Adidas: Auf Erholung setzen

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Bildquelle: adidas AG

Wer gedacht hat, dass das schwache zweite Geschäftsquartal von Adidas (WKN A1EWWW) nur ein Ausrutscher war, sieht sich eines Besseren belehrt. Nachdem die Herzogenauracher die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2013 senken mussten, wurden nun auch die Ergebnisziele kassiert. Das Unternehmen kämpft mit einer ungünstigen Entwicklung wichtiger Währungen, der schwachen Nachfrage in den europäischen Krisenländern, aber auch mit einer abnehmenden Wachstumsdynamik in den Schwellenländern. Warten wir einmal ab, ob sich mit dem Geschäft im Vorfeld der Fußball-WM in Brasilien eine Trendwende einstellen kann.

Bisher hatte Adidas für das laufende Geschäftsjahr einen Nettogewinn zwischen 890 und 920 Mio. Euro in Aussicht gestellt. Nun sollen am Jahresende lediglich 820 bis 850 Euro unter dem Strich zu Buche stehen. Die operative Marge soll bei etwa 8,5 Prozent (bisherige Prognose: annähernd 9,0 Prozent). Zudem wird nun statt eines währungsbereinigten Umsatzzuwachses im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich ein Umsatzplus im niedrigen einstelligen Bereich erwartet.

Als Grund nannte Adidas die Verstärkung negativer Währungseffekte in den Monaten August und September. Dem Konzern macht der stärkere Euro im Vergleich zu einigen wichtigen Währungen wie dem russischen Rubel, japanischen Yen oder brasilianischer Real zu schaffen. Zudem hat Adidas mit Lieferschwierigkeiten in Russland zu kämpfen. Immerhin ist dies der wichtigste Wachstumsmarkt des Unternehmens, da dort die Olympischen Winterspiele in Sotschi im kommenden Jahr und die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 stattfindet.

Auf Analystenseite wurde bereits erwartet, dass sich die negativen Währungseinflüsse im dritten Quartal für Adidas noch verstärken würden, allerdings scheint man auch dort von der Schwere der Probleme überrascht zu sein. Bei der Deutschen Bank hat man nun die erneut gesenkte Prognose zum Anlass genommen, das für Adidas von 86 auf 82 Euro zu senken. Die Einstufung wird aber auf „Hold“ belassen. Entgegen seiner vorherigen Annahmen habe sich die Lage beim Sportartikelhersteller wegen eines schwachen Geschäftsverlaufs und Währungseffekten im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal nicht gebessert, hieß es in einer Analyse vom Freitag.

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Die jüngsten Schwierigkeiten bieten aber auch die Möglichkeit zum Wiedereinstieg in die Adidas-Aktie. Immerhin hat sich das Papier um mehr als 10 Prozent von seinem Jahreshoch entfernt. Zudem sieht das Unternehmen die langfristigen Ziele nicht in Gefahr. Im kommenden Jahr steht die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien an. Dabei hat es Adidas bisher in jedem Jahr, in dem eine Fußball-WM stattfand, geschafft, die Umsätze im Bereich Fußball auf einen Rekordwert zu schrauben. Schließlich wagte Vorstandschef Herbert Hainer die mutige Prognose, dass das Geschäft im vierten Quartal und auch darüber hinaus „definitiv wieder an Dynamik gewinnen werde.“ Somit könnte der derzeitige Kursrückgang lediglich kurzfristiger Natur sein.

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Bildquelle: adidas AG


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