K+S: Rette sich wer kann Teil 2

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Lader im Einsatz unter Tage Bildquelle: Pressebild K+S

Am Dienstag gibt es Mal wieder neues von dem aus den Fugen geratenen Kali-Markt zu berichten. Dabei ist es einmal mehr nichts, was den Aktionären des Salz- und Düngemittelherstellers K+S (WKN KSAG88) Freude bereiten könnte. Die K+S-Aktie befindet sich am Dienstagnachmittag auf Tiefflug und notiert am Ende des DAX, da dem Unternehmen immer weiter fallende Weltmarktpreise für Kali-Produkte drohen.

Laut Angaben des weltweit größten Kali-Düngemittelherstellers Uralkali aus Russland hat sich eine Tochter des chinesischen Staatsfonds China Investment Corp (CIC) einen Anteil von 12,5 Prozent an Uralkali gesichert. Damit steigen die Chinesen gleich zum zweitgrößten Uralkali-Aktionär auf. Für K+S sind das gleich in mehrfacher Hinsicht schlechte Nachrichten. Denn China hat als einer der größten Kali-Abnehmer kein Interesse an hohen Preisen oder irgendwelchen Kartellen, die die angebotenen Mengen künstlich unten halten.

Immerhin hegte man zuletzt bei K+S die Hoffnung, dass Uralkali und Belaruskali möglicherweise doch noch das weltweit größte Preiskartell der Branche wieder aufleben lassen könnten. Ende Juli hatte Uralkali-Chef Wladislaw Baumgertner das Ende für die Belarusian Potash Company (BPC) erklärt und damit für erhebliche Turbulenzen am Kali-Markt gesorgt. Allerdings scheint sich die Preisspirale bereits jetzt immer schneller zu drehen. Der US-Anbieter Mosaic hatte erst kürzlich für das laufende Quartal geringere Absatzmengen und einen kleineren Kali-Preis je Tonne in Aussicht gestellt. Zudem hat Uralkali selbst seine Preise für industrielle Düngemittelhersteller für das vierte Quartal im Vergleich zum dritten Quartal um mehr als 10 Prozent nach unten gefahren.

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Welches Rückschlagpotenzial noch bei der K+S-Aktie lauert zeigt zum Beispiel auch ein Blick auf die Einschätzung des US-Analysehauses Bernstein Research. Die Einstufung für K+S wurde heute auf „Underperform“ mit einem Kursziel von 15 Euro belassen. Allerdings resultiere das Kursziel aus Kalipreis-Annahmen von 350 US-Dollar je Tonne. Angesichts der jüngsten Entwicklungen könnten sogar diese zu hoch ausfallen. Laut der jüngsten Studie basiere das „Underperform“-Votum auf drei Faktoren: Erstens produziere K+S zu hohen Kosten und sei von Preisrückgängen besonders betroffen. Zweitens seien die Erträge im Legacy-Projekt durchaus fragwürdig. Drittens sehe der für die Studie zuständige Analyst weitere Gefahren durch Kali-Lieferverträge zu niedrigeren Preisen und eine Kürzung der Dividende. Somit dürfte die Überschrift „Rette sich wer kann“ überspitzt klingen, jedoch genau das Sentiment ausdrücken, das derzeit am Kali-Markt und in Bezug auf die K+S-Aktie herrscht.

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Bildquelle: Pressebild K+S


5 KOMMENTARE

  1. Merkt ihr denn nicht, dass hier lediglich miese Stimmungmache getätigt wird? Bei 15 EUR steigt der „Analyst“ dann vermutlich ‚All In‘ in die Aktie ein, und freut sich ob eures lemminghaften Verhaltens.

  2. Ich stimme Gregor zu. Analysteneinschätzungen spiegeln leider oft nur das eigene Interesse wider.

    K+S hat derzeit nahezu 50% an Wert verloren. Wenn Ihre Einschätzung Herr Tomasevic stimmen soll, dass dieses Quartal 10% Preisverfall stattfindet, dürfte der Kurs seinen Boden erreicht haben.

    Dazu muss mann beachten, dass K+S 30% seines Umsatzes NICHT vom Kalimarkt erwirtschaftet. Wintersalz etc… Somit bin ich der Meinung, dass dies nun gerade vor dem Winter (vielleicht ein besonders harter Winter?) gute Einstiegskurse vorliegen.

    Mal sehen, ob morgen oder Freitag der richtige Zeitpunkt für mich da ist.

    Frohes „Pokern“

  3. Warten wir doch einfach ab, ich persönlich halte die Kurslage derzeit für zu Hoch. Aber jeder schätzt Risiken anders ein, vielleicht sehen wir alle in ein paar Monaten klarer. Nur eines dürfte wohl für alle klar sein: Die Zeiten hoher Kalipreise sind erst einmal vorbei. Für K+S kommt es jetzt drauf an, sich mit den speziellen Kaliprodukten und dem Salzgeschäft so aufzustellen, dass man auf dem Weltmarkt weiter gut dasteht. Sollte jedoch der große Kalipreiseinbruch kommen, hätte man mit Legacy einen nicht zu unterschätzenden Klotz am Bein, der bislang noch kein Geld eingebracht hat.

  4. […] Wie der Anwalt des Uralkali-Chefs Wladislaw Baumgertner am Donnerstag in Minsk mitteilte, wurde der “Unruhestifter” und Auslöser der Turbulenzen am Kali-Markt nun aus der Untersuchungshaft entlassen und unter Hausarrest gestellt. Da an den Finanzmärkten derzeit darüber spekuliert wird, ob Uralkali und der frühere weißrussische Partner nicht vielleicht doch Frieden schließen und zu einer Vertriebspartnerschaft zurückkehren könnten, spielen der Uralkali-Hauptaktionär Suleiman Kerimow und Baumgertner eine entscheidende Rolle. Immerhin werden sie hauptsächlich für die Aufkündigung der Belarusian Potash Company (BPC) und die Ausrufung einer Menge-vor-Preis-Strategie verantwortlich gemacht. Zuletzt hatte Uralkali für Unruhe gesorgt, nachdem sich eine Tochter des chinesischen Staatsfonds China Investment Corp (CIC) einen Anteil von 12,5 Prozent …. […]

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