Wochenrückblick KW41: Die Commerzbank und die amerikanischen Streithähne

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Bildquelle: Pressefoto Börse Stuttgart

Der Haushaltstreit in den USA geht bald in die zweite Woche und die Lage wird brenzliger. Da kommte die jüngste Annäherung der beiden Streitparteien durchaus gelegen. Unterstützt durch die Nominierung von Janet Yellen als Bernanke-Nachfolgerin griffen die Anleger wieder verstärkt bei Aktien zu. Die lockere Geldpolitik dürfte so schließlich weitergehen – egal ob die Anleihekäufe nun gedrosselt werden sollten oder nicht. Den Bankaktien tat die Aussicht auf anhaltend billiges (US-)Geld gut. Vor allem die US-Bankwerte zogen an, was durch die über den Erwartungen liegenden Zahlen von JP Morgan und Wells Fargo bestätigt wurde – auch wenn am Freitag die Aktien nicht mehr so stark performen konnten.
Über fehlenden Optimismus können sich dagegen die Anleger der Commerzbank (WKN CBK100) nicht beklagen. Dennoch half auch die US-Euphorie nicht, die Commerzbank-Aktie über die Marke von 10 Euro zu heben – zu Recht, muss man leider sagen. Denn operativ läuft es nicht – egal wie locker die Geldpolitik auch ist. Der für die Mittelstandsbank zuständige Vorstand Markus Beumer bereitete die Anleger in einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“ auf einige Enttäuschungen in diesem Jahr vor. Mehr dazu hier.

Der DAX und sein Chart

Die Hoffnung auf eine Einigung im Streit um eine Anhebung der US-Schuldengrenze sorgte am Donnerstag für euphorische Kauflaune unter den Anlegern und beim DAX für den größten Tagesgewinn seit einem Monat. In unserem wöchentlichen Ausblick DAX erklären wir die Chancen für neue Allzeithochs. Doch es geht noch positiver: Aus Sicht von Point&Figure befindet sich der deutsche Leitindex in einem intakten Point&Figure-Kaufsignal mit dem aktivierten und bestätigten Kursziel von 10.100 Zählern!

Einzeltitel aus Deutschland

Wieder einmal wurden die zarten Hoffnungen auf eine baldige Stabilisierung des Kali-Marktes zunichte gemacht. Potash (WKN 878149), der kanadische Konkurrent des deutschen Salz- und Düngemittelherstellers K+S (WKN KSAG88), sprach am Donnerstag eine Gewinnwarnung aus. Das Unternehmen machte dafür insbesondere die geringeren Nachfragemengen im dritten Quartal verantwortlich, die wiederum durch die anhaltenden Marktunsicherheiten und die dadurch ausgelöste Zurückhaltung der Abnehmer ausgelöst wurden. Für Aktionäre von K+S eine erneute Hiobsbotschaft.
Bei Europas größtem Sportartikelhersteller Adidas (WKN A1EWWW) möchte man weiterhin eines Tages den großen Konkurrenten Nike (WKN 866993) von der Weltmarktspitze verdrängen. Doch während Nike gestern seine Umsatzprognose für die kommenden Jahre nach oben schraubte und seit kurzem die Zugehörigkeit zum Dow Jones Index verbuchen kann, fielen die Herzogenauracher durch zwei kurz aufeinander folgende Prognosesenkungen auf. Ob es so noch etwas mit der Weltmarktführerschaft werden wird? Warten wir es ab. Mehr dazu hier.
Neben der Energiewende musste Deutschlands größter Energieversorger E.ON (WKN ENAG99) in der Vergangenheit auch mit ungünstigen Gaslieferverträgen in Russland fertig werden und diese immer wieder mühsam neu verhandeln. Nun bringt ein neuer Vertrag über die Lieferung von flüssigem Gas aus Katar deutlich mehr Planungssicherheit. Ob dies jedoch ausreichen wird, dem geprügelten Aktienkurs der Düsseldorfer auf die Beine zu helfen ist offen, wie wir hier feststellen.
Deutlich besser sieht es dagegen bei Beiersdorf (WKN 520000) aus. Der Konsumgüterhersteller, der mehr als Nivea zu bieten hat, ist aus Sicht von Point&Figure interessant, wie wir in unserem aktuellen Newsletter feststellen. Wer die kostenfreie „D-A-CH Rundschau“ jeden Samstag automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.
Im Kampf der beiden Flugzeugbauer Airbus und Boeing um die Vorherrschaft auf dem weltweiten Flugzeugmarkt konnten sich die Amerikaner darauf verlassen, dass ihnen der japanische Markt so gut wie sicher war. Nach Jahren erfolglosen Werbens um japanische Kunden schaffte es nun die Tochter des europäischen Luft –und Raumfahrtkonzerns EADS (WKN 938914) endlich die Tür nach Japan weit aufzustoßen.
Gute Nachrichten in doppelter Hinsicht hatte vergangene Woche Vossloh (WKN 766710) zu bieten. Zum einen meldete der Bahn- und Verkehrstechnikkonzern einen Großauftrag aus Südafrika und zum anderen konnte die im SDAX notierte Aktie aufgrund der guten Nachrichten aus ihrer seit Wochen andauernden Seitwärtsbewegung ausbrechen. Mehr dazu hier.

