ThyssenKrupp: Das macht Hoffnung

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Das ThyssenKrupp Quartier - Bildquelle: © ThyssenKrupp AG [http://media.thyssenkrupp.com/images/press/thyssenkrupp_p_1298.jpg]

Das nennt man doch Mal einen Vertrauensbeweis. Trotz der anhaltend negativen Nachrichtenlage rund um den Stahl- und Technologiekonzern ThyssenKrupp (WKN 750000) hat sich der Investor Cevian Capital ein Aktienpaket von 5,2 Prozent an den Essenern gesichert und der ThyssenKrupp-Aktie am Mittwochvormittag in einem schwachen Marktumfeld mit deutlichem Abstand an die DAX-Spitze verholfen.

Bei Cevian Capital ist man vom langfristigen Potential von ThyssenKrupp überzeugt. Zudem spiegele die aktuelle Bewertung des Unternehmens den fundamentalen Wert von ThyssenKrupp nicht wider. Dann wollen wir für alle Beteiligten hoffen, dass die Schweden Recht behalten. Immerhin hat ThyssenKrupp nun schon seit geraumer Zeit mit Problemen zu kämpfen, deren Lösung noch nicht oder nur in unbefriedigender Weise abzusehen ist.

Natürlich sind da in erster Linie die beiden Milliardengräber in Übersee zu nennen. Während es zuletzt in einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg hieß, dass ThyssenKrupp sein US-Werk lediglich zu einem Dumping-Preis verkaufen könnte, würden die Gebote für das noch problematischere Werk in Brasilien derart niedrig liegen, dass der DAX-Konzern darauf sitzen bleiben könnte. Zudem könnte der Einstiegszeitpunkt von Cevian Capital ungünstig gewählt sein, denn aufgrund des hohen Verschuldungsgrads wird, trotz aller Dementis von ThyssenKrupp, über eine Kapitalerhöhung spekuliert.

Diese Schwierigkeiten türmen sich zudem zu einer Zeit auf, in der sich die europäische Stahlindustrie weiterhin in einer Krise befindet und die Unternehmen mit einer Nachfrageschwäche und Überkapazitäten konfrontiert sind. Angesichts dieser Aussichten ist die ThyssenKrupp-Aktie für einen Turnaround-Kandidaten mit einem 2014er-KGV von 15 alles andere als günstig bewertet. Hoffnung macht jedoch der Einstieg von Cevian Capital, da auf diese Weise die Aktionärsstruktur straffer organisiert wird und die notwendigen Maßnahmen möglicherweise einfacher umgesetzt werden können.

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Aus charttechnischer Sicht stehen indes bei ThyssenKrupp die Zeichen klar auf grün. Seit dem Tief im April konnten die Indikator einer nach dem anderen wieder in den grünen Bereich drehen. Nachdem vor kurzen nun auch der GD200 überschritten wurde, keimt zumindest charttechnisch Optimismus auf. Ob allerdings so bald wirklich Kurse wie im Sommer 2011 erreicht werden können ist fraglich – damals notierte die Aktie über 30 Euro. Für den Anfang wäre es schon ein starkes Signal, wenn die 20-Euro-Marke fallen würde. Doch dann hätten wir wieder das fundamentale Bewertungsproblem. Von daher ist die Luft nach oben wohl alles in allem als begrenzt anzusehen. Zumindest so lange die beiden Hauptproblemkinder in Brasilien und den USA noch nicht gelöst sind.

Das ThyssenKrupp Quartier – Bildquelle: © ThyssenKrupp AG [http://media.thyssenkrupp.com/images/press/thyssenkrupp_p_1298.jpg]


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