schwäche. Diese beiden Währungen sind aber als typische Carry-Trade-Währungen (der Yen auf der Kredit-Seite, der Austral-$ als Anlage) gute Seismographen für „Risk-on“ oder „Risk-off“ der Anleger. Dazu kommt insgesamt gute Verfassung der Bondmärkte, allesamt Indizien dafür, dass die „Big Player“ hier langsam Geld vom Tisch nehmen, das Risiko herunter fahren. Das zeigt sich auch in den neuesten Sentix-Umfrage-Daten, bei denen eine Erosion der langfristigen Grundüberzeugung festzustellen ist, was auf erhöhte Bereitschaft zur Gewinnmitnahme hinweist. Mittelfristig unschön auch, dass die Profis ihre Aktienquoten senkten, während die Privaten diese zuletzt aufgestockt haben.

Auch aus den USA kommen mittelfristige Warnsignale: Die Cash-Quoten der Fonds haben sich deutlich reduziert, der Optimismus ist deutlich angestiegen. Allerdings sind die Werte noch nicht im „roten Bereich“, weitere Anstiege wären in der kurzen Sicht also noch gut möglich, bevor wirklich extreme Werte erreicht würden. Ins Bild passt: Mit über 400 Mrd $ liegen die kreditfinanzierten Aktienkäufe in den USA auf Rekordniveau. Allerdings muss man klar sagen, dass dies nur in der ganz langfristigen Betrachtung auf Gefahr hindeutet – ein Top im Frühjahr würde dazu gut passen.

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Doch wie geht es hier an der runden Marke von 9000 im DAX weiter? Technisch hat die 9000 keine große Relevanz, es ist einfach ein runde Marke, die stärker beachtet wird. Nach den Kursgewinnen wären Gewinnmitnahmen und Rücksetzer jetzt völlig normal und gesund., also eine Pause von 1 bis 2 Wochen im Trend. Momentan sieht es auch eher nach einer kurzfristiger Topbildung um 9000/9050 über ein paar Tage aus – und dann dürfte sich ein etwas längerer Korrektur-/Konsolidierungs-Modus über mindestens 1 bis 2 Wochen anschließen. Das Abwärtspotential ist dabei jedoch nur schwer abzuschätzen. Im DAX wäre das Mindestziel wohl die Unterstützung um 8770, aber nach dem starken Anstieg – und wegen der üblichen Übertreibungen im DAX in jede Richtung – ist auch ein Rückgang in Richtung der zentralen Unterstützung 8450 möglich. Nach Abschluss des Rücksetzers sollte sich eine weitere Aufwärtsbewegung anschließen. Typisch (aber natürlich kein Gesetz) wäre dann eine Fortsetzung der Hausse mit kleineren Unterbrechungen bis in den März hinein. Saisonal würde dies gut ins Bild passen. 9000 im DAX dürften also nicht das „Ende der Fahnenstange“ sein.

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Interessant ist ein Blick auf den DAX-Kursindex. Hier werden ja die Dividenden nicht mit einbezogen. Man sieht, dass die Kurse noch weit vom Allzeit-Hoch entfernt sind. Daran erkennt man auch, was 3 bis 4 % Dividenden-Rendite inklusive Zinseszinseffekt (bei Wiederanlage der Dividenden) in einem Portfolio ausmachen. Der Chart verdeutlicht aber auch, wie weit der deutsche Aktienmarkt dem amerikanischen hinterher hinkt. Dennd er S&P 500 ist ein Kursindex und notiert auf All-time-high. Potential ist also noch vorhanden. 10.000 bis 10.500 im März sind keine Utopie – im Performance-DAX!

Ein Gastkommentar von Hans-Jürgen Haack
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