Internationale Einzelwerte

Von Apple (WKN 865985) und seinen hochgelobten Produkten hat so ziemlich jeder einmal gehört. Egal ob iPhone, iPad oder iPod – für jeden ist hier etwas dabei. Derzeit wächst eine Generation heran, die sich eine Welt ohne Apple gar nicht mehr vorstellen kann. Dies ist jedoch nur einer der Gründe, warum Apple in diesem Jahr erstmalig zur teuersten Marke der Welt avancierte und den langjährigen Markenprimus Coca-Cola hinter sich ließ. Mehr dazu hier.
Der weltgrößte Hersteller von Aromen und Riechstoffen Givaudan (WKN 938427) musste im dritten Geschäftsquartal im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang verbuchen. Allerdings konnte das Unternehmen dies noch verschmerzen, da die Erlöse im ersten Halbjahr auch dank höherer Preise nach deutlich oben geklettert waren. Dagegen konnten die Preissteigerungen dieses Mal nicht zum Umsatzwachstum beitragen. Mehr dazu hier.
Der zweitgrößte Versicherer Österreichs Uniqa (WKN 928900) hat sich wie geplant rund 750 Mio. Euro mit Hilfe einer Kapitalerhöhung besorgt. Während sich die Börsianer in Wien einmal mehr wenig begeistert zeigten und das Papier am Mittwoch deutlich in die Verlustzone schickten, möchte der Versicherer auf diese Weise wichtige Zukunftsprojekte finanzieren und die strengeren Kapitalanforderungen besser erfüllen. Dennoch kein Grund zur Sorge, denn bei der Uniqa-Aktie heißt das Ziel ATX.
An der Wiener Börser ist derweil auch die Aktie von Zumtobel (WKN A0JLPR) interessant, wie wir in unserem aktuellen Newsletter feststellen. Wer die kostenfreie „D-A-CH Rundschau“ jeden Samstag automatisch beziehen möchte, kann sich hier anmelden.

Wochenvorschau: Unternehmenstermine

In Sachen Quartalszahlen dreht die Berichtssaison allmählich auf. So berichten u.a. Citigroup, Coca-Cola, CSX, Intel, Johnson & Johnson, Yahoo (Dienstag); American Express, Bank of America, Danone, eBay, IBM, PepsiCo (Mittwoch); Actelion, BB Biotech, Delticom, Goldman Sachs, Google, Metro, Nestlé, Nokia, Roche, Syngenta, Verizon (Donnerstag); General Electric, Honeywell, Morgan Stanley (Freitag) über das abgelaufene Quartal.

Wochenvorschau: Konjunkturdaten

Aufgrund des anhanltenden US-Haushaltsstreits sind Veröffentlichungen von Daten der beiden Statistikämter BEA und BLS auf unbestimmmte Zeit verschoben. In der kommenden Wochen fallen daher voraussichlich die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex, der Baubeginne und -gehmigungen, der Daten zur Industrieproduktion sowie der Frühindikatoren aus.

Montag
11:00 Uhr: EU; Industrieproduktion (August)

Dienstag
08:00 Uhr: DE; Einfuhrpreise (August)
11:00 Uhr: DE; ZEW-Konjunkturerwartungen (Oktober)
11:00 Uhr: EU; ZEW-Konjunkturerwartungen (Oktober)
14:30 Uhr: USA; Empire State Manufacturing Index (Oktober)

Mittwoch
11:00 Uhr: EU; Verbraucherpreise (September)
11:00 Uhr: EU; Handelsbilanzsaldo (August)
16:00 Uhr: USA; NAHB Wohnungsmarktindex (Oktober)
20:00 Uhr: USA; Fed Beige Book

Donnerstag
10:00 Uhr: EU; Leistungsbilanzsaldo (August)
14:30 Uhr: USA; Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Vorwoche)
16:00 Uhr: USA; Philly-Fed-Index (Oktober)

Bildquelle: Pressefoto Börse Stuttgart


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