Lufthansa: War Kurserholung übertrieben?

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Lufthansa AG

Die Aktie der Lufthansa (WKN 823212) konnte in den letzten zwölf Monaten eine steile Erholung verzeichnen. Angetrieben wurde der Kurs durch das Restrukturierungsprogramm der Airline und die Hoffnung auf eine baldige Gesundung der größten deutschen Fluggesellschaft. Doch wie sich heute wieder einmal zeigt, könnte die Erholung etwas übertrieben gewesen sein, denn die Restrukturierung wirkt sich noch immer negativ auf die Zahlen aus.

Konkret erwartet die Lufthansa für das Geschäftsjahr ein operatives Ergebnis von 600 bis 700 Mio. Euro. Darin sind einmalige Restrukturierungskosten von 200 Mio. Euro und Projektkosten von 100 Mio. Euro enthalten. Bislang hatte die Lufthansa lediglich erklärt, dass der Gewinn über dem berichteten operativen Ergebnis des Vorjahres (524 Mio. Euro) liegen soll. Beim Umsatz wird ein Wert auf dem Niveau des Vorjahres erwartet.

Wie das Unternehmen weiter mitteilte, hat die Lufthansa in den ersten drei Quartalen 2013 einen operativen Gewinn von rund 660 Mio. Euro erzielt. Dies entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahreswert um rund 250 Mio. Euro. In diesem Wert sind einmalige Restrukturierungs- und Projektkosten von rund 200 Mio. Euro enthalten. Im Vorjahreszeitraum waren positive Einmaleffekte von 325 Mio. Euro enthalten. Normalisiert um diese einmaligen Effekte wurde der operative Gewinn für die ersten drei Quartale 2013 um rund 280 Mio. Euro gegenüber Vorjahr gesteigert.

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Der heutige Kursrutsch macht einmal mehr deutlich, dass der Konzern in den letzten Monaten die hohen Erwartungen der Anleger nicht oder nur zum Teil erfüllen konnte. Seit dem Juni-Hoch bei rund 17 Euro hat die Lufthansa-Aktie trotz Rekordjagd im DAX deutlich Federn lassen müssen. Aber: mit einer prognostizierten Dividendenrendite von über 4 Prozent und einem 2014er KGV von rund 9 ist die Lufthansa-Aktie durchaus günstig im DAX-Vergleich. Und die laufende Restrukturierung hat durchaus das Potenzial die Aktie wieder über die 17-Euro-Marke zu schieben. Positiv gestimmte Analysten nennen Kurzziele zwischen 18 und 20 Euro. Sollte der Konzern mit dem Zwischenbericht für die ersten drei Quartale am 31. Oktober 2013 positiv überraschen können, könnte dies ein erster Schritt in diese Richtung sein. Auf der anderen Seite muss man bei Airline-Aktien stets negative Effekte aus der Weltkonjunktur und von Seiten des Ölpreises erwarten.

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Bildquelle: Pressefoto Deutsche Lufthansa AG


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