Konsolidierung im Trend!

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Viele Probleme weltweit, aber der DAX bleibt widerstandsfähig. Die avisierte Trendbewegung lief dann auch ab, die Wahrscheinlichkeit für steigende Kurse setzte sich wie von mir erwartet durch. Wie sieht nun die Markttechnik aus? Wie der langfristige DAX-Chart zeigt, ist der Trend vollkommen intakt und nicht gefährdet. Aktuell läuft eine normale Zwischenkonsolidierung, deren Dauer (vom Hoch am 19.09. an aus gerechnet) von 2 bis 4 Woche zu veranschlagen ist. Klar ist: In Trends – gerade in starken, die eine mehrmonatige Konsolidierung gerade erst hinter sich haben – können solche Pausen jederzeit abrupt enden. Doch eine Fortsetzung der kurzfristigen Seitwärtsschwankungen ist aktuell wahrscheinlicher als eine sofortige Wiederaufnahme der Aufwärtsbewegung. Indes:

Die zentrale Unterstützung im DAX ist die Marke von 8450, diese darf keinesfalls signifikant unterschritten werden. Davor liegt noch bei 8550/60 eine Unterstützung, die ein Mal erfolgreich getestet wurde. Das Ende der Konsolidierung würde ich erst bei Schlusskursen oberhalb von 8800 ausrufen. Noch ist also zwischen 8550 und 8770 vieles nur Zufall und strategische Neukäufe sollten noch etwas zurückgestellt werden. Setzt sich der Trend dann fort, sind 9000 und mehr schnell erreichbar. Sollte die saisonal positive Phase bis März fortgesetzt werden, sind dann auch 10.000 erreichbar. Aber:

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Die Wall Street sieht kritischer aus. Im S&P 500 ist sowohl der steile als auch der flachere Aufwärtstrend noch intakt, aber es gibt Warnsignale. So war der letzte Break über 1700 eine kleine Bullenfalle, die zu einem Double-Top werden kann. Ein weiterer Schuss vor den Bug wäre der Bruch der zentralen Unterstützung bei 1675. Dann wären im kurzfristigen Bereich die roten Lampen an. Auf der mittel- bis langfristigen Schiene ist die Unterstützung bei 1627/33 das Maß aller Dinge, zumal dann auch der erste Aufwärtstrend gebrochen wäre. Darauf ist zu achten.

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Noch hält die Liquidität der Notenbanken aber die Märkte oben. Und Liquidität ist auch weiterhin der Grund, warum die Märkte auf Probleme nur unterdurchschnittlich reagieren. Es ist viel Geld vorhanden, das angelegt werden will. Und wenn es Schwierigkeiten in einer Region gibt (zuletzt USA, davor die Emerging Markets), dann wird in Aktien investiertes Geld nicht nur abgezogen und im Geldmarkt oder in Bonds geparkt, sondern in andere Aktienmärkte umgeschichtet. Das ist auch ein Grund für die relative Stärke des DAX und anderer europäischer Indizes. Dennoch muss man immer auf die Wall Street schauen. Wann und in welchem Maß das „Tapering“ (Drosselung der Liquiditätszufuhr durch die US-Notenbank) kommt, ist offen. Zudem ist hier auch viel eingepreist. Eine Überraschung erwächst daraus also nicht. Neben der drohenden Zahlungsunfähigkeit der USA (diese dürfte aber wohl wie immer kurz vor Toresschluss abgewendet werden) lauert noch eine andere Gefahr. Und diese ist aktuell noch kein großes Thema, hätte also durch den Überraschungseffekt das Zeug dazu, richtig durchzuschlagen:

Die Berichtssaison in den USA, die in etwas mehr als einer Woche beginnt. Denn im 3. Quartal gab es die bekannten Probleme in den Emerging Markets. Schlagen diese auf die Gewinne der Unternehmen durch, könnte das dann auch mal größere Rückgänge einleiten. Das sollte man im Hinterkopf behalten. Fazit: Markttechnik in Europa in Ordnung, die momentane Pause ist normal. In den USA sieht das Ganze etwas kritischer aus, noch sind das aber nur gelbe Warnlampen, also eine neutrale Situation an der Wall Street.

Ein Gastkommentar von Hans-Jürgen Haack
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