BlackBerry & Nokia: Das Ende einer Ära

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Bildquelle: Pressefoto Nokia

Die Umwälzungen am Handy-Markt schreiten immer weiter voran. Dabei zeigt sich einmal mehr wie schnelllebig die Technologiewelt ist und wie schnell gefeierte Börsen-Stars abstürzen können, wenn sie im Zuge des technologischen Fortschritts auf der Strecke bleiben. Erst kaufte der Internet-Riese Google (WKN A0B7FY) Motorolas Handy-Sparte, nun veräußerte Nokia (WKN 870737) sein Kerngeschäft an Microsoft (WKN 870747). Jetzt hat auch BlackBerry (WKN A1W2YK) einen Käufer gefunden. Doch ob der einstige Vorreiter auf dem Smartphone-Markt tatsächlich durch den „kanadischen Warren Buffett“ gerettet werden kann, darf noch bezweifelt werden.

Immerhin hat der kriselnde kanadische Konzern mit der Investmentholding Fairfax Financial des als „kanadischen Warren Buffett“ bezeichneten Investors Prem Watsa einen Interessenten gefunden. Demnach soll BlackBerry für rund 4,7 Mrd. US-Dollar übernommen und von der Börse genommen werden. Auf diese Weise soll die Sanierung besser bewerkstelligt werden können, ohne dabei ständig auf die Quartalsergebnisse schauen zu müssen. Allerdings muss Fairfax Financial nicht notwendigerweise der erhoffte Erlöser für das vom deutschen Manager Thorsten Heins geführten Unternehmen sein.

Nachdem BlackBerry bereits enorme Anstrengungen unternommen hat, um wieder auf die Beine zu kommen, kündigten die Kanadier zuletzt einen Milliardenverlust und den Abbau von rund 40 Prozent der Stellen an. Gleichzeitig blieb der erhoffte Schub durch die Markteinführung neuer Smartphones und eines neuen Betriebssystems aus. Da der Investor schon heute eine Beteiligung an BlackBerry hält, wird darüber spekuliert, dass er seinen Schaden in Grenzen halten möchte, indem er schlicht übrig gebliebene Filetstücke wie Patente von BlackBerry verkauft und das Unternehmen gar nicht saniert.

Allerdings sind auch Beispiele bekannt, bei denen Unternehmen mit Hilfe des Investors Watsa saniert wurden. Im Fall von BlackBerry heißt dies, dass eine solche Sanierung nur im Zuge einer Konzentration auf Firmenkunden geschehen kann. BlackBerry selbst hat zuletzt den Kampf gegen Apple (WKN 865985) und Samsung (WKN 888322) auf dem Markt für private Kunden aufgegeben. Allerdings verliert das Kaufargument „Sicherheit“, mit dem BlackBerry bisher bei den Firmen punkten konnte immer mehr an Bedeutung.

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Bildquelle: Pressefoto Nokia


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